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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Nachbesserungsbedarf beim elektronischen Preisblatt WiM

MESSSTELLENBETRIEB | Die Herausforderungen der Energiewende und der allgemeine Trend zur Digitalisierung krempeln die Energieversorgungsbranche erheblich um. Regulatorisch und marktgetrieben ergeben sich neue Handlungsoptionen mit Risiken für bestehende aber auch Chancen für neue Geschäftsmodelle. Den intelligenten Messstellenbetrieb richtet das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) kompetitiv aus – mit neuen Marktrollen und Anforderungen unter anderem auch für die Abrechnung und Marktkommunikation. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die Get AG steigende Aufwände für Vertriebe und wettbewerbliche Messstellenbetreiber (wMSB), zeigt Grenzen des aktuellen „elektronischen Preisblatts Wechselprozesse im Messwesen (ePBWiM)“ auf und gibt einen Ausblick auf reine Energiepreistarife für SLP-Kunden.


Der Weg in die smarte Energiezukunft ist holprig – das zeigt sich auch bei der Einführung des elektronischen Preisblatts für die Wechselprozesse im Messwesen.

Der Weg in die smarte Energiezukunft ist holprig – das zeigt sich auch bei der Einführung des elektronischen Preisblatts für die Wechselprozesse im Messwesen.

Nach der 2008 zugunsten von mehr Wettbewerb initiierten Öffnung des Messwesens konkretisiert das aktuelle MsbG verbindlich Maßgaben für den massenhaften, sukzessiven Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) und moderner Messeinrichtungen (mME) bis 2032 sowie für die Gateway-Administration. Damit stehen neue Datenformate, Regeln, Prozesse und Marktrollen auf der Tagesordnung. Bei Messstellenbetreibern wird zwischen grundzuständigen und wettbewerblichen (gMSB und wMSB) unterschieden, wobei die Grundzuständigkeit zunächst bei Netzbetreibern verbleibt – von diesen aber auch übertragen werden kann.

Herausforderung wMSB

Ein Verzicht auf den intelligenten Messstellenbetrieb würde jedoch langfristig den Zugang zu Kunden versperren, den Verlust wertvoller Daten bedeuten und den Einstieg in digitale Geschäftsmodelle beziehungsweise deren Ausbau erschweren. Mit Blick auf neue, dynamische Player warnt das Beratungsunternehmen Detecon [1] davor, hier zu zögerlich zu agieren. Sowohl der Netzbereich als auch der Vertrieb würden bereits attackiert.
Ein Engagement im Marktumfeld des intelligenten Messstellenbetriebs zieht freilich Aufwände nach sich: Prozesse müssen überarbeitet, IT-seitig abgebildet und zunehmend digitalisiert werden. Beim eher nachrangig behandelten Thema der Abrechnung führt der Software- und Service-Anbieter Wilken Pro GmbH [2] einen wichtigen Aspekt ins Feld: Für den intelligenten Messstellenbetrieb könne diese in besonderen Fällen nämlich direkt zwischen dem MSB und dem Anschlussnutzer beziehungsweise -nehmer erfolgen. Laut ersten Prognosen sei dies auf 15 bis 20 % der iMSys anzuwenden. Für die Variante, die Abrechnung des intelligenten Messstellenbetriebs von den anderen Abrechnungsprozessen zu separieren, empfiehlt Wilken Pro, das System mandantenfähig zu strukturieren.

Separate Abrechnung: Kommt Energiepreistarif ins Rollen?

Die abrechnungsseitige Trennung des intelligenten Messstellenbetriebs könnte für Vertriebe Implikationen sowohl für die Tarifierung von Stromprodukten als auch die Akquise im Segment der Haushaltskunden haben. Sie basieren hierzulande hauptsächlich noch auf All-inclusive-Verträgen (Energiepreis, Netzentgelt, Messstellenbetrieb, Abgaben, Umlagen und Steuern). Um auch reine Energiepreistarife in den Geschäftsprozessen Tarifkalkulation, Angebotslegung, Abrechnung und Invoic-Prüfung abzubilden, schafft die Get AG als Daten- und Service-Dienstleister zusammen mit ihren Partnern proaktiv die notwendigen Voraussetzungen. Schon jetzt sind per Webservice Kostenvergleiche für Energiepreistarife untereinander, als auch durch Netzentgelt- und Abgabensimulation mit All-inclusive-Tarifen möglich.

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Autoren

Dipl. Wirtsch.-Math. Daniel Sonne

Leiter Daten- und Partnerservice, Get AG, Leipzig

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