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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Interimsmodell wird zur IT-Herausforderung

SMART METERING | Der Start des Interimsmodells am 1. Oktober 2017 führt bei Stammdaten und Abläufen der Energieversorger zu großen Veränderungen, die prozess- und softwareseitig in allen Marktrollen umgesetzt werden müssen. BWK sprach mit Dr. Volker Kruschinski, Vorstandsvorsitzender bei der Schleupen AG, über die Anforderungen für IT und Stadtwerke.


Am  1.  Oktober  2017  ist  das  Interimsmodell  in  Kraft  getreten.  Warum  ist  die  „Übergangslösung“  überhaupt notwendig?

Durch das zeitlich befristete Interimsmodell wird sichergestellt, dass die Einführung und der Betrieb intelligenter Messsysteme (iMS) und moderner Messeinrichtungen (mME) mit den dafür notwendigen Marktprozessen zügig umgesetzt werden. Die Übergangsfrist ist zwingend notwendig, um trotz des kurzfristig terminierten Starts die bundesweit erforderlichen Mindestanpassungen aller IT-Systeme der beteiligten Netzbetreiber, Lieferanten und Messstellenbetreiber zu ermöglichen.

Welche  Umbauarbeiten  waren  an  der Schleupen-Software notwendig?

Die notwendigen „Umbauarbeiten“ an den IT-Systemen, die zukünftig vollautomatisierte, sternförmige Prozesse im Messwesen ermöglichen sollen, waren komplex. Von zentraler Bedeutung im Rahmen des Interimsmodells ist die flächendeckende Einführung von Marktlokations-Identifikationsnummern (ID). Durch die Vorgaben der BNetzA wurden mit der Marktlokation, Messlokation sowie dem Lokationsbündel gleich drei neue Stammdaten im deutschen Energiemarkt eingeführt.

Wie  unterscheiden  sich  die  neuen Stammdaten?

Die Marktlokation ersetzt den bislang in der GPKE genutzten Begriff der Entnahmestelle und ist eine kaufmännisch-bilanzielle Größe. Sie bezeichnet den Punkt, an dem die Energie erzeugt und verbraucht wird und der Gegenstand von Lieferantenwechsel- und Bilanzierungsprozessen ist. Die an der Marktlokation genutzte Energie wird über eine Messeinrichtung ermittelt, die als Messlokation bezeichnet wird. Als technische Größe erfasst sie alle relevanten physikalischen Größen zeitgenau. Das Lokationsbündel fasst die Daten messtechnisch abhängiger Markt- und Messlokationen zusammen.

Wie  werden  die  neu  definierten  Lokationen IT-seitig abgebildet?

Sowohl die Markt- als auch die Messlokationen müssen zukünftig über eine eindeutige ID identifizierbar sein. Um das zu gewährleisten und um Verwechslungen zu vermeiden, werden für die Marktlokationen flächendeckend neue IDs eingeführt. IT-seitig geht bei der Aufsplittung des bisherigen Zählpunktes die existierende Zählpunkt-ID (Metering Code) auf die Messlokation über. Die Marktlokation wird in einem zweiten Schritt mit einer neuen, eigenständigen ID ausgestattet. Die Generierung und Ausgabe der Marktlokations-ID erfolgt durch eine zentrale Code-Vergabestelle. Bis zum 1. Februar 2018 müssen die Netzbetreiber alle Marktlokationen mittels einer Marktlokations-ID identifizieren.

Welche  Funktion  hat  die  Marktlokations-ID?

Die Marktlokations-ID wird Anknüpfungspunkt für die Bilanzierung sowie den Lieferantenwechsel. In der Kommunikation vom Messstellenbetreiber an den Netzbetreiber werden Messwerte der Messlokation übermittelt, in der Kommunikation vom Netzbetreiber an den Lieferanten werden die Messwerte der Marktlokation übermittelt.

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