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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Digitalpioniere drängen in den Energiemarkt

SMART ENERGY | Die Digitalisierung hat in vielen Branchen neue, disruptive Geschäftsmodelle hervorgebracht. Airbnb ist in kürzester Zeit zum weltweit größten Wohnungsvermittler avanciert – ohne selbst eine Immobilie zu besitzen. Uber drängt klassische Taxiunternehmen aus dem Markt, hat aber selbst keine Fahrzeuge. Was beide Unternehmen eint, ist ein digitales Portal, über das Privatpersonen Leistungen anbieten und beziehen können. Ein dezentraler Marktplatz, der klassische Gatekeeper umgeht und damit deutliche Kostenvorteile bietet.


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Unscheinbar, hat aber Potenzial, den Strommarkt zu revolutionieren: die „gridBox“.

Der Energiemarkt steht aktuell vor einer ähnlichen Entwicklung. In Deutschland besitzen heute schon über fünf Millionen Haushalte eine Photovoltaik (PV)-Anlage. Diese können mit der entsprechenden Hardware miteinander vernetzt werden, um so ein vollständig autarkes, digitales Kraftwerk zu bilden. Erzeuger von erneuerbaren Energien speisen überschüssig erzeugten Strom auf die Plattform, den Mitglieder der Community beziehen können. Digitalunternehmen werden mit diesem Modell zu bedeutenden Energieversorgern, ohne ein eigenes Kraftwerk zu betreiben.

Pooling ermöglicht neue Geschäftsmodelle

Die deutsche Energieagentur (dena) bescheinigt diesem Geschäftsmodell, dem so genannten Pooling, in einer aktuellen Analyse gute Erfolgsaussichten. Pooling meint dabei, simpel ausgedrückt, das Zusammenschalten von Stromerzeugungsanlagen sowie gegebenenfalls Speichereinheiten zu einem Verbundsystem. Durch die Bündelung einer Vielzahl von Anlagen auf einer Online-Plattform und die prinzipiell unbegrenzten Verknüpfungsmöglichkeiten durch das Internet können Skalierungseffekte genutzt und eine kosteneffiziente Vermarktung erreicht werden.
Allerdings weist die dena auch darauf hin, dass auf dem Markt kein Platz für zig Plattformanbieter sein wird – Airbnb und Uber sind gute Beispiele dafür, dass im Endeffekt einige wenige Player den Kuchen unter sich aufteilen. Auch auf dem Energiemarkt werden sich nur einige wenige Plattformen behaupten. Bereits bestehende Cloud-Lösungen für nachhaltigen Strom scheitern aber bisher daran, eine ausreichend große Community aufzubauen. Die Plattformen sind immer an einen Hersteller von Erzeugungsanlagen beziehungsweise Batteriespeichern gekoppelt und damit meist nur für deren Kunden zugänglich. Eine komplette Marktdurchdringung wird so nicht möglich sein.
An diesem Punkt setzt gridX mit seinem Steuerungscontroller, der so genannten „gridBox“, an. Denn das Gerät ist als erstes Produkt auf dem Markt herstellerunabhängig, wodurch jeder Erzeuger autarken Stroms der Community beitreten kann – in erster Instanz Erzeuger von Solarenergie, doch aufgrund der offenen Infrastruktur künftig auch Besitzer von Wärmepumpen und sogar Aufladestationen für Elektroautos. Ist die Community groß genug, kann gridX auch Haushalte mit sauberer Energie versorgen, die diese nicht selbst erzeugen.

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Autoren

 David Balensiefen

Gründer und Geschäftsführer, gridX GmbH, Aachen

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