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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Effizient und wartungsfrei: Geschichtete Tiefenfiltration

KOMPONENTEN | Um einen möglichst lang andauernden und wartungsfreien Betrieb bei Stationärmotoren in energieerzeugenden Unternehmen wie bei Biogasanlagen oder Blockheizkraftwerken gewährleisten zu können, müssen Ölnebelabscheider hohe Abscheidegrade von nahezu 100 % erreichen. Andernfalls führen die nicht abgeschiedenen Öltröpfchen im Blow-by-Gas zu Koksablagerungen und verursachen einen erheblichen Leistungsabfall. Die österreichische IFT GmbH mit Sitz in Uderns hat deshalb einen Ölnebelabscheider entwickelt, der nach dem Prinzip der geschichteten Tiefenfiltration arbeitet und zuverlässig mehr als 99,9 % des Ölnebels aus dem Blow-by-Gas abscheidet. Dabei können wartungsfreie Betriebszeiten von über 30 000 Stunden garantiert werden – deutlich mehr als die bisher auf dem Markt erhältlichen Geräte.


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Sehr sensibel gegenüber Ölnebel in der Ansaugluft reagieren die Verdichter im Volllastbereich bei modernen Hochleistungsmotoren, wo Verdichter-Austrittstemperaturen von mehr als 180 °C erreicht werden.

Bei den meisten der heute eingesetzten Motoren ist eine geschlossene Kurbelgehäuse-Entlüftung vorgeschrieben, da das Öl-Gas-Gemisch nicht in die Umwelt gelangen darf. Das Blow-by-Gas wird deshalb nach dem Verdichten wieder in den Ansaugtrakt zurückgeführt. Dieser Vorgang ist jedoch nicht ganz unproblematisch: „Häufig enthält das Gemisch noch einen geringen Ölnebelanteil. Doch dieser kann bereits zu Ölkoksablagerungen an der Gehäusewand, auf dem Laufrad oder im Diffusor führen“, erklärt Friedrich Gruber, Geschäftsführer der IFT GmbH. „Da die Turbolader sehr empfindlich auf Schmutzbeläge an diesen Komponenten reagieren, kommt es häufig zu einem verminderten Wirkungsgrad und einem Leistungsabfall.“ Zudem ist es wichtig, die Lamellen des Ladeluftkühlers sowie die Einlassventile von Ölkoks-Ablagerungen frei zu halten. Diese Anforderungen können nur dann erfüllt werden, wenn der Restölgehalt im Blow-By – ausgehend von einem Ölgehalt am Kurbelgehäuse-Austritt von etwa 500 mg/m3 – nach dem Passieren des Filters unter etwa 0,5 mg/m3 liegt. Hieraus ergibt sich, dass der Ölabscheidegrad mindestens 99,9 % betragen muss.
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Zur Vermeidung von Verschmutzungsproblemen müssen mehr als 99,9 Prozent des im Blow-By-Gas enthaltenen Ölnebels abgeschieden werden, bevor dieses in die Ansaugleitung eingeleitet und damit dem Motor wieder zugeführt werden kann. Fehlende oder unzureichende Abscheidung des Ölnebels haben oft erhebliche Motorprobleme zur Folge.

Gleichzeitig fordern Betreiber des Motors eine maximale wartungsfreie Filterstandszeit, niedrige Investitionskosten, geringen Bauraumbedarf, ausreichende Schwingungsfestigkeit sowie eine hohe Betriebssicherheit.

Entwicklung in enger Zusammenarbeit mit MCI

Herkömmliche Ölnebelabscheider konnten die hohen Anforderungen bisher nur unzureichend erfüllen, wodurch sich kurze Wartungsintervalle und geringe Standzeiten ergaben, die den Betriebsablauf negativ beeinflussen können. Aus diesem Grund hat die IFT GmbH in Zusammenarbeit mit der Universität für angewandte Wissenschaften in Innsbruck (MCI) und unterstützt durch die österreichische Forschungs-Förderungsgesellschaft (FFG) 2011 damit begonnen, ein neues Filtersystem zu entwickeln. Basis für die Entwicklung war ein zweijähriges Forschungsprogramm.

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