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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Die Zukunft liegt in der Vernetzung

FERNWÄRMEAUSBAU | Um Emissionen und Energieverbräuche zu verringern, setzen immer mehr Kommunen und Städte auf nachhaltige und umweltfreundliche Strategien. Dazu gehört auch der Ausbau des Fernwärmenetzes. Für Frankfurt am Main übernimmt die Mainova AG diese Aufgabe. Gemeinsam mit der NRM Netzdienste Rhein-Main GmbH baut sie in Frankfurt eine Fernwärmeverbindungsleitung zwischen den Kraftwerken Niederrad, West und Messe weiter aus und schließt damit die Lücke zum Müllheizkraftwerk in der Nordweststadt. Dabei setzen sie erstmals auf den Einsatz einer externen Projektsteuerung, die die NRM bei der Vernetzung der Heizkraftwerke unterstützt und sicherstellt, dass Kosten, Termine und Qualitäten bei diesem anspruchsvollen Projekt eingehalten werden.


Das Heizkraftwerk West in Frankfurt.

Das Heizkraftwerk West in Frankfurt.

Als für die Stadt Frankfurt am Main verantwortliches Versorgungsunternehmen steht Mainova, genauso wie andere lokale und regionale Versorger, vor der Herausforderung, den Ansprüchen einer nachhaltigen Stadtentwicklung gerecht zu werden. Derzeit versorgt Mainova rund 27 500 Frankfurter Haushalte mit Fernwärme. Um eigene Kraftwerke möglichst wirtschaftlich und umweltfreundlich zu betreiben und bessere Versorgungssicherheit zu gewährleisten, hat Mainova 2014 ein Verbundprojekt gestartet. Dieses besteht aus verschiedenen Aus- und Umbaumaßnahmen der Kraftwerke sowie der Realisierung einer umfangreichen Fernwärmeverbindungsleitung. Durch diese soll zwischen den Kraftwerken HKW Messe, HKW West und HKW Niederrad eine Systemredundanz hergestellt werden, die es ermöglicht, die betroffenen Kraftwerke exakt angepasst auf den jeweiligen Energiebedarf zu steuern. Einzelne Erzeugungsanlagen können dann flexibel und effizient aufeinander abgestimmt werden, was wiederum zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes führt. Insgesamt will Mainova durch den Ausbau des Fernwärmenetzes jährlich bis zu 100 000 t CO2 einsparen. Das entspricht rund 20 % der von der Stadt für die Energieversorgung vorgesehenen Einsparungen.

Optimierter Betrieb durch kluge Verteilung

Ein Ziel des Verbundprojekts ist die Vernetzung des Müllheizkraftwerks Nordweststadt mit den restlichen Heizkraftwerken. Diese Verbindung spielt insofern eine wichtige Rolle, da dadurch der Sommerbetrieb optimiert wird, indem die Wärme des Müllheizkraftwerks in der ganzen Stadt verteilt werden kann. Die Grundlage dieser Strategie ist es, dass ein Müllheizkraftwerk aufgrund des nahezu konstanten Abfallaufkommens im Jahresverlauf dauerhaft in Betrieb ist. Um einen optimalen Anlagenbetrieb mit einer effektiven Verbrennung sowie geringere Abgasbelastung sicherzustellen, ist die konstante Leistung des Kraftwerks ebenso unabdingbar. Der Wärmebedarf einer Stadt schwankt jedoch jahreszeitenbedingt sehr stark. Um ein Müllheizkraftwerk optimal nutzen zu können, muss somit eine große Flexibilität in der Verteilung der Wärme liegen. Da es nicht möglich ist, diesen erheblichen Schwankungen mit der Steuerung der Anlage zu begegnen, wird der Verteilungsradius des Kraftwerkes entsprechend angepasst. Während im Winter die Wärme im näheren Umfeld des Kraftwerkes verbraucht wird, kann im Sommerbetrieb die Wärme durch die ganze Stadt bis zum Frankfurter Flughafen geleitet werden. Aus diesem Grund ist die Vernetzung des Müllheizkraftwerks Nordweststadt mit anderen Heizkraftwerken von großer Bedeutung. Denn sie sorgt für optimale Auslastung der Kraftwerke.

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Autoren

 Matthias Kluge

Projektpartner, Drees & Sommer SE, Frankfurt am Main

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