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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Netzleitwarte der Zukunft in Betrieb

NETZLEITTECHNIK | Am 10. März 2017 wurde an der Technischen Universität Ilmenau die Netzleitwarte des Forschungsprojektes „DynaGrid Control Center“ offiziell in Betrieb genommen. Damit soll erkundet werden, wie Übertragungsnetze unter sich verändernden Bedingungen sicher gesteuert werden können. Zu beherrschen gilt es eine steigende Netzdynamik, hervorgerufen durch die volatile und nur annähernd genau zu prognostizierende Erzeugung von immer mehr Strom aus Wind und Sonne, sowie längere Übertragungswege. Um möglichst realistische Bedingungen zu schaffen, ist die Leitwarte mit einem simulierten Stromnetz verbunden, das an der Universität Magdeburg im Labormaßstab unter Einbeziehung der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungstechnik (HGÜ) aufgebaut wurde. Die Leitwarte ist weltweit die erste ihrer Art. Koordiniert wird das Projekt von der Siemens AG. Involviert sind ferner die Universität Bochum sowie die Fraunhofer-Institute in Magdeburg und Ilmenau. Die vier Übertragungsnetzbetreiber sind als assoziierte Projektpartner beteiligt. Finanziert wird das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit 5 Mio. € und von Siemens mit 2,2 Mio. €.


Tom Sennewald (links) und Christoph Brosinsky, wissenschaftliche Mitarbeiter an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, FG Elektrische Energieversorgung der TU Ilmenau, bei der Arbeit in der dynamischen Netzleitwarte.

Tom Sennewald (links) und Christoph Brosinsky, wissenschaftliche Mitarbeiter an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, FG Elektrische Energieversorgung der TU Ilmenau, bei der Arbeit in der dynamischen Netzleitwarte.

Prof. Peter Scharff, Rektor der TU Ilmenau, sprach in seiner Festaktrede zur Einweihung der Netzleitwarte von einem „guten Tag für Deutschland, ja für die Welt“. Bei der Stromversorgung stehe man vor dem wachsenden Problem der Verteilung und der Aufrechterhaltung der Netzstabilität. „Mit unserem einzigartigen Forschungsprojekt wird ein wesentlicher Beitrag zur Lösung dieser Herausforderung geleistet.“ Wolfgang Tiefensee, Thüringens Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, würdigte die große Bedeutung des Projektes und zollte den Protagonisten „hohen Respekt.“

Gezielt auf dynamische Netzzustände reagieren

„Ein vorrangiges Ziel ist es, quasi einen Autopiloten für das Übertragungsnetz zu entwickeln“, sagte Prof. Dr. Rainer Krebs, Principal Expert und Leiter der Fachabteilung für schutz- und leittechnische Systemstudien in der Siemens-Division Energy Management. „Wie beim Flugzeug hat der Autopilot zwei Kernaufgaben: Erstens das System selbsttätig so zu regeln, damit der Flug oder der Netzbetrieb jederzeit möglichst ruhig und stabil bleibt. Zweitens das frühzeitige Erkennen von Hindernissen oder Störungen, damit diese umfahren oder vermieden werden. Damit erkennt der Operator in der dynamischen Netzleitwarte die Dynamik im Netz – und wir geben ihm Maßnahmen an die Hand, damit er das tun kann, was heute nicht möglich ist: auf verifizierte dynamische Netzzustände gezielt zu reagieren.“

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