Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 3

Das notwendige Plus an Power

WINDENERGIE | Mit der Entwicklung immer leistungsfähigerer Windenergie-Anlagen (WEA) für den On- und Offshoreeinsatz sind auch die Anforderungen an elektrischen Pitchsysteme gestiegen. Im Vordergrund stehen hier neben Platzeinsparungen in der Rotor- blattnabe vor allem neue Umrichterkonzepte, die in der Lage sind, höhere Nennströme für Dauer- als auch Spitzenlasten bereitzustellen.


Neue Umrichter für elektrische Pitchsysteme müssen sowohl für On- als auch Offshore-Anlagen höhere Nennströme für Dauer- und Spitzenlasten bereitstellen.

Neue Umrichter für elektrische Pitchsysteme müssen sowohl für On- als auch Offshore-Anlagen höhere Nennströme für Dauer- und Spitzenlasten bereitstellen.

Der Trend zu immer größeren Rotorblattdurchmessern ist mit Blick auf höhere Energieerträge ungebrochen. Insbesondere bei Onshore-Anlagen, bei denen der Rotorblattdurchmesser derzeit bis zu 140 m erreicht, lassen sich hierdurch die Volllaststunden steigern und damit auch der so genannte Kapazitätsfaktor erhöhen. Dieser Faktor wurde zur schnellen Einordnung verschiedener Anlagenstandorte eingeführt und berechnet sich aus dem Jahresenergieertrag einer WEA in Kilowattstunden geteilt durch das Produkt aus Anlagennennleistung in Kilowatt und die 8 760 Stunden eines Jahres 1).

Höhere Ausbeute durch größere Rotoren

„Im Bereich der Onshore-Windenergie können Anlagen mit größeren Rotordurchmessern insbesondere an Schwachwindstandorten vergleichsweise bessere Erträge erzielen. Bei durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten erreichen ältere Anlagen einen Kapazitätsfaktor von etwa 20 %, bei neueren Anlagen sollte er schon bei 30 bis 40 % liegen. Auf See hat man hingegen ohnehin immer stetige Winde, so dass hier der Kapazitätsfaktor für Offshore-Anlagen selbst im unteren Bereich schon immer recht gut war“, meint Helmut Reinke, Leiter Marketing und Sales von SSB Wind Systems, Salzbergen. Dennoch werden, wie an Land, auch bei Offshore-WEA die Rotordurchmesser stetig größer: Bei einer derzeitigen „Standard“-Anlage beträgt er heute rund 150 m. Die nächste Generation von Offshore-Anlagen wird hingegen vermutlich schon über einen Rotordurchmesser von bis zu 180 m verfügen.
Die immer größer dimensionierten Rotorblätter an On- und Offshore-Anlagen führen zu höheren Lasten und erfordern daher elektrische Pitchsysteme, die die gestiegenen Anforderungen an eine gleichermaßen leistungsfähige wie zuverlässige Blattverstellung meistern können.

Weniger Platz in der Nabe

Wenn auch die Rotordurchmesser kontinuierlich steigen, so wird doch das Platzangebot in den Rotornaben moderner Anlagen zunehmend geringer. SSB Wind Systems hat hierauf mit der Entwicklung eines elektrischen Pitchsystems reagiert, das die Integration einer Reihe an Funktionen in den Umrichter ermöglicht, für die bislang ein gewisser Bauraum im Achsschrank eines Rotorblattes benötigt wurde. Die Ergebnisse sind unter anderem eine Reduzierung von Systemkosten aufgrund eines modularen Systemkonzeptes, kleinere Achsschränke durch reduzierten Bauraum und somit letztendlich auch weniger Platzbedarf für das Pitchsystem in der Rotornabe selbst.

Seite des Artikels
Autoren

 Martinus Menne

arbeitet als freier Journalist in Drolshagen.

Verwandte Artikel

Einfachere Laufzeitverlängerung von Windenergieanlagen

Unabhängiger Dienstleister sichert Investition und Verfügbarkeit

Kontinuierliche Rotorblattüberwachung für mehr Ertrag und weniger Risiko

Schnelle Erkennung und Behebung von Schäden

Impulsgeber Offshore-Windenergie