24.12.2015, 08:16 Uhr | 0 |

Heiligabend kein Feiertag In diesen Fällen müssen Sie auch an Weihnachten arbeiten

Das Christkind ölt die Stimmbänder, der Weihnachtsbaum ist prachtvoll dekoriert. Weihnachten kann kommen, auch ohne Schnee. Dumm nur, wenn Vati oder Mutti nicht mit am Tisch sitzen, weil sie arbeiten müssen. Wann darf Ihr Chef Sie zum Arbeiten verpflichten?

Abbau des Weihnachtsmarktes in Frankfurt
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Abbau des Weihnachtsmarktes in Frankfurt am 23. Dezember: Bis zur letzten Minute wurde auf den Weihnachtsmärkten in Deutschland gearbeitet. Anschließend hatten die Stadtreiniger noch ordentlich zu tun.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Weihnachten wirft jedes Jahr die Frage auf: Muss ich an Heiligabend arbeiten? Ja, müssen Sie, denn Heiligabend ist kein gesetzlicher Feiertag. Fällt er auf einen Werktag, gilt Arbeitspflicht. Es sei denn, der Arbeitgeber hat Betriebsferien angeordnet und alle Mitarbeiter nach Hause geschickt.

Gesetzliche Feiertage zum Jahresausklang sind die beiden Weihnachtsfeiertage am 25. und 26. Dezember und natürlich der Neujahrstag.

Viele Branchen kennen keine Feiertage

Alle diese Dinge regelt das Arbeitszeitgesetz. Und dort hält der § 10 eine ganze Liste von Wirtschaftsfeldern bereit, in denen zum Beispiel Wochenend-, Tag- und Nachtdienste regulär sind oder bestimmte Arbeiten nicht an Werktagen durchgeführt werden können. Vor allem kommunale Energie- und Versorgungsbetriebe, Krankenhäuser, Kinder- und Altenheime sind von Feiertagsarbeit betroffen. Denn niemand soll über Weihnachten im Dunkeln sitzen und frieren oder gar im Krankenhaus, im Kinder- oder Altenheim unversorgt bleiben.

Das Foto zeigt die Mikrosiebe des Zweckverbands Bodensee-Wasserversorgung in Sipplingen (Bodenseekreis/undatierte Archivfoto). Trink- und Abwasser werden in Baden-Württemberg immer teurer. So kostet ein Kubikmeter in diesem Jahr durchschnittlich 3,78 Euro - wie das Statistische Landesamtes in Stuttgart ermittelte, sind das 9 Cent mehr als im Jahr 2003. Foto: dpa/lsw (Zu lsw-THEMA DES TAGES vom 15.08.2004)
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Mikrosiebe in der Trinkwasserversorgung am Bodensee: Ingenieure in Wasserwerken und Kläranlagen müssen auch über die Feiertage Dienst schieben. Allerdings gibt es für das Arbeiten an Weihnachten gesetzliche Vorgaben.

Foto: dpa

Das gleiche gilt für Bewachungsunternehmen, für Polizei und Feuerwehr und für das Abfall- und Entsorgungsgewerbe. Denn geraubt, gebrannt und gemüllt wird auch an Weihnachten.

Kein Verzicht auf Winnetou in der Glotze zum Fest

Ebenfalls keinen Anspruch auf Ruhetage haben Menschen wie Schauspieler, Musiker oder Tänzer und Arbeitskräfte im Hotelgewerbe, in der Gastronomie, in der Touristik und in der Beförderungsbranche. Denn übernachtet wird auch an Feiertagen, und zum Theaterabend nimmt man Bus, Bahn oder Taxi.

Auch die Mitarbeiter von Tages- und Sportpresse, Rundfunk und Fernsehen müssen an Sonn- und Feiertagen ran. Denn wer will schon auf seine Zeitung oder auf Kultsendungen wie „Wir warten aufs Christkind“ verzichten. Die verbreitete Ruhe zum Jahresende ist somit ein verbreiteter Irrtum.

Ein Lastkran verläd am Mittwoch (20.07.2011) im Güterverkehrszentrum Dresden-Friedrichstadt zwischen Güterzügen einen Container auf einen Lkw. Laut dem Ifo-Institut Dresden geht der Aufschwung 2011 und 2012 in der ostdeutschen Wirtschaft weiter. Foto: Oliver Killig dpa/lsn +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Güterzüge und Lkw im Güterverkehrszentrum Dresden-Friedrichstadt: Die Logistik macht auch an Weihnachten und Silvester keine Pause. Denn an den Tagen drauf sollen Rohstoffe und Lebensmittel wieder vorrätig sein.

Foto: Oliver Killig/dpa

Laut Statistischen Bundesamt arbeiten hierzulande 1,3 Millionen Menschen ständig an Sonn -und Feiertagen und zusätzlich 4 Millionen regelmäßig. Allerdings will der Gesetzgeber, dass jeder Arbeitnehmer mindestens an 15 Sonntagen im Jahr freigestellt ist. Etwa einmal im Monat hat damit jeder einen Anspruch auf einen freien Sonntag.

Den Urlaub regelt das BurlG

Selbstverständlich ist in Deutschland nicht nur die Arbeitszeit per Gesetz geregelt, sondern auch der Urlaub. Den regelt das Bundesurlaubsgesetz, welches recht hübsch mit BurlG abgekürzt wird. Und dieses BurlG sieht vor, dass in Deutschland der gesetzliche Mindesturlaub 24 Werktage umfasst, wobei alle Kalendertage mit Ausnahme von Sonn- oder gesetzlichen Feiertagen Werktage sind.

Zwei Züge der Schwebebahn begegnen sich in Wuppertal (Archivfoto vom 20.02.2001). Die Staatsanwaltschaft geht bei der Sanierung der Wuppertaler Schwebebahn dem Verdacht des Subventionsbetrugs nach. Am Dienstag (25.10.2005) hätten Ermittler mehrere Objekte durchsucht, darunter Büros der Wuppertaler Stadtwerke, sagte Oberstaatsanwalt Alfons Grevener auf Anfrage. Ein Korruptionsverdacht bestehe nicht mehr. Das Verfahren richte sich gegen fünf Beschuldigte, darunter seien der ehemalige Chef der Stadtwerke, der Betriebsleiter Schwebebahn und drei weitere Stadtwerke-Mitarbeiter. Neben dem Verdacht des Subventionsbetrugs komme auch Untreue in Betracht. Bei der Generalüberholung des mehr als 100 Jahre alten weltberühmten Wahrzeichens der Stadt waren die geplanten Kosten um rund 180 Millionen Euro überschritten und auf fast 400 Millionen Euro emporgeschnellt. Foto: Roland Weihrauch dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Die Schwebebahn in Wuppertal: An Weihnachten und Silvester fahren natürlich auch Busse und Bahnen. Und die Ingenieure, die die Räder rollen lassen, müssen Dienst schieben.

Foto: Bernd Thissen/dpa

Bei sechs Werktagen je Kalenderwoche hat ein Vollzeitbeschäftiger Anspruch auf vier Wochen Urlaub im Jahr. Wer weniger Tage pro Woche arbeitet, hat Anspruch auf eine Umrechnung auf seine tatsächlichen Arbeitstage. Bei einer Fünftagewoche besteht ein gesetzlicher Urlaubsanspruch von 20 Tagen. Bei einer Dreitagewoche ergeben sich 12 Urlaubstage, was auch auf vier Wochen im Jahr hinausläuft. 

Und wenn Sie wissen wollen, wie Sie im kommenden Jahr am besten Ihren Urlaub planen und die Brückentage ausnutzen können, dann sollen Sie hier weiterlesen.

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Von Detlef Stoller
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