04.09.2013, 16:35 Uhr | 0 |

Abschied vom Vorruhestand Telekom setzt auf Teams aus älteren und jungen Mitarbeitern

Die Deutsche Telekom hat sich vom Instrument des Vorruhestands verabschiedet und setzt verstärkt ältere Mitarbeiter im Team mit jungen IT-Spezialisten ein, um die geplante Netzoffensive umzusetzen. Dabei investiert die Telekom 150 Millionen Euro jährlich in die Weiterbildung.

Ältere Mitarbeiter der Telekom
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Wieder auf die Erfahrung Älterer setzt die Telekom beim Ausbau des modernen Hochgeschwindigkeitsnetzes.

Foto: Deutsche Telekom

Rund 24 Millionen Haushalte will die Telekom bis 2016 an das Hochgeschwindigkeitsnetz anschließen. Dieses Großprojekt ermöglicht dem Konzern zum einen, bis 2015 rund 6000 Auszubildende zu übernehmen. Sie setzt dabei aber auch wieder verstärkt auf erfahrene Mitarbeiter. War es bis vor einigen Jahren noch gängige Praxis, mit Ende 50 über den Vorruhestand aus dem Unternehmen auszuscheiden, sollen sie nun mit Altersteilzeitmodellen in den Ruhestand „hinübergleiten“.

Weiterbildung bis zur Rente

„Wir haben bereits 1.800 Altersteilzeitmodelle, die statt Vorruhestand vereinbart wurden“, erklärte Telekom-Personalvorstand Marion Schick bei der Ankündigung der Netzoffensive in Berlin. Diese werden gemeinsam mit jungen Mitarbeiten den Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland vorantreiben, so Schick. In Zweier-Teams aus Alt und Jung arbeiten dabei Monteure, Projektierer und Planer zusammen.

Die älteren Mitarbeiter werden darauf gezielt vorbereitet: 150 Millionen Euro investiert der Konzern jährlich in die Weiterbildung – auch von erfahrenen Kollegen. „Wer hofft, über 40 sei das vorbei, hat sich getäuscht. In jedem Alter können Mitarbeiter neue Aufgaben übernehmen. Auch Beschäftigte über 55 Jahre werden im Tandem mit jungen weitergebildet“, so Schick.

Telekom will weniger Arbeit extern vergeben

Aber die Personalchefin kündigte noch mehr Flexibilität beim Netzausbau an: Auch Mitarbeiter aus dem Kundenservice wechselten in den technischen Bereich. Moderne Personalpolitik bedeute, Menschen nicht für eine einzige Tätigkeit auszubilden und einzustellen, sondern einen internen Marktplatz zu schaffen, den die Einzelnen über ein IT-Tool selbst steuern könnten. Der Konzern mit 120 000 Beschäftigten in Deutschland werde dadurch mehr Mitarbeiter halten können. „Darum reduzieren wir externe Vergaben, und halten sie mehr im Unternehmen“, so Schick.

Die von Schick beschriebenen Tandems gibt es bei der Telekom bereits, bisher allerdings noch nicht in der Technik. Die Erfahrungen damit sind so gut, dass das Modell nun weiter ausgebaut wird. Selbstverständlich habe die Entdeckung der Erfahrung Älterer auch betriebswirtschaftliche Gründe, heißt es in der Konzernzentrale. Jeder personelle Umbau koste schließlich Geld.

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Von Andrea Ziech
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