20.08.2013, 12:15 Uhr | 0 |

Telefonaktion Bei manchen Problemen hilft nur Wechseln des Jobs

Sehr gefragt waren die Personalexperten Jutta Krumkamp und Wilfried Köning am Karrieretelefon der VDI nachrichten. Nachfolgend einige Beispiele aus der Beratung. Die nächste Telefonaktion ist für den 12. September geplant.

Das Problem: Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich mit den Kollegen in meinem Team Konflikte habe?

Der Expertenrat: Zunächst ist sicher der Weg zu wählen, den Konflikt gegenüber den Kollegen zu artikulieren und zu beschreiben, mit dem Ziel, dass sie die Situation und die Gefühlslage nachvollziehen können. Wenn die Kollegen nicht gesprächsbereit sind, ist die gemeinsame Führungskraft in ihrer Funktion gefragt. Darüber hinaus sind der Personal-Bereich und/oder Coaches in ihren Rollen unterstützend und betreuend tätig. Ziel für den Mitarbeiter sollte es sein, Lösungsmöglichkeiten für das Problem zu erarbeiten, ggf. mit professioneller Hilfe.

Wie kann ich mich auf ein internes Bewerbungsgespräch vorbreiten?

Der Expertenrat: Der Bewerber sollte sich eingehend mit den Aufgaben und Anforderungen der internen Stellenausschreibung auseinandersetzen. Mit den Aufgaben sollten Sie bisherige Tätigkeiten abgleichen. Den Anforderungen sollten Sie Ihre Stärken und Entwicklungsfelder gegenüberstellen. Aus der Aufgaben- und Anforderungs-/Qualifikationsanalyse können Sie ableiten, warum Sie der "richtige" Kandidat für die Stellenbesetzung sind. Darüber hinaus klären Sie für sich auch, warum Sie sich für diese Stelle interessieren, was Sie antreibt und welche beruflichen Herausforderungen Sie für sich in der Zukunft sehen.

Die Tätigkeit als Projektleiter bei einem neuem Unternehmen führt zu einer starken körperlichen und psychischen Belastung. Soll der Arbeitgeber erneut gewechselt werden?

Der Expertenrat: Bevor man diesen Schritt geht, sollte man genau die Gründe für die Überforderung analysieren. Insbesondere ist zu klären, ob die neue Aufgabe als Projektleiter, die eine Managementfunktion mit völlig anderen Anforderungen darstellt, nicht die Ursache für die aktuellen Probleme ist. Hierbei ist es hilfreich, vom Vorgesetzten und auch von Kollegen Feedback einzuholen. Diese Standortbestimmung für sich selbst ist unbedingt erforderlich, um gezielt nächste Schritte einzuleiten. Häufig kann durch gezielte Personalentwicklung, viel eigenes Engagement sowie effektives Coaching die Performance als Projektleiter verbessert werden.

Wie gestaltet man das Ausscheiden aus dem bisherigen Bereich am besten, wenn das Verhältnis zum direkten Vorgesetzten so gespannt ist, dass der Mitarbeiter sich auf Anraten des Abteilungsleiters auf eine andere Stelle im Konzern beworben hat?

Der Expertenrat: Nicht nur der Mitarbeiter, auch der Vorgesetzte wird sich unwohl fühlen. Der interne Wechsel des Mitarbeiters ist somit für beide Seiten ein sinnvoller Schritt. Da bereits in der Vergangenheit erfolglos versucht wurde, die Situation in einem Gespräch zu entschärfen bzw. zu klären, sollte jetzt nicht noch ein weiterer Versuch unternommen werden. Die Empfehlung lautet, sich möglichst höflich und sachlich aus der Gruppe und von dem Vorgesetzten zu verabschieden, denn der bisherige Vorgesetzte hat großen Einfluss auf den Inhalt des Zwischenzeugnisses.

Soll sich ein Entwicklungsingenieur nach fünf Jahren in der Automobilbranche auf eine Expertenstelle in der Forschung oder eine Führungsaufgabe bei einem Zulieferer bewerben?

Der Expertenrat: Üblicherweise wird in der Industrie zwischen Führungs- und Fachlaufbahn unterschieden. Ein Wechsel zwischen diesen Laufbahnen ist zwar grundsätzlich möglich, jedoch selten. Dies hat damit zutun, dass die Anforderungen an diese Laufbahnen zum Beispiel in den Dimensionen Unternehmerisches Denken und Handeln, Konflikt- und Durchsetzungsfähigkeit sowie Wissensvermittlung durchaus unterschiedlich hoch sind. Deshalb sollte die Weichenstellung gut überlegt sein. Werden Sie sich klar darüber, welche Laufbahn besser Ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht. Äußerst hilfreich ist hier das Einholen von Feedback von guten Arbeitskollegen und Freunden.   

Was schreibe ich im Lebenslauf, wenn ich nicht alle Zeugnisse vorliegen habe?

Expertenrat: Wichtig ist, dass im Lebenslauf alle Ausbildungs- und Beschäftigungszeiten angegeben werden. Sollte ein Zeugnis fehlen, kann man den ehemaligen Arbeitgeber bitten, dieses zu erstellen oder, wenn die Zeiten länger zurückliegen, einen Tätigkeitsnachweis auszustellen.  

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Von Wk/Jk | Präsentiert von VDI Logo
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