10.08.2017, 10:13 Uhr | 0 |

Ingenieurgehalt Verbessert IT-Wissen das Ingenieurgehalt?

Die Digitalisierung führt dazu, dass das Anforderungsprofil an Ingenieure steigt. Vor allem IT-Zusatzqualifikationen werden über das reine Fachwissen hinaus in Zukunft gefragt sein. Aber steigt deshalb auch das Gehalt?

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Zahlt sich IT-Wissen finanziell aus?

Foto: panthermedia.net/ Andriy Popov

Fahrzeuge und Maschinen, die intelligent untereinander und mit ihrer Umgebung kommunizieren, Cloud-Lösungen, welche die Kundenansprache optimieren und Big-Data-Anwendungen, die interne Abläufe auf den Kopf stellen. Sie entwickeln sich inmitten der klassischen Ingenieurbranchen des Maschinen- und Anlagenbaus, der Elektrotechnik und dem Bauwesen. Die Digitalisierung macht vor den Ingenieuren nicht Halt.

Im Gegenteil. Gerade von ihren Erfindern und Tüftlern erwartet die Wirtschaft, dass sie die Zukunft gestalten und dem Standort Deutschland dazu verhelfen, seinen technologischen Vorsprung zu verteidigen. Ein schon immer anspruchsvoller Beruf wird noch komplexer.

Zusatzqualifikationen in Informatik werden erwartet

In den Fokus rückt vor allem die Schnittstellenkompetenz von Ingenieuren. Sie sollen es schaffen, die Brücke zwischen dem typischen Ingenieurwesen und der IT zu schlagen. Ohne Zusatzqualifikation in Informatik wird diese Aufgabe für Ingenieure nicht zu stemmen sein. Aber lohnt sich dieser Weiterbildungsaufwand auch finanziell für Ingenieure?

Verlässliche Zahlen darüber, ob Ingenieure mit IT-Zusatzqualifikation ein höheres Einkommen erzielen können, sind bislang Mangelware. „Dafür ist das Thema noch zu neu“, sagt Thilo Weber, der beim Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau (VDMA) für den Bereich Bildung zuständig ist. Fest steht: IT-Zusatzkenntnisse werden immer wichtiger. „Der Maschinenbau sucht nicht nur vermehrt Informatiker. Auch Ingenieure mit IT-Zusatzqualifikation sind immer gefragter“, so Weber.

Gehälter honorieren das IT-Zusatzwissen (bisher) kaum

Noch sind diese Allrounder mit der Fähigkeit, interdisziplinär über das eigene Fachgebiet hinauszublicken, rar gesät. In der Gehaltsstudie „Ingenieureinkommen 2012-2016“ des Karriereportals ingenieurkarriere.de haben von 7.341 befragten Ingenieuren 6,4% angegeben, sie besäßen besondere Programmierkenntnisse. Lediglich 1,8% können nach eigener Auskunft aber in der Gehaltsverhandlung mit speziellen IT-Kenntnissen punkten. 

Allerdings kommt die Studie zu dem Schluss, dass Ingenieure mit besonders gefragten Zusatzqualifikation in fast allen Positionen mehr verdienen. Ein Abteilungsleiter mit Zusatzqualifikationen kommt dabei auf durchschnittlich 7.600 Euro mehr als ein Kollege ohne Extra-Kenntnisse. Von daher ist zu erwarten, dass auch Ingenieure des Maschinenbaus oder des Fahrzeugbaus gute Karten haben werden, wenn sie mit IT-Zusatzwissen zum Gehaltspoker gehen. „Wenn jemand Fähigkeiten mitbringt und Anforderungen erfüllt, die stärker gesucht sind, sollte sich das auch in höheren Löhnen ablesen lassen“, lautet Webers vorsichtige Prognose.

Auf die Karriere wirkt IT-Wissen positiv

Dazu kommt, dass sich mit IT-Zusatzqualifikationen die Karrierechancen von Ingenieuren verbessern. „Ein Aufstieg auf der Karriereleiter mit anspruchsvollen Leitungsaufgaben wird wahrscheinlicher“, so Weber. Damit steigt auch die Chance auf ein überdurchschnittliches Einkommen. Pablo Galán, Senior Executive Director bei der PageGroup, fällt derzeit noch etwas anders auf: „Gerade für vielversprechende Kandidaten ist Geld oft nicht das bestimmende Thema. Neue Aufgaben, mit spannenden Technologien zu arbeiten und sich Herausforderungen zu stellen ist für sie viel reizvoller.“

Noch lässt sich die Gehaltsentwicklung nicht zuverlässig einschätzen. Einen ersten Hinweis, was die Zukunft auf dem Feld der in Informatik interdisziplinär ausgebildeten Ingenieuren bringen könnte, geben derweil ausgerechnet die Einstiegsgehälter: Diese sind bei Ingenieuren der Informationstechnologie laut der Gehaltsstudie „Ingenieureinkommen 2012-2016“ in den Jahren 2015 und 2016 um jeweils 7% und 6% gestiegen – und haben damit deutlich stärker zugelegt als alle anderen Fachrichtungen.

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Von Tatjana Krieger
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