06.08.2013, 12:00 Uhr | 0 |

Beichtstuhl 2.0 Whisper-App sammelt Geheimnisse – und Investorengelder

Das ist schon erstaunlich: Während Tausende wegen der Spionage von NSA & Co ihre Privatsphäre gefährdet sehen, generiert die App „Whisper“ derzeit etwa 2,5 Milliarden Seitenaufrufe pro Monat. Das kleine Smartphone-Programm, bei der User anonym Geheimnis veröffentlichen, wird mittlerweile schon mit 100 Mio. Dollar bewertet. Das meldet www.netzwertig.com.

Das aus Santa Monica nahe Los Angeles stammende Startup Tiger Text hat  Whisper vor gut einem Jahr gestartet. Die 100 Mio-Dollar-Bewertung entstand Medienangaben zufolge nach einer Beteiligung von Sequoia Capital und andere Topinvestoren des Silicon Valleys. Angeblich flossen dabei 15 Mio. Dollar frisches Kapital.

Whisper erlaubt es Benutzern, anonym persönliche Geschichten und Geheimnisse zu publizieren und diese mit einem passenden Foto zu illustrieren. Andere Community-Mitglieder können mit eigenen Offenbarungen antworten, existierende Einträge favorisieren oder eine private Nachricht an die Verfasser eines Eintrags schicken. Auf Kontenregistrierungen, Klarnamen oder die Verknüpfung mit existierenden Identitätsanbietern (Facebook, Twitter etc.) verzichten die Macher bewusst, um Usern Bedenken zu nehmen, Intimes, Peinliches oder sie emotional Belastendes/Bewegendes auszuplaudern.

Im Sekundentakt erscheinen neue Whisper-Posts. Die Community wirkt wie eine riesige virtuelle Selbsthilfegruppe, bei der Nutzer sich gegenseitig Mut zusprechen und über Fragen diskutieren, die sie aus verschiedensten Gründen an anderer Stelle nicht ansprechen wollen.

Ganz schwerwiegende Aspekte sollte man laut netzwertig.com bei Whisper aber lieber nicht publizieren: „In seinen Datenschutzbestimmungen betont das Start-up, dass es keine absolute Diskretion garantiert. Wer also unbedingt sein Gewissen erleichtern und von einer Straftat berichten möchte, der sollte lieber zur Beichte gehen, als dafür Whisper zu verwenden.“

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