16.07.2014, 12:00 Uhr | 0 |

Kurzportrait Russisches Start-up baut Wachmann auf vier Rädern

„Angefangen hat alles mit einer automatischen Überwachungskamera“, erinnert sich Aleksej Polubojarinov, Mitgründer des Start-ups SMP Robotics. „Das Tracking-System, das wir 2010 entwickelt haben, erkennt Menschen, folgt ihren Bewegungen und zoomt heran.“ Möglich mache das die intelligente Software. „Sie unterscheidet Personen von anderen, sich bewegenden Dingen, in dem sie die Zahl der sich verändernden Pixel analysiert.“ Katzen und Hunde würden in einem definierten Bildausschnitt weniger Turbulenzen verursachen als Menschen.

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Das Start-up SMP Robotics aus Selenograd bei Moskau entwickelt autonom navigierende Überwachungsfahrzeuge.

Foto: SMP

„Einer unserer ersten Kunden war begeistert, wünschte sich aber, dass die Kamera sein gesamtes Betriebsgelände autonom überwacht. Also haben wir das System auf ein selbstnavigierendes Fahrzeug montiert.“

Der fahrende Roboter ist ein lernendes System. „Anfangs gehen wir mit ihm sein Einsatzgebiet ab und zeigen ihm, wo er stoppen und Ausschau halten soll nach Eindringlingen“, so Polubojarinov. „Er erstellt dann seine eigene Karte und ergänzt sie laufend mit Zusatzinformationen. So erkennen Stereo-Kameras plötzlich auftauchende Hindernisse während Sensoren am Fahrwerk Eisglätte registrieren.“

Anders als Google nutzt SMP kein Lidar-(Laser/Radar)-System. „Bei Schneefall funktioniert das nicht perfekt“, behauptet Polubojarinov. „Wir haben uns auch gegen hoch präzise GPS-Systeme entschieden. Die sind zu teuer und funktionieren nicht im Wald.“ Die Gründer setzen stattdessen auf rein optische Systeme in Kombination mit einer WiFi-Lokalisierung.

Der Antrieb ist rein elektrisch. Verbaut ist eine thermisch robuste Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Alternativen mit höherer Energiedichte würden aufgrund der kalten Winter in Russland ausscheiden. Die Reichweite des Roboters betrage rund 40 km bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5 km/h bis 7 km/h.

Potenzielle Kunden sind u.a. Betreiber von Rohstoffminen, Kraftwerken, Flug- oder Seehäfen. 15 Roboter hat das Jungunternehmen bereits verkauft, u.a. nach Deutschland. Im kommenden Monat soll die Serienfertigung starten. 2015 will SMP Robotics 200 Stück absetzen. „Der Verkaufspreis wird dann bei etwa 30.000 Dollar liegen“, so der Gründer.

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