07.10.2013, 12:00 Uhr | 0 |

Enzyme lassen den Klassiker alt aussehen Grün und günstig zur „gebrauchten“ Jeans

Drei Milliarden Jeans gehen jährlich über den Ladentisch. Viele davon gebraucht - zumindest was den Look betrifft. „Used-look“ bleibt beim Konsumenten beliebt. Weniger so bei der Umwelt und der Gesundheit von Textilarbeitern. Denn zur Herstellung dieses Finishes müssen entweder aggressive Bleichmittel oder gesundheitsschädliche mechanische Prozesse eingesetzt werden. Ein smartes Verfahren macht damit nun Schluss.

Entwickelt wurde das Verfahren von Christian Schimper und Thomas Bechtold (Universität Innsbruck). Es beruht auf biologischen Enzymen, die auf sanfte Weise die Fasern des Jeansstoffes verändern. Anstatt wie sonst üblich den Farbstoff Indigo zu bleichen wird dieser dabei aus der Faser herausgelöst. So kann der natürliche weiße Farbton der Baumwollfaser durchscheinen und den gewünschten Look erzeugen.

Die betriebswirtschaftliche Basis für das gegründete Unternehmen Acticell wurde im Business-Inkubator INiTS gelegt. Dessen Ziel ist es, die Erfolgswahrscheinlichkeit von innovativen, wachstumsstarken Start-ups im Raum Wien zu erhöhen. In einem intensiven Betreuungs-Programm stellt INiTS den Start-ups Beratung, Finanzierung, Hands-on Unterstützung, Kontakt und Zugang zu Know-how sowie Büroräumlichkeiten zur Verfügung, um deren Fortschritt zu beschleunigen.

Acticell bietet das enzymatische Verfahren als Lizenz an und wird gleichzeitig ein dazu notwendiges Produkt vertreiben. Dazu Christian Schimper: „Der weltweite Markt für partielle Aufbleichung ist ca. 270 Mio. Euro groß. Wir streben in den nächsten Jahren einen Marktanteil von 5% an. Das ist ein absolut realistisches Ziel. Denn die Möglichkeit, unsere Methode nahtlos in bestehende Herstellungsprozesse zu integrieren, ist ein riesiger Vorteil.“ Ein Vorteil, den mehrere Hersteller von Spezialchemikalien bereits erkannt haben. Diese wurden mit Unterstützung von INiTS identifiziert und angesprochen und erwiesen sich für das Team von Acticell als wertvolle Gesprächspartner um das Geschäftsmodell zu optimieren.

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