21.12.2012, 18:28 Uhr | 0 |

Start-up-Porträts Die besten Start-ups 2012

Die VDI nachrichten haben fünf Branchenkenner gefragt, welches junge Unternehmen sie in diesem Jahr am meisten beeindruckt hat. Hier die Vorschläge der Experten für das Start-up des Jahres 2012.

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Eine enge Zusammenarbeit von Start-ups, Early Stage Investoren und Corporates kann sich auszahlen.

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Michael Brandkamp: Die 20/10 Perfect Vision AG hat mit viel Ausdauer eine neue Technologieplattform für die Augenchirurgie entwickelt. Die innovativen Laser ermöglichen eine deutlich höhere Präzision und Sicherheit insbesondere bei Operationen des Grauen Stars.

Mich begeistert, dass die Kooperation mit dem US-Konzern Bausch & Lomb, einem führenden Hersteller von technologieorientierten Produkten für das Auge, im Jahr 2012 zum Erfolg geführt hat. Bereits 2009 haben Perfect Vision die Technologie und Bausch & Lomb die Vertriebskompetenz in ein gemeinsames Unternehmen eingebracht.

Start-up Perfect Vision AG

Bausch & Lomb hat 2012 die Anteile der Perfect Vision an diesem Joint Venture gegen Zahlung von 165 Mio. € übernommen und damit die Geduld und Risikobereitschaft der Investoren belohnt.

Insbesondere wird deutlich, dass sich die enge Zusammenarbeit von Start-ups, Early Stage Investoren und Corporates auszahlen kann.

Jens-Uwe Sauer: Viele Menschen reden nur über die Energiewende. Für den erfolgreichen Kampf gegen den Klimawandel ist aber das Bewusstsein in den Köpfen aller Menschen unerlässlich. Jeder Einzelne muss wissen, welchen Einfluss er auf’s Klima hat, wie er es schützen und selbst einen Wandel herbeiführen kann. 

Berliner Start-up Changers

Das Berliner Start-up Changers setzt hier an und begegnet damit einer der elementaren Herausforderungen unserer Zeit: Es bietet das mobile Solarpanel für jedermann mitsamt einer Ladestation. Damit können iPhone, iPad und andere mobile Geräte geladen und gleichzeitig die Welt ein wenig verbessert werden.

Zwei Dinge machen Changers dabei einzigartig: Erstmals gibt es Solarenergie für unterwegs in massentauglichem, an Apple angelehntem und preisgekröntem Design.

Darüber hinaus wird das Ganze mit einem interessanten Gamification-Prozess und der Aktivierung einer riesigen Community kombiniert: Eingespartes CO2 ist die Einheit. Das Gerät zählt mit. So tritt jeder Nutzer in einen Wettstreit um das meiste gesparte CO2 – aufbereitet in Statistiken und Analysen. Dass das Team zudem selbst umweltfreundlich denkt und arbeitet, rundet das grüne Gesamtbild ab.

Jörg Binnenbrücker: Einer meiner klaren Favoriten des Jahres 2012 ist das Start-up Mytaxi. Die Hamburger haben mit der mobilen Taxibuchung und der dazugehörigen Bezahllösung wichtige digitale Pionierarbeit in einer klassischen Branche geleistet.

Start-up MyTaxi launcht in New York

Lange war die Taxibranche von der etablierten Marktmacht der Taxizentralen beherrscht. MyTaxi hat diese alte Machtstruktur trotz aller Hindernisse durcheinandergewirbelt, aufgebrochen und dadurch ein beispielhaftes Wachstums hingelegt.

Zwei wichtige Meilensteine Ihrer Wachstumsgeschichte erreichte die Firma in diesem Jahr. Mit dem Launch der ersten mobilen Bezahllösung für Taxifahrten und dem Launch in New York – der weltweiten Taxistadt Nummer eins – setzten sie deutliche Signale.

Damit waren und sind sie sogar einigen US-Playern voraus. Sie zeigen mit diesen Innovationen eine viel zu selten gezeigte Seite der deutschen Internetbranche.

Jochen Haller: Kein Unternehmen hat mich 2012 so begeistert wie die BitComposer Entertainment AG aus Eschborn. Das komplementäre Team hat es in gerade einmal drei Jahren aus eigener Kraft geschafft, einen der bundesweit führenden Games Publisher mit inzwischen beinahe 25 Mitarbeitern aufzubauen. Unter den Veröffentlichungen des Unternehmens finden sich mehrere Blockbuster wie unter anderem "Schlag den Raab".

Durch seinen 360-Grad-Ansatz deckt das Unternehmen alle gängigen Spiele-Plattformen ab und hat auch Online-Games in der Pipeline.

Start-up BitComposer Entertainment AG

Im Gegensatz zu vielen öffentlich hochgelobten "Highflyern" der Games Industrie verfolgt BitComposer eine nachhaltige Wachstumsstrategie. Das Unternehmen war von Anfang an profitabel. Ergänzend möchte ich auch erwähnen, dass die Jungs persönlich sympathisch sind.

Günter Faltin: In diesem Jahr hat mich Martin Lipsdorf und seine "Laktasekampagne" am meisten beeindruckt. Er hat gezeigt, dass man mit 800 € Startkapital gegen die Großen antreten kann, die aus dem Problem der Laktoseintoleranz viel Geld schlagen. Er verkauft Laktose in Großpackungen in Pulverform für nur 50 € im Jahr – statt 135 € bis 140 €. Das nenne ich kreative Zerstörung nach Schumpeter!

Martin Lipsdorf hat mit Komponenten gegründet: Er hat Buchhaltung, Shopsystem und Versandlogistik an professionelle Dienstleister gegeben. Damit war er nicht nur von Beginn an konkurrenzfähig, sondern behielt auch den Kopf frei, um weiter an seinem Geschäftskonzept zu arbeiten. Er zeigt eindrucksvoll, dass man sich ohne betriebswirtschaftliche Kenntnisse – als Philosophiestudent – aber mit einem gut durchdachten Geschäftskonzept erfolgreich am Markt behaupten kann.

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