17.05.2013, 13:14 Uhr | 0 |

Start-up-Portrait Catabasis addiert Arznei-Wirkstoffe und erzielt multiple Effekte

Das Start-up Catabasis Pharmaceuticals aus Cambridge, Massachusetts, arbeitet an neuartigen Kombitherapien für diverse Krankheiten, bei denen zwei Wirkstoffe miteinander verbunden werden. Die Wirksamkeit sei deutlich höher als bei isolierter Gabe der Wirkstoffe.

Der Heilungsprozess werde beschleunigt. Das meldet das Magazin Technology Review.

Manchmal ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile: Catabasis hofft, dass dieses Prinzip auch für neue, multifunktionale Medikamente gilt, die es gerade entwickelt. Die Firma hat eine neuartige Verbindungschemie erfunden, mit der es möglich sein soll, zwei verschiedene therapeutische Komponenten in einem Medikament zusammenzubringen. Dadurch soll die Wirkung stärker sein, als wenn man die beiden Stoffe separat verabreichen würde. Die Firma hofft auf neue Therapieformen für komplexe Entzündungserkrankungen wie etwa Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Bei vorläufigen Tests an 105 Patienten reduzierte der Medikamentenkandidat in Form einer Pille die Aktivität von Entzündungssubstanzen, die eine wichtige Rolle bei solchen Erkrankungen spielen. Dieser Effekt ließ sich nicht nachweisen, wenn die beiden Komponenten zwar gleichzeitig verabreicht wurden, aber nicht chemisch miteinander verbunden waren.

„Wenn man entzündungsfördernde Prozesse unterdrückt und parallel entzündungshemmende Körperreaktionen aktiviert, erzielt man einen Effekt, der zwei- bis dreimal so potent ist“, sagt Mike Jirousek, Mitbegründer und Wissenschaftschef bei Catabasis.

„Viele komplexe Krankheitsprozesse werden von mehreren Proteinen oder Genprodukten getrieben, die zusammen agieren“, meint auch Ravi Iyengar, Direktor des Experimental Therapeutics Institute an der Icahn School of Medicine am Mount-Sinai-Krankenhaus in New York. „Es ist schwer, das dann nur an einem Punkt anzugehen und einen größeren Effekt zu erzielen. Theoretisch wäre es viel einfacher, mehrere Bereiche zu attackieren, um die Balance zu zerstören.“ Ob das praktisch möglich ist, sei aber eine andere Frage.

Catabasis will nun einen Weg gefunden haben, mit einem Kombiwirkstoff mehrere Krankheitsfaktoren zu therapieren. Die neuartige Verbindungschemie kombiniert zwei aktive Moleküle. Der synergetische Effekt ergibt sich Jirousek zufolge deshalb, „weil beide Wirkstoffe zur richtigen Zeit am richtigen Ort landen“.

Die Verbindungschemie sorgt außerdem dafür, dass die beiden Komponenten inaktiv bleiben, bis sie die richtigen Zellen und Gewebearten angehen können. Die Firma erreicht diese Effekte, indem sie natürlich vorkommende Enzyme nutzt, die die Verbindungschemie zerschneiden, um die beiden aktiven Komponenten zu befreien.

Neben den Therapien gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen arbeitet Catabasis auch noch an anderen Wirkstoffen etwa zur Therapie von zu hohen Triglycerid-Werten, Schuppenflechte und Multipler Sklerose. Alle Ansätze verwenden bekannte Grundmedikamente, die bereits als sicher gelten. „Wir wollten so wenig Risiken wie möglich eingehen, deshalb beginnen wir mit Molekülen, dessen Aktivitätsniveau man bereits kennt“, sagt Jill Milne, Mitbegründerin und Chefin von Catabasis. (sta)

http://www.catabasis.com

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Von Stefan Asche
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