11.04.2013, 09:53 Uhr | 0 |

Start-up-Portrait 4tuno will Laternenzettel ersetzen

Schlüssel verloren, Haustier entlaufen, Kratzer im geparkten Auto – die neue Website 4tuno schafft Abhilfe. Denn solche Situationen sind nicht nur ärgerlich, sondern auch besonders häufig, wie zahlreiche Zettel an deutschen Laternenpfosten zeigen.

Laternenzettel
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Foto: Notes of Berlin

Dabei gibt es meist mindestens eine Person, die einem weiterhelfen könnte – derjenige, der den Schlüssel gefunden, das Haustier gesehen oder den Unfall beobachtet hat. Dass sich Hilfesuchende und potenzielle Problemlöser tatsächlich fanden, war bislang allerdings äußerst selten. Wer mit Laternenzetteln nicht weiterkam, hatte auch im Internet kaum eine Chance – Google ist für eine solche Suche nach unbekannten Personen zu weit, Facebook aufgrund der Freundesliste zu eng. Diese Lücke will seit Anfang April die neue Website 4tuno.de (sprich: Fortuno) schließen.

Die Grundidee ist einfach: Auf 4tuno können sowohl Hilfesuchende als auch Helfer mittels Zeit, Ort und Beschreibung ein „Ereignis“ erstellen. Wer zu der Lösung eines Falles etwas beitragen kann, kommentiert das Ereignis oder schickt eine persönliche Nachricht. Alle Ereignisse sind öffentlich zugänglich und sowohl auf einer Karte als Fähnchen als auch auf einer Liste einsehbar – wer also in der Nähe wohnt, ein ähnliches Problem hat oder jemanden kennt, der einen Hinweis beisteuern kann, kann die Ereignisse direkt auf 4tuno kommentieren oder auch weiterleiten und beispielsweise auf Facebook teilen. Für die einmalige, kostenlose Registrierung auf 4tuno müssen Nutzer lediglich eine E-Mail-Adresse sowie einen Usernamen angeben – und können so auch anonym suchen, finden und helfen.

„Mit 4tuno kann jeder ganz alltägliche Probleme mithilfe seiner Mitmenschen schnell, einfach und kostenlos lösen“, erklärt Benjamin Lemme, der die Plattform gemeinsam mit Franziska Frei und Kay Kühne gegründet hat. Das junge Gründerteam freut sich über die vielen Ereignisse, die die Nutzer in den ersten Wochen bereits auf 4tuno erstellt haben. Dazu gehören etwa ein gefundener Schal in Stuttgart, ein abhanden gekommener Schlüssel in Hamburg oder ein verlorenes Handy in München. Auch Flirts, deren Name unbekannt blieb, werden für ein Wiedersehen gesucht.

Damit Nutzer künftig Ereignisse auch zeitnah direkt vor Ort einstellen können, entwickeln die Gründer von 4tuno derzeit eine App für Mobilgeräte. Sie soll in den kommenden Wochen starten.

Die Idee zu 4tuno entstand bereits im Sommer 2011. Das für das Betreiben einer Website eher ungewöhnliche Gründerteam, bestehend aus der Rechtsreferendarin Franziska Frei, dem Unternehmensberater Benjamin Lemme und dem Informationswirtschaftsstudenten Kay Kühne, steckte damals jedoch mitten in Studium bzw. Abitur, sodass die Pläne zunächst auf Eis gelegt wurden. Der Gedanke an 4tuno kam jedoch nie zur Ruhe, sodass das Team sich nun seit Ende 2012 wieder gemeinsam dem Projekt widmet. (sta)

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Von Stefan Asche
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