23.04.2013, 11:55 Uhr | 0 |

Famoser Start ins neue Jahr Wagnisfinanzierung: Mehr Investments, mehr Kapital

2012 war ein trübes Jahr für kapitalhungrige Hightech-Gründer. Investoren hielten ihr Geld beisammen. Doch seit Jahresbeginn wird nicht mehr gekleckert, sondern geklotzt, so das Ergebnis des aktuellen Venture Capital Panels, das die VDI nachrichten und die Münchener Beratungsfirma FHP Private Equity Consultants vierteljährlich erheben.

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Cleantech-Firmen zogen im ersten Quartal des Jahres das meiste Kapital an. Sie erhielten insgesamt 36 Mio. €.

Foto: iStock

Von Januar bis Ende März haben deutsche Wagnisfinanzierer laut Panel 140 Investments mit einem Volumen von 108 Mio. € gemeldet. Das sind gut 30 % mehr Beteiligungen als im ersten Quartal des Vorjahres. Das investierte Kapital stieg im gleichen Zeitraum sogar um 73 %. „Das Venture Capital-Geschäft ist in Deutschland zu Jahresbeginn vielversprechend angelaufen“, kommentiert Götz Hoyer, Leiter des Venture Capital Panels und Partner bei FHP die aktuelle Entwicklung.  Investiert haben im ersten Quartal 27 von 31 befragten Venture Capital Gesellschaften.

Aktivstes Unternehmen war dabei mit 13 Deals die Berliner IBB Beteiligungsgesellschaft, gefolgt von Creathor Venture, Bad Homburg und MIG aus München mit jeweils sieben Investments. Das mit Abstand meiste Kapital wurde mit 22 Mio. € vom Zukunftsfonds Heilbronn investiert, gefolgt von MIG mit 12,7 Mio. €.  Erstaunlich: Öffentliche Investoren wie der Hightech Gründerfonds, die KfW (ERP-Startfonds) und Bayern Kapital investieren nur 43 Mal – der niedrigste Wert seit Jahren. Welche Branchen standen im Fokus der Investoren? Besonders beliebt waren zu Jahresbeginn Software- und Internetunternehmen. Sie verzeichneten die meisten Beteiligungen. In die beiden Sektoren wurden 23 beziehungsweise 22 Mal investiert. Auf den weiteren Plätzen folgten die Cleantech-Branche (21 Deals) sowie Biotechnologie (15) und Medizintechnik (15). 

Das meiste Kapital zogen im ersten Quartal Cleantech-Firmen an. Sie erhielten insgesamt 36 Mio. €. Dahinter rangierten Internet-Start-ups (18 Mio. €) und Biotech-Betriebe (14 Mio. €). Die befragten Wagnisfinanzierer kümmerten sich aber nicht nur um neue Engagements. Sie waren auch damit beschäftigt, sich von Portfoliofirmen zu trennen. Immerhin gelangen neun Verkäufe an strategische Investoren, sogenannte Trade Sales (Vorquartal: 12). Außerdem waren drei Anteilsverkäufe über die Börse möglich. Die Anzahl der Abschreibungen sank auf neun. Im Vorquartal waren noch 13 Unternehmenspleiten zu beklagen. „Für das erste Quartal des Jahres ist das eine recht erfreuliche Bilanz“, so Venture Capital Experte Hoyer.

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Von Peter Schwarz
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