21.07.2013, 12:00 Uhr | 0 |

Haftpflicht & Co Versicherungstipps für Gründer

Jeder Gründer sollte sich vor Geschäftsstart genau überlegen, welche Risiken er mit Versicherungen abdecken will. Hendrik Rennert, Geschäftsführer des Online-Vergleichsportals finanzchef24.de, gibt auf foerderland.de ein paar Tipps.

Wer den Schaden hat, sollte über eine entsprechende Versicherung verfügen.

„Ausnahmslos jedem Existenzgründer ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung zu empfehlen. Sie ersetzt Schäden, die Firmeninhaber oder Ihre Mitarbeiter in der Ausübung Ihres Berufs verursachen. Zudem trägt sie Anwaltskosten, wenn jemand zu Unrecht Schadenersatz vom versicherten Betrieb verlangt.

Doch Vorsicht: Sie sollten genau prüfen, welche Versicherungsart und welchen Versicherungsumfang Sie wirklich benötigen. Zu unterscheiden sind insbesondere zwei Arten der Haftpflichtversicherung:

Betriebshaftpflicht: Sie deckt Sach- und Personenschäden und sogenannte „unechte“ Vermögensschäden, d.h. Vermögensschäden, die in der unmittelbaren Folge eines Sach- und Personenschadens entstehen. Bei der Auswahl des passenden Versicherungsschutzes ist insbesondere auf eine exakte Beschreibung der ausgeübten Tätigkeit zu achten.

Vermögensschadenhaftpflicht: Sie ist vor allem für beratende Berufe und IT-Unternehmen ein Muss und eine notwendige Erweiterung des Betriebshaftpflichtschutzes. Sie schützt bei „echten“ Vermögensschäden, die nicht aus einem Personen- oder Sachschaden resultieren. Hierunter fallen z.B. Schäden aus Falschberatung oder der Verlust von Daten.“

Ferner empfiehlt Rennert eine Geschäftsinhaltsversicherung. „Mit der Geschäftsinhaltsversicherung sichern Sie Ihre Warenbestände und Ihr Inventar gegen die Gefahren Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser, Sturm und Hagel sowie bei Bedarf auch Elementarschäden (z.B. Flut und andere Naturkatastrophen) ab.

Eine Geschäftsinhaltsversicherung ist jedem Existenzgründer zu empfehlen, der eine eigene Betriebsstätte unterhält. Je nach Einrichtung und Ausstattung der Räumlichkeiten ist eine ergänzende Absicherung durch eine Elektronikversicherung, die einen erweiterten Versicherungsschutz für kostspieliges elektronisches Equipment bietet, und eine Glasbruchversicherung sinnvoll.

Doch Achtung: Beim Abschluss einer Geschäftsinhaltsversicherung sollten Sie unbedingt darauf achten, dass die Versicherungssumme nicht zu gering gewählt wird. Denn stellt die Versicherung im Schadenfall fest, dass der tatsächliche Inhaltswert den versicherten Wert übersteigt, wird der Schaden nur anteilig bezahlt. Man spricht hier von Unterversicherung.“

Laut Rennert ist auch eine Firmenrechtsschutzversicherung wichtig. „Sie ist für alle Existenzgründer empfehlenswert. Aus Geschäftsbeziehungen zu Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern oder Vermietern kann schnell ein Rechtsstreit entstehen, dessen Kosten die Firma in finanzielle Nöte bringt. Über die oben genannten Rechtsstreitigkeiten hinaus kann ein Unternehmensinhaber einen Fehler machen, der eine Strafverfolgung nach sich zieht. Auch ohne eigenes Verschulden kann man so in eine juristische Auseinandersetzung hineingezogen werden, bei der ein kompetenter juristischer Beistand existenzsichernd sein kann.
Zu beachten ist: Mit dem Abschluss einer Firmenrechtsschutzversicherung darf man nicht bis zum ersten Rechtsstreit warten. Versicherungsschutz greift nämlich nur, wenn der zeitliche Ursprung eines Konflikts nach Abschluss der Rechtsschutzversicherung liegt. Zudem kann man in der Regel erst nach Ablauf einer mehrmonatigen Sperrfrist vom Versicherungsschutz Gebrauch machen.

Von sta | Präsentiert von VDI Logo
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