11.04.2013, 08:54 Uhr | 0 |

Markttrends VCs werden bei Renditeerwartung bescheidener

Die Mindestrenditeerwartung, die Beteiligungsgesellschaften (ohne Mittelständische Beteiligungsgesellschaften, MBG) an ihr Portfolio haben, ist in den vergangenen zehn Jahren gesunken.

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Foto: Wikipedia

Im Jahr 2002 erwarteten die institutionellen Wagniskapitalgeber von ihrem Portfolio im Durchschnitt eine Mindestrendite von 25%. Diese Zielmarke ging bis zum Jahr 2011 auf knapp 19% zurück. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der KfW. Weitere Ergebnisse:

Beteiligungsgesellschaften haben je nach Gesellschaftstyp eine unterschiedlich hohe Zielrendite. Sie ist u.a. abhängig vom Risiko der Investitionstätigkeit sowie dem (Re-) Finanzierungsverhalten.

Unabhängige Beteiligungsgesellschaften sind stärker renditegetrieben, von ihnen wurde im Zeitraum 2002–2011 mit durchschnittlich 22,2% die höchste Mindestrendite erwartet. Die Zielrendite der unabhängigen Gesellschaften unterscheidet sich je nach Investitionsfokus allerdings kaum (Early-Stage: 22,6 %; Later-Stage: 21,8%; Buyout: 22%).

Corporate Venture Capital Gesellschaften (CVC) verfolgen tendenziell strategische Ziele in Form von Innovationen oder Wissenstransfer. Dies äußert sich in einer durchschnittlich leicht geringeren Mindestrenditeerwartung (19,1%). Early-Stage-Gesellschaften erwarten hier von ihrem Portfolio mit 20% die höchste Mindestrendite. Later-Stage-Gesellschaften liegen mit 17,2% deutlich dahinter.

Darin äußert sich das größere Risiko der Investitionstätigkeit. Die im Vergleich dazu hohe Renditeerwartung der Buyout-Gesellschaften (22%) ist mit deren Rückgriff auf Leverage-Finanzierungen zu begründen.

Öffentliche Beteiligungsgesellschaften haben die niedrigste Mindestrenditeerwartung (12,7%). Sie erfüllen einen Förderauftrag, bei dem die volkswirtschaftliche Rendite der Investitionen eine große Rolle spielt. Die Renditedifferenz zwischen Early-Stage- (15,2%) und Later-Stage-Gesellschaften (MBGen, 9,1%) ist zum Großteil auf die Refinanzierungsbedingungen der MBGen zurückzuführen.

Die Analysen zeigen, dass im vergangenen Jahrzehnt die Erwartung an die Mindestrendite an das Portfolio für fast alle Gesellschaftstypen – mit Ausnahme der MBGen – zurückgegangen ist. Dieser Rückgang ist Ausdruck der Anpassung der Beteiligungsbranche an die in der Realität erzielbaren Renditen. Diese fielen nach dem Platzen der New-Economy-Blase und des damit einhergehenden eingeschränkten Zugangs zur Börse als Exitoption deutlich bescheidener aus.

Die ganze Studie steht im Internet zum Download bereit.

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Von Stefan Asche
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