14.10.2013, 12:00 Uhr | 0 |

Immobiliendeal Mark Zuckerberg kauft Privatsphäre

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg sucht nach mehr Privatsphäre und kauft die vier umliegenden Privathäuser um sein Anwesen. Gleichzeitig sollen Nutzer des sozialen Netzwerkes zu Klarnamen im System gedrängt werden. Das meldet Handelsblatt online.

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Die Immobilie von Mark Zuckerberg ist ahnsehnlich - soll aber nicht von Hinz und Kunz angesehen werden. Deshalb hat der Facebook-Chef kurzerhand die Nachbarhäuser aufgekauft. 

Foto: Archiv

Was kann man machen, wenn man sich vor zu viel öffentlicher Neugier schützen will? Nicht viel, wenn man Mitglied bei Facebook ist. Eine ganze Menge aber, wenn man Milliardär im Silicon Valley ist.

Mark Zuckerberg hat nach Medienberichten die vier an sein Privathaus angrenzenden Nachbarhäuser für über 30 Mio. Dollar aufgekauft, um den Zuzug neuer Schaulustiger zu verhindern. Die Meldung der San Jose Mercury News kommt gerade zu dem Zeitpunkt, in dem Facebook selbst die Möglichkeit aufhebt, Profile auf seinem Netzwerk vor neugierigen Blicken zu schützen, indem man sie für Suchanfragen unauffindbar macht. Zudem wird der Zwang zu Klarnamen im System stärker durchsetzt.

Die Option „Wer kann mein Profil durch Namenssuche finden“, wird demnächst verschwinden, teilte Facebook am Donnerstag mit. Wer diese Funktion nutzt, soll mit einer Benachrichtigung von der Änderung in Kenntnis gesetzt werden. Facebook will so seine eigene Suche innerhalb des Netzes verbessern. Profilfoto und Basisinformationen werden so für jedermann sichtbar.

Auslöser für den Immobilienfischzug war nach Angaben der Mercury News ein Hinweis, eines der Häuser in Palo Alto sei Ziel eines Immobilienentwicklers geworden, der es kaufen und durch ein größeres Gebäude mit teuren Wohnungen ersetzen wollte. Das Verkaufsargument für einen dann wahrscheinlich astronomischen Verkaufspreis wäre gewesen: „Nachbar: Mark Zuckerberg“. So mancher Superreicher hätte wohl ein Vermögen gegeben, um Abends im Garten beim Grillen mal eben ein freundliches „Hallo, Mark“ über den Zaun werfen zu können und ihn zur Housewarmingparty einzuladen.

Das gefiel dem 29-jährigen Multimilliardär wohl gar nicht. Er hatte sein sieben Millionen Dollar Anwesen in Laufweite des Facebook-Hauptquartiers 2011 gekauft und das erste Nachbarhaus dem Bericht zufolge Ende 2012. Öffentliche Dokumente belegen einen Verkauf an eine Investmentgesellschaft Namens Iconiq Capital, das Teile von Zuckerbergs 19 Mrd. Dollar-Vermögens verwalten soll. Im vergangenen Monat wurden dann die drei restlichen erworben, eines davon alleine für angeblich 14 Mio. Dollar.

Einen Versailles-ähnlichen Prunkbau will der Studienabbrecher und Super-Unternehmer allerdings wohl nicht bauen. Jedenfalls derzeit nicht. Den Informationen zufolge hat er die aufgekauften Immobilien an die ursprünglichen Besitzer zurückvermietet. Das dürfte wahrscheinlich dazu beigetragen haben, deren Verkaufsentscheidungen zu erleichtern. Sie haben jetzt den Nachbarn Mark Zuckerberg und genügend Bargeld obendrein.

Der Trend zur Isolation ist nicht neu in der Welt der High-Tech-Milliardäre. Die Zeiten sind vorbei, wo man abends auf der Straße vor seinem Haus mal so einem Steve Jobs begegnen konnte. Zwischen 1994 und 2004 hat etwa der reichste Mann der Welt, Bill Gates, in aller Stille elf Häuser und Grundstücke rund um sein Super-Anwesen gekauft, das er 1997 bezogen hat. Ziel war hier ebenfalls nur größtmögliche Privatsphäre. Laut Seattle Times sind die Luxusanwesen in Medina nahe Seattle heute alle bewohnt, teilweise von Familien von Microsoft-Mitarbeitern.

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