27.05.2013, 15:39 Uhr | 0 |

"Mr. Gründungszuschuss" spricht Tacheles Kritik am „Investitionszuschuss Wagniskapital“

Gründercoach, Berater und Buchautor Andreas Lutz (Foto), der sich selbst auch „Mr. Gründungszuschuss“ nennt, übt scharfe Kritik am „Investitionszuschuss Wagniskapital“, dem Unterstützungsprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums für informelle Wagnisfinanzierer.

Andreas Lutz
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Andreas Lutz: "Das Programm lädt zum Mißbrauch ein."

Foto: Lutz

In seinem Newsletter schreibt der Experte:

„Während die Regierung bei Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit nach und nach jede Unterstützung streicht, verschenkt sie am anderen Ende das Geld mit offenen Händen: Am 15. Mai startete sie das Programm ,Investitionszuschuss Wagniskapital‘.“ Das Programm erläutert der Münchener so: „Private Investoren, die sich an ,innovativen Unternehmen‘ mit mindestens 10.000 Euro, maximal 250.000 Euro pro Jahr beteiligen, erhalten 20% dieser Investition vom Staat zurück. Voraussetzung ist, dass sie drei Jahre investiert bleiben.“ Kommentierend schreibt Lutz, der auch Vorstandschef des jungen Verbands der Gründer und Selbständigen Deutschland (VGSD) ist: „Dies entspricht einer zusätzlichen Verzinsung der Einlage von fast 8% pro Jahr.“

Lutz zweifelt an den Programmkonditionen. Er schreibt: „Indirekt sollen durch das Mehr an Wagniskaptial auch ,Start-ups‘ profitieren – Start-ups in Anführungszeichen, denn die Unternehmen, an denen die Beteiligung erfolgt, dürfen zum Zeitpunkt der Beteiligung bereits bis zu zehn Jahre alt sein, 50 Vollzeit-Mitarbeiter beschäftigen und 10 Mio. Euro Umsatz erzielen! Um die Zugehörigkeit zu einer innovativen Branche nachzuweisen, genügt die entsprechende Angabe im Handelsregistereintrag. Auch das Unternehmen, an dem die Beteiligung erfolgt, muss nicht in Deutschland sitzen und Arbeitplätze schaffen: Eine Filiale genügt, wenn sich der Hauptsitz im EU-Ausland befindet.“

Lutz schließt seine Kritik mit markigen Worten: „Das Programm lädt zum Mißbrauch ein. Das Geld wird eher in etablierte, risikoarme Unternehmen fließen, als in echte Start-ups. Und warum Subventionen bei Gründungen aus der Arbeitslosigkeit und kleinen Unternehmen etwas schlechtes sind, bei privaten Investoren aber notwendig, darauf hätte ich gerne eine Antwort von Herrn Rösler. Die Stimmen der Business Angels hat die FDP jetzt auf jeden Fall sicher. Ob das für die 5-Prozent-Hürde ausreicht?“

Weitere Details zur Kritik des Machers von gruendungszuschuss.de können im Internet nachgelesen werden. (sta)

http://www.gruendungszuschuss.de/gruendungsfoerderung/gruendungszuschuss/news/blog/roesler-schenkt-startup-investoren-20-prozent.html

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Von Stefan Asche
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