25.03.2014, 12:00 Uhr | 0 |

Mega Ltd. „Kim Dotcom“ plant Millionen-Börsengang

Der als „Kim Dotcom“ bekannte und von der US-Justiz verfolgte Internet-Unternehmer Kim Schmitz plant in Neuseeland einen millionenschweren Börsengang. Der gebürtige Kieler kündigte am Dienstag den Handel mit Aktien seiner Speicherdienst-Firma „Mega“ ab Ende Mai an, die mit 180 Mio. $ bewertet sein soll.

Kim Dotcom
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Kein Mann der leisen Töne: Der gewichtige Kim Dotcom (links) will mit seinem umstrittenen Unternehmen Mega an die Börse.

Foto: Wikipedia

Der zwei Meter große und drei Zentner schwere Schmitz, einst eine der schillerndsten Figuren der deutschen Internet-Szene, ist in Neuseeland gegen Kaution auf freiem Fuß. Er wehrt sich seit Jahren gegen eine Auslieferung in die USA. Ihm wird vorgeworfen, mit der Tauschbörse „Megaupload“ die Film- und Musik-Branche um eine halbe Milliarde Dollar geschädigt zu haben.

Für das neue Vorhaben soll die Börsen-Hülle der zuletzt nicht aktiven Firma TRS genutzt werden. In ihr soll die 2013 von Schmitz und Mitstreitern gegründete Mega Ltd aufgehen, die den Angaben zufolge sieben Millionen Nutzer hat. Mega soll 99% an TRS halten, 700 Mio. neue Aktien sollen zu je 30 neuseeländischen Cent (etwa 20 Euro-Cent) ausgegeben werden.

Ob Schmitz an die USA ausgeliefert wird, hängt vom Ausgang des Verfahrens in Neuseeland ab. Die Film- und Musik-Industrie verfolgt den Fall genau. Sollte Schmitz freikommen, könnte das dazu führen, dass die Branche ihren Online-Vertrieb überdenken muss. In dem Verfahren war Schmitz zuletzt aber eher in die Defensive geraten. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Haft. Schmitz hat stets argumentiert, legal gehandelt zu haben. Seine Anwälte verglichen Megaupload mit Diensten wie YouTube. Die 2012 geschlossene Börse war mit 150 Mio. Nutzern einer der weltgrößten Umschlagplätze für Raubkopien der Film- und Musikbranche.

Schmitz hatte ab Mitte der 1990er Jahre in der Internet-Szene mitgemischt und stand für einen ausschweifenden Lebensstil. So feierte er eine einwöchige Mega-Party auf einer Yacht am Rande eines Formel-1-Rennens in Monaco. Dorthin gefahren war er mit einem Konvoi gemieteter Ferraris. Aufsehenerregend waren auch seine Geschäfte: So kaufte er 2001 Aktien des insolventen Internet-Händlers Letsbuyit.com, trieb den Kurs mit einer Investitionszusage nach oben und verkaufte die Papiere mit einer Million Euro Gewinn. Er flüchtete nach Thailand, wurde gefasst und ausgeliefert. In München wurde er 2002 wegen Insiderhandels auf Bewährung verurteilt, 2003 kam ein Schuldspruch wegen Untreue hinzu. Jahre später tauchte er in Neuseeland wieder auf, wo er mit seiner Familie eine Millionen-Villa bezog.

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