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18.08.2012, 14:28 Uhr | 0 |

Markttrends Innovations­finanzierung in Gefahr?

Der Wirtschaftsverband der Biotechnologie­branche, BIO Deutschland e.V., fordert in einer Stellungnahme das Bundesfinanzministerium dazu auf, die Investitionen in Innovationen auch über die Verwalter alternativer Investmentfonds (AIF) zu erlauben. Der Verband zielt damit ab auf einen Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie 2011/61/EU bzw. auf das AIFM-Umsetzungsgesetz – AIFM-UmsG.

BIO Deutschland schreibt in einer Pressemitteilung: "Der Ministeriumsentwurf des AIFM-UmsG schließt derzeit Investitionen in Unternehmen auf dem Weg eines direkten Investments von geschlossenen Publikums-AIF aus. Zulässig ist lediglich die Investition in Form des sogenannten doppelstöckigen Erwerbs bzw. über Dachfonds. Damit wird ein wesentlicher Bestandteil eines funktionierenden Systems, das für Deutschland eine der letzten Quellen von Eigenkapital für private Forschung und Entwicklung (F&E) darstellt, ohne Not verboten."
BIO Deutschland schlägt daher vor, "dass direkte Unternehmensbeteiligungen an innovativen, kleinen und mittleren Unternehmen (iKMU) in den Katalog der Vermögensgegenstände des Artikel 1 § 225 Abs. 1 AIFM-UmsG aufgenommen werden und diese Investments zur Vermeidung großer Risiken für Privatanleger auf maximal 15% von deren liquiden Vermögen begrenzt werden beziehungsweise dies in den Beratungsgespräch explizit als staatlich vorgesehene Grenze vermittelt werden muss."
Der Anteil kontinuierlicher F&E in KMU ist laut BIO Deutschland ein wichtiger Indikator für die Zukunftsfähigkeit einer Volkswirtschaft: "Die Entwicklung von Spitzentechnologien ist aufgrund des inhärenten F&E-Risikos nahezu ausschließlich durch Beteiligungskapital möglich, da gerade iKMU kaum Zugang zu Fremdkapital haben. Die international bewährten Modelle zur Förderung der jungen, innovativen Unternehmen durch Eigenkapital werden in Deutschland in keiner Weise unterstützt, sondern durch Rechtsunsicherheiten und insoweit verfehlte (steuer-)rechtliche Regelungen behindert. Dies hat zum weitgehenden Rückzug klassischer Venture Capital-Geber aus Deutschland geführt. Die dadurch entstandene Lücke wird neben privater Großinvestoren, wie den sogenannten Family Offices, zunehmend durch alternative, auf Publikumsfonds gestützte Finanzierungen gefüllt."
Die beim Bundesfinanzministerium eingereichte Stellungnahme von BIO Deutschland steht im Internet zur Verfügung. (sta)
http://www.biodeutschland.org/positionspapiere.html

Von Stefan Asche | Präsentiert von VDI Logo
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