10.06.2014, 12:00 Uhr | 0 |

Trend In Griechenland erwacht eine Tech-Start-up-Szene

In Griechenland wächst die Zahl der Technologie-Start-ups – wenn auch auf niedrigem Niveau. Nach Angeben Förderorganisation Endeavor Greece erblickten im vergangenen Jahr insgesamt 114 junge Technologiefirmen das Licht der Welt. 2010 seien es nur 16 gewesen – landesweit. Das in die einschlägigen Start-ups investierte Geld stieg von nur 500.000 Euro vor drei Jahren auf zuletzt 42 Mio. Euro. In Athen und anderen großen griechischen Städten entstehen immer mehr Start-up-Inkubatoren.

Die aufstrebende Tech-Szene wird durch die Gründung von vier neuen Wagniskapitalfonds unterstützt: Openfund, Odyssey, First Athens und PJ Tech Catalyst. Bis zu 70% des Geldes aus diesen vier Fonds kommt aus Mitteln der Europäischen Kommission und der Europäischen Investitionsbank (EIB) für kleine Unternehmen.

Eine Handvoll Start-ups wie Taxibeat, eine Taxiruf-App Ähnlich Mytaxi auf dem Smartphone oder Workable, Hersteller einer Personalbeschaffungssoftware, sind dabei auch im Ausland erfolgreich. Dutzende weitere wachsen stetig, darunter der Online-Jachtvermieter Incrediblue und Fashinating.com, einem Portal für Echtzeitinformationen über den Textilhandel.

Allerdings ist das Internet in Griechenland immer noch weniger stark verbreitet als anderswo in Europa: Nur 58% der Bevölkerung haben laut internetlivestats.com Zugang zum Netz. Unter den europäischen Ländern haben nur Bulgarien und Malta eine niedrigere Quote.

In einem Land, in dem die Aussicht auf einen lebenslangen sicheren Job im öffentlichen Dienst oder der Platz im alteingesessenen Familienbetrieb häufig zusammen mit der griechischen Wirtschaft verblasst ist, stellt die Szene der Hightech-Start-ups eine mögliche Alternative angesichts der extrem hohen Arbeitslosigkeit und den schlechten Aussichten auf einen vernünftigen Job dar. Nach Angaben der nationalen Statistikbehörde sind 58,4 Prozent der Griechen im Alter zwischen 15 und 24 arbeitslos. In der Gruppe der 25 bis 34-jÄhrigen liegt die Arbeitslosigkeit bei 35,5 Prozent.

„Der Start-up-Boom musste einfach kommen“, sagt Taxibeat-Gründer Nikos Drandakis. „Vor der Krise waren wir zufrieden mit dem, was wir hatten - egal, ob es ein Job im öffentlichen Dienst war, ein gutes Gehalt oder sogar die gute Pension unserer Eltern. Wenn man all das verliert, kommt die innovative und kreative Seite von einem zum Vorschein.“

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