11.06.2015, 12:00 Uhr | 0 |

Bitkom-Studie IT-Start-ups benötigen im Schnitt 2,5 Mio. Euro

Die große Mehrheit der IT- und Internet-Start-ups in Deutschland ist in den kommenden zwei Jahren auf frisches Kapital angewiesen. Nur rund jeder fünfte Gründer (21%) geht davon aus, dass er keinen weiteren Finanzierungsbedarf hat, zwei Drittel (65%) wissen dagegen bereits genau, wie viel Geld sie benötigen. Mehr als die Hälfte von ihnen (54%) möchte mehr als 1 Mio. Euro einsammeln, jedes fünfte Start-up (22%) mindestens 3 Mio. Euro und 5% brauchen sogar mehr als 10 Mio. Euro. Im Durchschnitt beträgt der Finanzierungsbedarf 2,5 Mio. Euro innerhalb von zwei Jahren. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 200 Start-up-Gründern.

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Wie viel Geld brauchen deutsche IT- und Internet-Start-ups in den kommenden zwei Jahren? Der Bitkom hat nachgerechnet. Ergebnis: 2,5 Mio. Euro.

Foto: PantherMedia/Syda Productions

„Die Wachstumsfinanzierung bleibt die größte Herausforderung für Start-ups in Deutschland“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. „Gerade bei Beträgen über 1 Mio. Euro haben es deutsche Gründer immer noch sehr schwer, an Geld zu kommen. Statt selbst zu wachsen und das Start-up zum internationalen Erfolg zu führen, steht am Ende noch zu oft der frühe Verkauf.“

Drei Viertel der Gründer (73%) sind zuversichtlich, dass sie die benötigte Summe zusammenbekommen werden. Dabei sind die Gründer in Berlin, Hamburg (je 79%) und München (77%) deutlich optimistischer als Gründer außerhalb der Start-up-Metropolen, etwa in Baden-Württemberg (58%) und Nordrhein-Westfalen (53%). Den größten Kapitalbedarf haben Start-ups aus Berlin, die im Durchschnitt 3,3 Mio. Euro benötigen. Gründer in Hamburg brauchen mit 2,9 Mio. Euro ebenfalls etwas mehr Geld als im Bundesdurchschnitt. Mit geringeren Summen kommen Gründungen in Nordrhein-Westfalen (2,2 Mio. Euro) sowie in München (1,4 Mio. Euro) aus. „Start-ups in Berlin sind stark international geprägt und häufig auch auf internationale Märkte ausgerichtet. Wachstum über die nationalen Grenzen hinaus braucht zusätzliche Mittel“, so Rohleder.

Bei der Finanzierung kommt für viele Start-up-Gründer in Deutschland auch wieder ein Börsengang in Frage. Mehr als jeder vierte Gründer (28%) hält einen Börsengang für das eigene Start-up in Zukunft für denkbar. Für jeden Zweiten (49%) ist das aktuell zwar noch kein Thema, aber nur 13% schließen den Gang aufs Börsen-Parkett völlig aus. „Mehr Gründer haben mit ihrem Start-up ambitionierte Ziele, dafür sind entsprechende Finanzmittel notwendig. Bitkom begrüßt die Pläne der Deutschen Börse, mit ihrem neuen Programm Deutsche Börse Venture Network, Investoren und Gründer zusammenzubringen und Finanzierungsrunden bis 100 Mio. Euro zu ermöglichen“, so Rohleder.

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research durchgeführt hat. Dabei wurden 227 Gründer von IT- und Internet-Start-ups in Deutschland befragt.

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