25.03.2014, 12:00 Uhr | 0 |

Virtuelle Realität Facebook kauft erstmals Hardware-Unternehmen

Wenige Wochen nach der 19 Mrd. Dollar teuren Übernahme von WhatsApp geht Facebook wieder auf Einkaufstour: Konzernchef Mark Zuckerberg gibt 2 Mrd. Dollar aus, um das Start-up Oculus VR zu übernehmen. Das vor zwei Jahren gegründete Unternehmen stellt Datenbrillen her, mit denen Nutzer bei Computerspielen in eine virtuelle Realität eintauchen können. Viele Experten rechnen damit, dass solche tragbaren Geräte nach Smartphone und Tablet-PC zum nächsten Innovationsschub in der Branche werden.

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Die Datenbrille "Rift" von Oculus gaukelt dem Benutzer über zwei kleine, getrennte Bildschirme eine 3D-Umgebung vor, die sich entsprechend der Kopfbewegungen verändert.

Foto: Wikipedia

„Wir gehen eine langfristige Wette ein, dass eine umfassende, virtuelle und erweiterte Realität ein Teil des Alltags der Menschen wird“, sagte Zuckerberg am Dienstagabend. In der Vergangenheit war dem 29-Jährigen vorgeworfen worden, er habe verschlafen, dass immer mehr Internetnutzer auf ihr Smartphone setzen und den PC ausgeschaltet lassen. Mit der Übernahme von Oculus VR steigt das weltgrößte soziale Netz erstmals in ein Hardware-Unternehmen ein. Wie Facebook mitteilte, werden 400 Mio. Dollar in bar sowie 23,1 Mio. Facebook-Aktien für die Übernahme fällig.

Oculus VR hat bislang kein serienreifes Produkt auf den Markt gebracht. Das Unternehmen hat jedoch mehr als 40.000 Entwickler-Versionen seiner Computerbrille „Rift“ verkauft und mit der Technologie großes Interesse der Fachpresse auf sich gezogen. Die Datenbrille gaukelt dem Benutzer über zwei kleine, getrennte Bildschirme eine 3D-Umgebung vor, die sich entsprechend der Kopfbewegungen verändert. Während das Gerät mit dem Aussehen einer überdimensionierten Skibrille zuerst vor allem für Spiele verwendet werden dürfte, hofft das Unternehmen auch in anderen Bereichen auf den Durchbruch einer virtuell geschaffenen Realität.

Auch andere Konzerne befassen sich mit der Technologie. Google kündigte am Dienstag eine Kooperation mit dem Ray-Ban-Sonnenbrillenhersteller Luxottica an, um seine Computerbrille attraktiver zu machen. Die neuen Brillen auf Basis der Google-Glass-Technik sollen 2015 auf den Markt kommen. Über eine drahtlose Verbindung mit dem Smartphone kann die Datenbrille Videos aufnehmen, sowie E-Mails und andere Inhalte aus dem Internet darstellen.

Sony stellte in der vergangenen Woche einen Prototypen einer Datenbrille mit Namen „Project Morpheus“ vor. Weder Oculus VR noch Sony haben bislang ein Datum zur Markteinführung genannt.

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Von rtr | Präsentiert von VDI Logo
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