07.01.2015, 12:00 Uhr | 0 |

IPO-Jahr 2014 Boom auf den Weltbörsen hält an

Der weltweite Markt für Börsengänge (Initial Public Offerings, kurz IPOs) bleibt auf Wachstumskurs: 2014 wagten weltweit gut 1.200 Unternehmen (+35%) den Sprung aufs Parkett und erlösten dabei über 257 Mrd. Dollar – 50% mehr als im Vorjahr.

Börsenrun
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2014 wagten weltweit gut 1200 Unternehmen (+35%) den Sprung aufs Parkett und erlösten dabei über 257 Mrd. Dollar – 50% mehr als im Vorjahr.

Foto: istockphoto

Der mit weiten Abstand größte IPO war Alibaba mit einem Volumen von 25 Mrd. Dollar, gefolgt von der National Commercial Bank aus Saudi Arabien, deren IPO 6 Mrd. Dollar einbrachte.

Mit 521 IPOs fand fast jeder zweite Börsengang in diesem Jahr in Asien  statt – die Zahl der IPOs an asiatischen Börsen stieg damit im Vergleich zum Vorjahr um 43%. Weltweit am stärksten legte allerdings der europäische IPO-Markt zu: Hier stieg die Zahl der Börsengänge um 63% von 159 auf 259. Das Emissionsvolumen an Europas Börsen hat sich sogar verdoppelt: von 31 auf 62 Mrd. Dollar.

Nach wie vor liegen aber die USA beim Emissionsvolumen vorn: Bei 288 Börsengängen (+27%) wurden insgesamt 95 Mrd. Dollar erlöst – ein Zuwachs um 54% gegenüber dem Vorjahr.

Das sind Ergebnisse des aktuellen weltweiten IPO-Barometers des Prüfungs- und Beratungsunternehmens EY (Ernst & Young).

„Trotz der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit und obwohl sich die Weltwirtschaft weniger dynamisch entwickelte als erwartet, konnten alle großen Börsenplätze in diesem Jahr starke Zuwächse verzeichnen“, fasst Martin Steinbach, Leiter des Bereichs IPO and Listing Services bei EY, zusammen. „Gestützt wird der Markt nach wie vor von der Niedrigzinspolitik der Notenbanken, hohen Bewertungsniveaus, einer insgesamt relativ geringen Volatilität und Bond Yields auf historisch niedrigem Niveau“, beobachtet Steinbach.

Zwar war das vierte Quartal des Jahres mit weltweit 336 Börsengängen das stärkste im Jahr 2014, jedoch blieben die Zahl und das Volumen (69 Mrd. Dollar) der IPOs unter den Erwartungen.

In Europa stieg die Zahl der Börsengänge im Gesamtjahr um 63% von 159 auf 259, das Emissionsvolumen wuchs sogar um 102% von 30,8 auf 62,2 Mrd. Euro.

Der größte Börsengang in Europa war das IPO der NN Group, der Versicherungssparte des Finanzkonzerns ING mit einem Emissionsvolumen von 2,4 Mrd. Dollar, vor dem IPO des britischen Verkehrsclubs AA, der 2,36 Mrd. Dollar einbrachte. An dritter Stelle rangiert der Börsengang des luxemburgischen Kabelbetreibers Altice (2 Mrd. Dollar). Das IPO von Rocket Internet war mit 1,8 Mrd. Dollar (1,4 Mrd. Euro) der fünftgrößte Börsengang in diesem Jahr in Europa.

Den Löwenanteil des europäischen IPO-Geschehens sicherte sich abermals die Londoner Börse: Mit 112 (Vorjahr: 73) Börsengängen entfielen 43% aller europäischen IPOs auf das Vereinigte Königreich.

Auch der deutsche Primärmarkt legte gegenüber dem Vorjahr zu. Mit den Neuemissionen von Braas Monier, Stabilus, SLM Solutions, Zalando, Rocket Internet, TLG und Hella feierten insgesamt sieben deutsche Unternehmen in Frankfurt ihr Börsendebüt. Hinzu kamen vier Börsengänge ausländischer Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse. Insgesamt brachten diese 11 Neuemissionen des Jahres 3,4 Mrd. Euro an Platzierungsvolumen – ein Anstieg um gut ein Drittel gegenüber 2013, als bei fünf IPOs (im engeren Sinne) insgesamt 2,49 Mrd. Euro erlöst wurden. Gemessen am Emissionsvolumen ist 2014 damit das stärkste IPO-Jahr seit 2007, als ein Emissionsvolumen von insgesamt 7,85 Mrd. Euro erreicht worden war.

Zudem steigt die Zahl deutscher Unternehmen, die sich für einen Börsengang im Ausland entscheiden. Im laufenden Jahr gab es mit Voxeljet, Orion, Innocoll und Probiodrug mit einem US-Listing und Affimed an der Euronext bereits fünf derartige Transaktionen – primär von Unternehmen aus dem Technologiesektor. Somit haben im Jahr 2014 insgesamt zwölf deutsche Unternehmen in Deutschland oder im Ausland den Sprung aufs Parkett gewagt.

Insgesamt fällt die Jahresbilanz für den deutschen Markt damit allerdings weniger stark aus als noch im Herbst erwartet, als sich mit den prominenten Börsengängen von Zalando und Rocket Internet die Erwartung verband, als Eisbrecher für Technologiewerte zu fungieren. Aber ein eingetrübtes Kapitalmarktumfeld, vorübergehend sinkende Börsennotierungen und die zunehmende Sorge vor einer konjunkturellen Eintrübung verhinderten den erhofften starken Jahresausklang.

Haupttreiber des weltweiten IPO-Marktes waren im abgelaufenen Jahr wieder Finanzinvestoren, die die guten Bewertungen nutzten, um sich von Beteiligungen zu trennen, die sie während des Wirtschaftsbooms 2006-07 erworben hatten: 2014 brachten Finanzinvestoren weltweit 328 Unternehmen an die Börse (2013: 249), das Emissionsvolumen dieser Transaktionen betrug insgesamt 124 Mrd. Dollar – nach 67 Mrd. Dollar im Vorjahr. Offenbar hat die Exit-Option IPO für Finanzinvestoren deutlich an Attraktivität gewonnen: Diese liegt in Europa mit 20% der Exit-Transaktionsvolumina  auf einem 10-Jahres-Rekordniveau (M&A: 66%, Trade Sale: 14%).

http://www.de.ey.com

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