15.04.2013, 15:37 Uhr | 0 |

Branchenbilanz Bayerns Biotechs legen bei Umsatz und Beschäftigung zu

Zum siebten Mal hat die BioM Biotech Cluster Development GmbH im Auftrag des bayerischen Wirtschaftministeriums den Jahres-Report des Bayerischen Biotechnologie-Clusters mit Daten und Fakten des Jahres 2012 zusammengestellt.

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Foto: Merck

Grundlage der Daten sind die Ergebnisse einer Firmenbefragung bei über 300 Life-Science-Unternehmen (Biotechnologie, Pharma, CRO, Laborausstatter) im Freistaat Anfang 2013.In einem in finanzieller Hinsicht weiterhin schwierigen Umfeld hat sich die bayerische Biotechnologie-Branche sehr stabil gezeigt und weist insbesondere bei Beschäftigtenzahlen und Umsatz erfreulich positive Entwicklungen aus:

  • Die Biotechnologiefirmen haben insgesamt ihre Beschäftigtenzahlen um gut 4% ausgebaut: Die kleinen und mittelständischen Biotechnologieunternehmen alleine (KMU: 178 Firmen) beschäftigten nun über 4300 Mitarbeiter in Bayern. Seit 2006, dem ersten Jahr der bayernweiten Erhebung, hat dieser Sektor damit ein Beschäftigtenplus von über 40% vorzuweisen.
  • Mit 16 zum Teil internationalen Neuansiedlungen bzw. Firmengründungen (10 von diesen 16) zeigt Bayern seine Attraktivität und belegt gute Rahmenbedingungen für die Unternehmensgründung. In ganz Bayern arbeiten nun fast 340 Unternehmen im Bereich Biotechnologie und Pharma. Die gesamte Branche bietet über 26.000 Beschäftigten einen Arbeitsplatz.
  • Die Umsätze der bayerischen Biotech-KMU konnten das Niveau von 2011 nochmals leicht überspringen und erreichten mit über 525 Mio. Euro einen neuen Höchststand (+ ca. 2% im Vergleich zu 2011).
  • Trotz des neuerlich geringen Anteils an externen Finanzierungsquellen, schaffen die bayerischen Biotechnologieunternehmen einen mehrjährigen stabilen Aufwärtstrend, kontinuierlichen Anstieg bei Beschäftigten und Umsätzen und Verbesserung der internationalen Wettbewerbsposition.

Die Produktentwicklung hat eine grundsolide Basis: Die mehrheitlich in der Medikamentenentwicklung tätigen bayerischen Unternehmen haben – trotz einiger Rückschläge – in einigen Phasen des Zulassungsprozesses für neue Medikamente erfreuliche Fortschritte erzielen können. So werden derzeit die Medikamentenkandidaten bayerischer Biotech-KMU in über 60 klinischen Studien weltweit getestet. Zusätzlich befinden sich gut 60 Kandidaten in der präklinischen Forschung – für stetigen Nachschub ist also gesorgt.Der Kauf der Münchner Firma Micromet durch den US-Biotech-Giganten Amgen für rund 1,2 Milliarden US-Dollar im Frühjahr 2012 steht für das bisher größte derartige Akquisitions-Volumen in Deutschlands Biotech-Industrie.
Der Kauf der Martinsrieder Firma „Corimmun“ durch den Pharmariesen Johnson&Johnson im Sommer 2012 für einen dreistelligen Millionenbetrag stellte eine Besonderheit für eine so „junge Medikamentenfirma“ im Bereich der „personalisierten Medizin“ dar.
In beiden Fällen profitiert der Standort München/Bayern: Amgen baut den Münchner Standort damit zu einem der wenigen Forschungsstandorte außerhalb der USA aus. Die Gründer und Investoren von Corimmun sind bereits in einem neuen Unternehmen „wiedervereinigt“ und aktiv (AdvanceCOR).
Horst Domdey, Geschäftsführer der BioM, Sprecher des Bayerischen Biotechnologie Cluster, meint dazu: „Innovation ist ein Risiko. Dass es hier Rückschläge gibt, ist kein Wunder. Für den Standort und die ganze bisherige Entwicklungsgeschichte der bayerischen Biotechnologie sprechen jedoch die nachhaltigen Erfolge: mehr Beschäftigte, mehr privatwirtschaftliche Investitionen, mehr internationale Anerkennung – und auch mehr Firmengründungen, die wieder eine neue Dynamik mit sich bringen.“
Der komplette Jahresreport 2012 steht im Internet. http://www.bio-m.org („Publikationen“)

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