09.09.2014, 12:00 Uhr | 0 |

Finanzierung BAND kritisiert Crowdfunding-Regulierung

Das Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) warnt vor den Folgen der vorgesehenen Crowdfunding-Regulierung. Die einschlägigen Passagen Kleinanlegerschutzgesetzes könnten sich negativ auf die gesamte Wertschöpfungskette bei der Finanzierung von Start-ups auswirken.

Eine Regulierung sollte nach Ansicht von BAND die Entwicklung von Crowdinvesting zu einem vollwertigen Mitglied der „Investorengemeinschaft“ nicht verhindern. Es gehe darum, private Mittel, natürlich unter Beachtung des Anlegerschutzes, in die für die Zukunft unserer Volkswirtschaft so wichtigen Unternehmensgründungen zu lenken. Deutschland habe hier gegenüber anderen Ländern einen enormen Nachholbedarf.

Crowdfunding in seiner jetzigen Form steht meist ganz am Anfang der Finanzierung von jungen Unternehmen. Zum Teil reicht der dadurch erlangte Finanzierungsbetrag aus, um im weiteren Unternehmensverlauf den Finanzierungsbedarf nun durch klassisches Fremdkapital (Bankkredite) decken zu können. Zum Teil jedoch ist es erforderlich, Eigenkapital-Finanzierungen entweder parallel oder anschließend einzuwerben. Dies sind in der Seed- und Start-up Phase im wesentlichen Business Angels Finanzierungen (ca. 650 Mio. Euro jährlich) und Venture-Capital-Fonds (ca. 590 Mio. Euro jährlich).

Die Rahmenbedingungen für Crowdfunding müssten, so BAND-Vorstand Roland Kirchhof, für beide Varianten passen. Entscheide sich das Unternehmen für die Ausfinanzierung über Crowdfunding, dann müsse es ausreichend Kapital einschließlich eines notwendigen Puffers einwerben können. Das geplante Maximalvolumen von 1 Mio Euro könne dann zu niedrig sein.

Als Investitionsformat empfiehlt BAND die „stille Beteiligungen“. Dabei könne sich die Crowd am ehesten als „Miteigentümer“ fühlen. Das lasse der Gesetzentwurf jedoch nicht zu.

Ganz anders sei die Sachlage, wenn weitere Investoren nach oder neben der Crowd eingeplant seien. Hier sei die stille Beteiligung als Anlagevehikel der Crowd ungeeignet, denn Business Angels und VC Fonds möchten es keineswegs mit einer „Crowd“ von Mitinvestoren zu tun haben, die als stille Gesellschafter immer dabei säßen. Sie werden deswegen nur investieren, wenn die Kleinanleger über ein Finanzierungsinstrument gewonnen wurden, das sehr darlehensnah ist, also z.B. die im Entwurf für die Crowd vorgesehenen Anlageformen des partiarischen Darlehens oder des Nachrangdarlehens.

Auch die Höchstgrenze von 10.000 Euro für Anleger im Crowdinvesting sei aus Sicht der Business Angels bedenklich. Zwar seien Business-Angel-Investments prinzipiell anderer Natur als Crowdfunding-Investments, wo der Anleger unternehmerisches Know-how nicht für das Start-up nutzbar machen könne, während genau dies für den Angel Investor kennzeichnend sei. Es kann aber für Business Angels durchaus Sinn machen, (zunächst) als Teil der Crowd zu investieren. Die Höchstgrenze von 10.000 Euro wird für sie dann häufig aber zu gering liegen. Angel Investoren können so schon einmal testen, wie der Markt auf das Produkt reagiert. In der anschließenden Finanzierungsrunde wird der Business Angel dann mit einem höheren Betrag finanzieren. Das größere Investment eines Business Angels innerhalb der Crowd liegt häufig auch im Interesse der anderen Investoren. Wenn ein Business Angel mit seiner unternehmerischen und Investitionserfahrung als Ankerinvestor mit einer größeren Summe finanziert, ist dies eine gute Orientierung für die weniger erfahrenen Kleinanleger.

Die einschränkenden Regelungen zum Crowdinvesting stehen nach Auffassung von BAND auch im Widerspruch zur „Digitalen Agenda“ der Bundesregierung. Auf Seite 14 der Agenda wird betont, dass die „Junge Digitale Wirtschaft“ unterstützt werden solle. Die genannten Regelungen führen jedoch dazu, dass Crowdfunding und Crowdinvesting als neue Formen der Finanzierung in ihrem Wirkungskreis eingeschränkt und behindert werden.

Die vollständige Stellungnahme von BAND zum Entwurf des Kleinanlegerschutzgesetzes steht im Internet.

http://www.business-angels.de/stellungnahme-von-business-angels-netzwerk-deutschland-e-v-band-zum-entwurf-eines-kleinanlegerschutzgesetzes/

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Von sta | Präsentiert von VDI Logo
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