18.09.2014, 12:00 Uhr | 0 |

Geschäftsmodell? Absurde Patente von der Wiesn

Jedes Jahr versetzen mehr als 6 Mio. Oktoberfest-Besucher München in den Ausnahmezustand. Doch obwohl das größte Volksfest der Welt gemeinhin mit Tradition und Folklore in Verbindung gebracht wird, hat sich rund um die Wiesn ein Wettstreit zwischen Erfindern um das innovativste Patent entwickelt. Doch so manche der so entstandenen Schutzrechte sind nicht nur originell, sondern auch höchst absurd. Die Munich Innovation Group, ein Unternehmen im Bereich der IP Vermarktung und Forschung, hat sich einige näher angesehen.

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Das ist eine „Kopfbedeckung, umfassend ein Anzeigesystem, das eine Mehrzahl von Informationselementen aufweist, die manuell von einem ersten, informationslosen Zustand in einen zweiten, informationsgebenden Zustand gebracht werden können, wobei das Anzeigesystem eine Zählvorrichtung darstellt.“ Sie zählt also die getrunkenen Maßkrüge - solange der Nutzer die Drehscheibe noch bedienen kann.

Foto: Munich Innovation Group

Nicht immer fällt das Warten leicht, vor allem in den letzten Wochen ist oftmals die Vorfreude auf das anstehende Ereignis groß. Abhilfe soll da das Schutzrecht „Vorrichtung zur Vorbereitung auf das Oktoberfest“ schaffen, welches 2006 unter der Nummer DE 202006002992 U1 angemeldet wurde. „Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für die im Vorfeld des Oktoberfests dahinschmachtenden, begeisterten Wiesn-Anhänger die letzte Zeit der Entbehrung vor dem herbeigesehnten Festbeginn etwas zu erleichtern.“ So beschreibt der Erfinder liebevoll sein Patent. In der Zusammenfassung heißt es etwas umständlich: „Vorrichtung mit einem ersten flächigen Element und einem über dem ersten flächigen Element angeordneten zweiten flächigen Element, wobei das zweite flächige Element aufklappbare Bereiche aufweist, so dass im aufgeklappten Zustand der aufklappbaren Bereiche freilegbare Abschnitte des ersten flächigen Elementes, die im nicht aufgeklappten Zustand der aufklappbaren Bereiche zumindest teilweise verdeckt sind, freigelegt werden und die aufklappbaren Bereiche zumindest teilweise mit in den September fallenden Datumsangaben in der Weise beschriftet sind, dass die Datumsangaben im nicht aufgeklappten Zustand der aufklappbaren Bereiche sichtbar sind.“ Ähnlichkeiten zu einem schnöden Adventskalender sind sicher rein zufällig.

Dass sich oftmals simple Dinge hinter komplizierten Beschreibungen eines Patents verstecken, zeigt auch die Erfindung „Kopfbedeckung, umfassend ein Anzeigesystem, das eine Mehrzahl von Informationselementen aufweist, die manuell von einem ersten, informationslosen Zustand in einen zweiten, informationsgebenden Zustand gebracht werden können, wobei das Anzeigesystem eine Zählvorrichtung darstellt.“ Bei der Erfindung handelt es sich bei genauer Betrachtung um einen Trachtenhut, der es ermöglicht, die Anzahl der getrunkenen Liter Bier mitzuzählen. (Schutzrecht DE 202010002270 U1)

Auch für die wenigen, die auf der Wiesn nicht wirklich Spaß haben, haben sich findige Erfinder eine Lösung ausgedacht: Das „künstliche Armpaar“, das „zur Aufmerksamkeitserregung und Äußerung positiver Stimmung“ dient, ist für das Oktoberfest auch in Tracht verfügbar. Auch wenn der Gast die Arme hängen lässt: Die künstlichen Arme, mit Gurten an der Schulter befestigt, ragen weiter stimmungsvoll gen Zelthimmel. (Schutzrecht DE 102011011353 A1)

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Von sta
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