22.04.2014, 12:00 Uhr | 0 |

IVZ heißt nun "Invest" Zuschuss für Start-up-Investoren wird ausgeweitet

Knapp ein Jahr nach der Einführung des Investitionszuschusses Wagniskapital (IVZ), mit dem der Staat jedem Start-up-Investor unter bestimmten Bedingungen ein Fünftel seiner Beteiligungssumme erstattet, hat jetzt das Bundeswirtschaftsministerium den Anwendungsbereich verbreitert. Mit dem Zuschuss, der jetzt „Invest – Zuschuss für Wagniskapital“ heißt, will der Bund die Finanzierungssituation für innovative Start-ups verbessern und mehr potenzielle Investoren dazu anregen, sich als Business Angels zu engagieren. Darauf macht das Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) aufmerksam.

Änderungen im Einzelnen: Die förderfähigen innovativen Branchen wurden um die Herstellung von technischen Textilien, die Oberflächenveredelung und Wärmebehandlung sowie die Medizin- und Zahnmedizintechnik erweitert. Alternativ zu den in der Liste genannten Branchen gilt ein Unternehmen außerdem auch dann als innovativ, wenn es ein Patent umsetzt oder in den letzten zwei Jahren eine öffentliche Förderung für ein Forschungs- oder Innovationsprojekt erhalten hat.

Gründer, die mittels einer Gründerholding gründen (Gründer-GmbH), sind von der Förderung nicht mehr ausgeschlossen.

Investoren mussten bisher als Einzelpersonen oder Ein-Mann-GmbH investieren. Künftig kann die GmbH bis zu vier Gesellschafter haben, wovon einer mindestens 50% halten muss.

Der Geschäftszweck der Investoren GmbH kann nun neben dem „Eingehen, Halten und Veräußern“ auch „Beratung oder Vermögensverwaltung“ sein.

Zudem hat die Bundesregierung angekündigt, den Zuschuss noch in diesem Jahr von Ertragssteuern zu befreien.

Nach Ansicht von BAND-Vorstand Roland Kirchhof ist die Erweiterung des Programms dringend erforderlich. Er verweist auf den Global Entrepreneurship Monitor 2012 (GEM). Demnach versuchten zum Zeitpunkt der Befragung 5,3% der erwachsenen Deutschen aktiv ein neues Unternehmen zu gründen (werdende Gründer) oder waren Inhaber und Geschäftsführer eines Unternehmens, das noch nicht älter als 3,5 Jahre war (Gründer junger Unternehmen). „Deutschland liegt damit unter 24 Industrieländern erst an 20. Stelle. In den Niederlanden und den USA ist diese Quote mehr als doppelt so hoch.“

BAND begrüßt diese Öffnung der Zuschussregelung, weil so marktüblichen Usancen entsprochen wird und mehr innovative Start-ups sich Hoffnung auf einen Investor machen können. Damit diese einen Investor finden können, hat BAND auf seiner Website (http://www.business-angels.de) ein Verzeichnis eingerichtet, in dem sich Start-ups mit einer Invest-Förderfähigkeitsbescheinigung auf der Suche nach einem Business Angel eintragen können. Auf der Website finden sich auch Details zum Zuschuss und zum Beantragungsverfahren beim Bafa, dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle in Eschborn. Für Invest stehen im Bundeshaushalt bis 2016 insgesamt 150 Mio. Euro bereit.

Anzeige
Von sta | Präsentiert von VDI Logo
Zur StartseiteZur Startseite
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden