29.09.2014, 12:00 Uhr | 0 |

Förderprogramme Kapital und Know-how für Musikgründer

Kassettenrekorder und Gitarre reichen schon lange nicht mehr. Wer die Revolution in der Musikbranche vorantreiben will, braucht Geld. Zum Glück gibt es Förderprogramme. Einige Beispiele.

Bundesförderung

In wenigen Branchen ist der Übergang von Hobby zu Beruf so fließend, wie in der Musikwirtschaft. Seit 2007 arbeitet die Initiative Musik GmbH daran, die Akteure und Strukturen der Branche zu professionalisieren. Dafür bekommt sie 2,5 Mio. Euro im Jahr vom Bund und je 200.000 Euro von den Rechteverwertern Gema und GVL. Seit Gründung hat sie bundesweit mehr als 900 Projekte gefördert. Bei der Initiative können Musiker, Agenturen, Produzenten und Konzertveranstalter bis zu 30.000 Euro und 40% der Projektkosten beantragen. Für Netzwerke, die vor Ort professionelle Strukturen für Bands und Musiker aufbauen, gibt es bis zu 100.000 Euro im Jahr (Förderanteil auch hier maximal 40% der Gesamtkosten).

http://www.initiative-musik.de

 

Förderatlas

In der Datenbank sind nach Bundesland und Förderbereich alle Finanz-, Dienst- und Sachleistungen verzeichnet, mit denen sich Musiker und Start-ups in der Musikwirtschaft fördern lassen können.

http://foerderer.initiative-musik.de/suchen.php

 

Music Works Accelerator in Hamburg

Ausgewählte Gründerteams können im betahaus Hamburg drei Monate lang ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln und erhalten bis zu 5000 Euro, um IT- und Beratungsleistungen einzukaufen. Zusätzlich bekommt jedes Team 3000 Euro für Workshops und Beratungen. Beim abschließenden Pitch winken 5000 Euro Siegprämie.

http://www.musicworks-hamburg.de

 

Musikhauptstadt Berlin

Schon über 1400 Firmen und 14.000 Beschäftigte sind in Berlins Musikbranche aktiv. Netzwerke wie die Berlin Music Comission oder All2gethernow, Events wie die Berlin Music Week, dazu die Konzert- und Clubszene sowie nicht zuletzt die Präsenz der Musikkonzerne Universal, Sony oder Viakom haben in der Stadt das perfekte Umfeld für Start-ups geschaffen.

Für die Zukunft plant der Senat einen Kreativcampus in den Gebäuden des Flughafens Tempelhof. Ohnehin finden Gründer in der ganzen Stadt verteilt Inkubatoren, Acceleratoren, Open Spaces sowie traditionelle Gründerzentren. Förderung in Form von Zuschüssen, Krediten und Bürgschaften gibt es beim Senat, wobei die Cluster-Entwicklung im Vordergrund steht – nicht das einzelne Start-up.

Konkret auf Gründer zugeschnitten sind die Coachings des landeseigenen Kreativ Coaching Center (KCC) und der Beteiligungsgesellschaft der Investitionsbank Berlin (IBB), die sich aus ihrem 30 Mio. Euro schweren VC-Fonds Kreativwirtschaft an Start-ups beteiligt. In der ersten Finanzierungsrunde investiert sie bis zu 1,5 Mio. Euro pro Projekt und stockt dann in weiteren Runden auf bis zu 3 Mio. Euro auf.

 

Klingendes Venture Capital

Auch private VC-Investoren sind in der Musikszene unterwegs. So hat DuMont Venture, die Beteiligungsgesellschaft des Verlags M. DuMont Schauberg, die Streaming-Dienste Simfy und Radio.de in ihrem Portfolio. Und das Berliner Soundcloud-Team konnten sich im März eine 60 Mio. Dollar Finanzierung der Institutional Venture Partners aus San Francisco sichern. Gerade der rasante Aufstieg von Streaming-Start-ups wie Deezer, Rdio oder Rara geht auf reichlich Venture Capital zurück. Allein Marktführer Spotify konnte sich seit Gründung in mehreren Runden 390 Mio. Euro sichern. Für die Investoren ein lohnendes Investment: Der aktuelle Wert des Streaming-Anbieters wird auf fast 3 Mrd. Euro geschätzt.

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Von Peter Trechow | Präsentiert von VDI Logo
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