12.04.2013, 15:13 Uhr | 0 |

Finanzierung Fördergeldquellen für Hamburger Gründer

Kleinunternehmer haben es schwer, ihre Gründung und später den Unternehmensaufbau zu finanzieren. Wenn es an Eigenkapital fehlt, wird eine klassische Bankenfinanzierung auch bei bester Zahlungsmoral und tragfähigem Gründungs- und Entwicklungskonzept nur in seltenen Fällen gewährt.

Frau mit Geld
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Foto: Panther Media

Hierauf haben Hamburg und der Bund reagiert und eine Reihe von Förderprogrammen für die Gründungs- und Unternehmensfinanzierung von Kleinen und Kleinstunternehmen in der hansestadt aufgelegt. Die Lawaetz-Stiftung, eine der zentralen Einrichtungen in Sachen Existenzgründungs- und Finanzierungsberatung für kleine Gründungen in Hamburg, und die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) haben gerade einen kompakten Überblick über die aktuelle Finanzierungsförderung von Klein- und Kleinstgründungen in Hamburg zusammen gestellt.

Mit dem „Hamburger Kleinstkreditprogramm“ können Gründer Investitionen und Betriebsmitteln finanzieren. Das Programm richtet sich an Hamburger, die aus der Erwerbslosigkeit gründen oder von Erwerbslosigkeit bedroht sind und fachlich und persönlich die Voraussetzungen für eine selbstständige Tätigkeit mitbringen. Programmträger ist die BASFI, die die Rahmenbedingungen Anfang des Jahres noch verbessert hat: So wurde die max. Kreditsumme auf 17.500 Euro pro Gründer erhöht. Die Gelder können jetzt auch bis zwei Jahre nach der Gründung für den späteren Unternehmensausbau beantragt werden. Die Laufzeit beträgt max. fünf Jahre zzgl. einer tilgungsfreien Zeit von max. sechs Monaten. Bei Schaffung eines Arbeitsplatzes ist ein Teilerlass bis zu 3500 Euro ist möglich.

In Einzelfällen gewährt auch das JobCenter Leistungen zur Eingliederung Selbständiger nach § 16 SGB II, wenn das Gründungsvorhaben eines ALG II-Beziehers aussichtsreich erscheint. In der Regel sind das zinslose Darlehen bis 10.000 Euro, gelegentlich auch Zuschüsse bis 5000 Euro. Die Laufzeit wird individuell bemessen. Die Ratenhöhe beträgt mindestens 1% vom Darlehen. Die Anträge müssen beim zuständigen JobCenter in Hamburg gestellt werden.

Gründungsinteressierte Empfänger von ALG II können sich ebenfalls von der Lawaetz-Stiftung bei der Erstellung eines Businessplans beraten lassen.

Ein verzinsliches Darlehen für Existenzgründer (neben- und hauptberuflich) und Selbständige in der Wachstums- und Erweiterungsphase bietet der im Jahr 2010 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aufgelegte und von der GLS Bank getragene Mikrokredit. Beantragt werden können bis zu 10.000 Euro als Erstkredit und 15.000 Euro als Folgekredit. Die Laufzeit beträgt maximal 36 Monate. Es gibt keine tilgungsfreie Zeit.

Seit Oktober 2012 fördert Hamburg ausdrücklich Existenzgründungen von Meisterinnen und Meistern. Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI) hat das Programm Meisterlich gründen im Handwerk! aufgelegt und in die Hand der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt (WK) gelegt. Die Darlehenssumme liegt zwischen 10.000 Euro und 25.000 Euro. Die Laufzeit beträgt 66 Monate, in den ersten 6 Monaten kann eine Tilgungsfreistellung gewährt werden.

Für die Schaffung oder Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen gewährt die WK einen Teilerlass von 3.500 Euro je Arbeitsplatz und max. von 7.000 Euro.

Der ERP Gründerkredit – StartGeld, eins von mehreren Förderprogrammen der KfW Bankengruppe, richtet sich an natürliche Personen, Freiberufler und kleine Unternehmen mit max. 50 Beschäftigten. Beantragt werden können bis zu 100.000 Euro, zwei Teilfinanzierungen sind möglich. Die Laufzeit beträgt max. zehn Jahre, die Tilgungsfreiheit ein oder zwei Jahre. Die Antragstellung erfolgt über die Hausbank. Um den Banken die Vergabe auch an Gründer und Unternehmen mit geringem Eigenkapital zu erleichtern, übernimmt die KfW 80% des Kreditausfallrisikos.

Im Bereich der Projektfinanzierung für Künstler, Kreative und Erfinder ist im November 2011 die Plattform nordstarter.org der Hamburg Kreativ Gesellschaft online gegangen.

Für die Unternehmensfinanzierung mittels Crowd-Lendig steht in Hamburg die Plattform finmar.com in den Startlöchern. Unternehmen mit einem Kreditbedarf bis 25.000 Euro sollen dort künftig nach privaten Kreditgebern suchen. Nur wenn die benötigte Summe zusammen kommt, wird ein Vertrag mit den Kreditgebern geschlossen. Bei vergleichbaren Plattformen im Internet legen die Unternehmen den Zinssatz und Laufzeit fest.

Eine Übersicht der Finanzierungsprogramme steht auch im Internet.

http://www.existenzgruendung-lawaetz.de („Finanzierung“).

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Von Stefan Asche
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