07.07.2015, 12:00 Uhr | 0 |

Finanzierung Evonik investiert in „Nano by Nature“ von Jenacell

Evonik hat sich über seinen Venture Capital Arm zum ersten Mal an einem jungen Technologieunternehmen in Deutschland beteiligt. Der Konzern investierte in die JeNaCell GmbH, und hält nun einen Minderheitsanteil an dem Spin-off der Friedrich-Schiller-Universität Jena. JeNaCell ist Spezialist für biotechnologisch gewonnene Nanozellulose und verfügt über ein in diesem Bereich einzigartiges Produktionsverfahren. Über das Volumen der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

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Die Chemikerinnen Dana Kralisch und Nadine Heßler, Gründerinnen von Jenacell, lassen Bakterien für sich arbeiten. Sie haben ein Verfahren entwickelt, bei dem die Mikroorganismen die begehrte Nanozellulose wie am Fließband herstellen.

Foto: Jenacell

Nanozellulose ermöglicht unter anderem eine bessere Versorgung von Brandverletzungen sowie von chronischen Wunden. Grund dafür sind die speziellen Materialeigenschaften, bei denen sich die Vorzüge pflanzlicher Zellulose mit denen von nanostrukturierten Materialien verbinden. So ist Nanozellulose nicht nur besonders saugfähig, sondern auch extrem reißfest. Außerdem zeichnet sie sich durch eine hohe Bioverträglichkeit aus. Das Material ist angenehm auf der Haut, reguliert das Feuchtigkeitsniveau von Wunden, beschleunigt die Heilung, verringert die Narbenbildung und lässt sich schmerzfrei ablösen, da es nicht mit der Haut verklebt. Außerdem lässt sich Nanozellulose mit medizinischen und kosmetischen Wirkstoffen beladen, die im Lauf der Zeit kontrolliert an die Haut abgegeben werden. Die Produkteinführung ist für Ende 2015 geplant.

Nanocellulose lässt sich biotechnologisch mit Hilfe von Bakterien in einem Nährmedium herstellen. Die Mikroorganismen produzieren das Material quasi als Vlies auf der Oberfläche, um sich vor Austrocknung und anderen Gefahren zu schützen. Bislang ließ sich die Produktion nicht automatisieren. Sie erfolgte in ruhenden Kulturmedien, bei denen nach jeder Ernte die Fermentation neu anlaufen musste. JeNaCell verfügt nun über eine Technologie, mit der sich Nanozellulose automatisiert in einer Endlosschleife herstellen lässt. Dabei wird das Produkt kontinuierlich abgezogen, ohne die Fermentation zu stören. So lassen sich große Mengen des Materials herstellen und gleichzeitig die Kosten senken.

Die wissenschaftlichen Grundlagen für das Produktionsverfahren von JeNaCell wurden in intensiver Forschung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena gelegt. Das Unternehmen wurde 2012 von den dort tätigen Chemikerinnen Dana Kralisch und Nadine Heßler gegründet.

Die Investition von Evonik erfolgte im Rahmen einer Serie-A-Runde zusammen mit der bmt beteiligungsmanagement thüringen sowie der Sparkasse Jena. Weiterhin haben sich auch der Hightech-Gründerfonds (HTGF) und die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) beteiligt, die bereits die Seed-Finanzierung zur Verfügung gestellt hatten. Die Finanzmittel sollen unter anderem in den Auf- und Ausbau der Produktion am Standort Jena sowie in Vertrieb und Marketing fließen.

Evonik will im Rahmen seiner Venture Capital Aktivitäten insgesamt 100 Mio. Euro in vielversprechende Start-ups mit innovativen Technologien und in führende, spezialisierte Venture Capital Fonds investieren. Regionale Schwerpunkte sind Europa, die USA und Asien. Aktuell hält Evonik Beteiligungen an sechs Start-ups und drei Fonds.

http://venturing.evonik.com

http://www.jenacell.de

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