18.06.2015, 12:00 Uhr | 0 |

Finanzierung Evonik investiert in Einlegesohlen

Evonik hat sich an Wiivv Wearables Inc. (Vancouver, Kanada) beteiligt und einen Minderheitsanteil erworben. Die Investition erfolgte gemeinsam mit Formation 8, einem Finanzinvestor mit Sitz im Silicon Valley, und Real Ventures, dem größten und aktivsten Frühphaseninvestor in Kanada. Über das Volumen der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Wiivv wird ab Herbst 2015 mittels 3D-Druck biomechanisch optimierte Einlegesohlen produzieren, die an die spezifischen Bedürfnisse des jeweiligen Kunden angepasst sind.

Wiivv
Á

Die Gründer von Wiivv: Shamil Hargovan und Louis-Victor Jadavji.

Foto: Wiivv

Wiivv gehört zu den ersten Unternehmen, die den 3D-Druck für die individualisierte Massenproduktion einsetzen; bislang kommt 3D-Druck vor allem in der Fertigung von Prototypen und Kleinserien zum Einsatz. Im nächsten Schritt plant das Start-up, elektronische Sensoren in die Einlegesohlen zu integrieren, die es erlauben, laufend dynamische Daten aufzuzeichnen. Damit lassen sich Bewegungsabläufe etwa im Profisport optimieren sowie Bewegungsprofile erstellen, die zum Beispiel den Ermüdungsgrad von Produktionsmitarbeitern messen und vorhersagen können. Der weltweite Markt für Einlegesohlen hat geschätzt ein Volumen von rund 4 Mrd. Euro; in den USA wächst er derzeit zwischen 4% und 5% pro Jahr.

Zur Produktion verwendet Wiivv Polyamid 12 von Evonik im 3D-Druckverfahren SLS (Selektives Lasersintern). Evonik ist einer der weltweit führenden Anbieter von Polyamid 12 für den 3D-Druck.

„Das Geschäft von Wiivv passt damit sehr gut zu Evonik“, erläutert Bernhard Mohr, Leiter Venture Capital bei Evonik. „Durch unsere Beteiligung an Wiivv begleiten wir den Markteintritt eines der ersten individualisierten Massenprodukte, die mit 3D-Druck gefertigt werden. Außerdem erhält Evonik Zugang zum hochinnovativen Wachstumsmarkt der sogenannten Wearables, also Elektronik, die am Körper getragen wird.“

Möglich werden die großen Stückzahlen im 3D-Druck durch eine spezielle Software, die Wiivv in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus dem Bereich Biomechanik entwickelt hat. Diese Software übersetzt anhand von Fotos die individuellen Eigenschaften eines Fußes in die 3-dimensionale Form der biomechanisch optimierten Einlegesohle und verwandelt sie in Druckdaten, die der 3D-Drucker sofort verarbeiten kann. Wiivv produziert derzeit in einer eigenen Produktionsstätte und verfügt über ein modernes Forschungslabor in San Diego (Kalifornien, USA).

Die Innovation von Wiivv erlaubt es, die Zeit, die bisher für Design und Entwicklung von druckbaren 3D-Modellen benötigt wird, von mehreren Stunden auf Sekunden zu verringern. Bereits drei Fotos, die der Kunde per Mobiltelefon aufnimmt und an Wiivv überträgt, genügen, um die Druckdaten zu berechnen. Ein weiterer Vorteil: Das Start-up kann bei der Fertigung der individuellen Konsumgüter ein maschinelles 3-D-Druck-Verfahren nutzen – anstelle der bislang üblichen, sehr aufwändigen Handarbeit.

Evonik will im Rahmen seiner Venture Capital Aktivitäten insgesamt 100 Mio. Euro in vielversprechende Start-ups mit innovativen Technologien und in führende, spezialisierte Venture Capital Fonds investieren. Regionale Schwerpunkte sind Europa, die USA und Asien. Aktuell hält Evonik Beteiligungen an fünf Start-ups und drei Fonds.

http://venturing.evonik.com

Anzeige
Von sta | Präsentiert von VDI Logo
Zur StartseiteZur Startseite
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden