23.06.2014, 12:41 Uhr | 0 |

Crowdfunding-Plattform Kickstarter Finanzierung von deutschen Projekten ab Herbst

Erfinder, Tüftler und junge Unternehmen werden es bald einfacher haben, ihre Projekte in Deutschland zu finanzieren. In wenigen Monaten will die Crowdfunding-Plattform Kickstarter auch deutsche Projekte zulassen, bestätigt das Start-up-Unternehmen.

Mybell-Projekt auf Kickstarter
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Typisches Projekt auf Kickstarter: Ein Ingenieur entwickelt ein neuartige Hupe mit Scheinwerfer fürs Fahrrad. Er braucht 90.000 Dollar und hatte am Montagmittag 5143 Dollar eingesammelt.

Foto: Kickstarter/Screenshot Ingenieur.de

Bisher konnten über Kickstarter nur Projekte und Ideen aus den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland und den Niederlanden finanziert werden. Ab Herbst 2014 öffnet sich die Plattform auch für deutsche Start-ups und Erfinder.

Kickstarter nimmt weitere europäische Länder in die Liste auf

Diese Neuerung bestätigte das 2009 gegründete Unternehmen jetzt im Gespräch mit dem Mediendienst Meedia. Einzelheiten zu dem Launch nannte das weltweit erfolgreich operierende Unternehmen noch nicht. Auch wurde noch kein bestimmter Termin genannt. Neben Deutschland sollen auch Gründer in anderen europäischen Ländern die Möglichkeit bekommen, eine Projektfinanzierung über Kickstarter zu starten.

Bislang wurden schon 60.000 Projekte über Kickstarter erfolgreich finanziert. An jedem erfolgreich umgesetzten Projekt verdient Kickstarter fünf Prozent der eingeworbenen Summe. Insgesamt konnte Kickstarter schon über eine Milliarde US-Dollar für unterschiedliche Projekte einsammeln.

Schon viele erfolgreiche Unternehmen haben sich über Kickstarter finanziert

Mit der Expansion in weitere europäische Länder wird das Unternehmen auch seinen eigenen Umsatz ankurbeln. Inzwischen bekannte Produkte wie die VR-Brille Oculus Rift, die Smartwatch Pebble und der Musikplayer Pono sowie die Spielkonsole Ouya wurden über Kickstarter finanziert. Allein für die Pebble Watch konnten mehr als 10 Millionen Dollar eingesammelt werden.

Seit einigen Jahren finanzieren junge Geschäftsleute ihre Ideen und Projekte über Crowdfunding. Auf diesem Wege können sie ihr Projekt vorstellen. Noch wichtiger ist es, so Investoren zu finden. Da sie über das Internet zur Geschäftsbeteiligung aufrufen, investieren vor allem Internetnutzer in die Ideen. Sie fungieren als stille Teilhaber und liefern damit das Kapital zur Umsetzung. Crowdfunding-Plattformen haben sich teilweise auf bestimmte Bereiche spezialisiert. So hat Kickstarter in den USA bereits viele Spieleprojekte finanziert.

Start-ups in der Pflicht, ihre Ideen zur Marktreife zu bringen

Bei Kickstarter funktioniert die Finanzierung etwas anders als bei anderen Plattformen wie Indiegogo oder Protonet, wo es sich um eine Sammlung handelt. Wer über Kickstarter eine Idee unterstützen möchte, nennt einen bestimmten Betrag. Damit kauft er etwas ein, was noch nicht hergestellt wurde. Dieser genannte Betrag wird erst dann fällig, wenn die angestrebte Gesamtsumme erreicht wurde. Dann kommt zugleich das Start-up in die Pflicht und muss die geplanten Ideen auch umsetzen und zur Marktreife bringen.

Nur wenige Male kam es vor, dass nach erfolgreicher Finanzierung das versprochene Produkt nicht geliefert wurde. 

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Von Petra Funk
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