24.06.2015, 12:00 Uhr | 0 |

Wettbewerb Zeit-Geist gewinnt AC²-Gründungswettbewerb

Insgesamt 128 Gründungsprojekte und 39 bereits bestehende Unternehmen mit Wachstumsperspektive haben im Rahmen der Geschäftsplanwettbewerbe "AC² – Gründung, Wachstum, Innovation" 2014/2015 ihre Geschäftsideen und Wachstumsstrategien entwickelt. Als Initiator der Wettbewerbe hat die GründerRegion Aachen die jeweils drei erfolgversprechendsten Konzepte bei einer großen Preisverleihung ausgezeichnet.

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Die Gewinner des Gründungswettbewerbs 2014/2015 (v.l.): Daniel Grünes, Jens Bayer, Konrad Herzog, David Frank, Vitali Weißbecker, Andreas Schulze Lohoff, Christian Kolvenbach und Roman Kalocsay.

Foto: Andreas Herrmann/GründerRegion Aachen/AGIT

Der mit 10.000 Euro dotierte erste Preis im Rahmen des AC²-Gründungswettbewerbs ging an das Team „Zeit-Geist“ mit Vitali Weißbecker und Andreas Schulze Lohoff. Das Gründungsvorhaben aus dem Forschungszentrum Jülich umfasst die Entwicklung und Herstellung eines neuartigen kohlenstoffbasierten Materials, das eine vielversprechende Anwendung in der Brennstoffzellentechnologie bieten soll. In enger Zusammenarbeit mit dem Geschäftskunden soll eine neue, leistungsstarke Brennstoffzellengeneration durch die Beschichtung mit dem neuartigen Material entstehen, das eine Gewichtsreduktion um fast 70%und des Volumens um bis zu 40% verspricht. Damit sei auch eine deutliche Kostenreduktion verbunden. Das Unternehmen soll im zweiten Quartal 2016 als GmbH gegründet werden.

Den zweiten Preis und 7500 Euro erhielt das Aachener Team aquila biolabs GmbH mit Jens Bayer, Daniel Günes, Konrad Herzog und David Frank. “aquila biolabs” will die Prozessanalytik in Schüttelkolben revolutionieren. Seinen “cell growth quantifier“ beschreibt das Unternehmen als innovatives Laborgerät, das die Prozessüberwachung und Analyse von Schüttelkolbenfermentationen automatisiere und sich in jede bestehende Laborinfrastruktur integrieren lasse.

Es senke Entwicklungszeiten und -kosten und löse so ein Grundproblem bei einer der am häufigsten eingesetzten Life-Science-Basistechnologien, da diese Analyseprozesse bisher manuell überwacht würden und daher fehleranfällig seien. Die aquila biolabs GmbH wurde im August 2014 in Aachen gegründet. Das Geschäftsmodell basiert auf der Herstellung und dem Vertrieb des Produkts an Kunden in der akademischen und industriellen biotechnologischen Forschung, Entwicklung und Produktion.

Den dritten Preis in Höhe von 5000 Euro bekam die Innoclamp GmbH von Roman Kalocsay und Christian Kolvenbach, ein Spin-off-Betrieb aus dem Aachener Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie. Das Unternehmen versteht sich als Industriedienstleister und Systemlieferant für Automatisierungslösungen und hat sich auf die Entwicklung und Konstruktion von Spannsystemen spezialisiert, mit denen sich komplexe Freiformwerkstücke präzise automatisch ausrichten und schwingungsdämpfend fixieren lassen. Neben seinen Serienprodukten und Sonderkonstruktionen bietet Innoclamp eine Spanntechnikberatung an.

 

Der mit 5.000 Euro dotierte erste Preis im Rahmen der AC²-Wachstumsinitiative ging an die Manos GbR, ein Dolmetscher-Service für Gebärdensprache. Seit 2006 betreiben Gisela und Simone Binczyk mit heute acht Mitarbeitern ihr Unternehmen in Düren. Eine erste Zweigstelle in Köln existiert bereits. Neben der Übersetzung von Lautsprache in deutsche Gebärdensprache und umgekehrt wollen die Unternehmerinnen ihr Angebot in Richtung Taubblinden-Assistenz, Schriftdolmetschen und neue Formen der Arbeitsassistenz erweitern. Mit der bundesweiten Eröffnung von Manos-Filialen soll das Unternehmen ausgebaut werden. Dabei soll die Gründung und Entwicklung einer “Manos-Akademie“ Personal für den Einsatz in den Filialen qualifizieren. Bis zum Jahr 2018 sind neun neue Arbeitsplätze geplant.

Gewinner des zweiten Preises in Höhe von 2500 Euro ist die Heinsberger Gebrüder Otto Gourmet GmbH. Seit zehn Jahren liefern Michael, Stephan und Wolfgang Otto per Online-Handel hochwertiges Fleisch bundesweit an Privatkunden und Gastronomie. Zum Angebot zählen auch Koch- und Grillkurse sowie die “Perfect Meat Academy“, die „Weber Grill Academy“ und der „MeatClub“. Catering und Moderation bei Firmenveranstaltungen sowie Messebeteiligungen bei Business-Kunden werden ebenfalls bedient. Mit “MännerMetzger“ will das Unternehmen jetzt ein stationäres Vertriebskonzept aufbauen. Das Angebot soll ein Bistro mit Verkaufslokal und Probierraum sowie Bestell- und Abholstation umfassen. Bis zum Jahr 2018 sollen 20 Standorte und 77 neue Beschäftigungsverhältnisse entstehen. Die Belegschaft wüchse damit von 61 auf 138 Mitarbeiter.

Mit dem dritten Preis und 1000 Euro wurde die im Jahr 2010 als Spin-off-Betrieb der RWTH Aachen gegründete Meotec GmbH & Co. KG ausgezeichnet. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Erforschung und Herstellung von Oxidkeramiken für den Einsatz in der Medizintechnik. Durch ein speziell entwickeltes und patentiertes Verfahren wandelt Meotec die Oberfläche von Magnesium in eine gegenüber dem Magnesium korrosionsbeständigere Keramik um. Im industriellen Anwendungsbereich konzentriert sich das Unternehmen auf die Automobil- sowie die Luft- und Raumfahrttechnik. Meotec will sich dort als Entwicklungsdienstleister für funktionale Oberflächenbeschichtungen etablieren und künftig zudem als Zulieferer für Magnesiumlegierungen in der Medizintechnik fungieren. Das Unternehmen plant die eigene Produktion von resorbierbaren Magnesiumimplantaten mit den Vorteilen eines einmaligen Eingriffs und einer verkürzten Genesungsdauer für Patienten sowie Kostenersparnissen für das Gesundheitssystem. Der Markteintritt soll durch Vertriebskanäle etablierter Partner gelingen, und die Mitarbeiterzahl soll von derzeit neun auf 13 Vollzeitstellen wachsen.

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