09.09.2013, 15:16 Uhr | 0 |

Gründerwettbewerb „IKT Innovativ“: Comnovo räumt einen Hauptpreis ab

Die Gewinner des jüngsten Gründerwettbewerbs „IKT Innovativ“, ausgerichtet vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, stehen fest. Insgesamt wurden vier Hauptpreise vergeben, jeweils dotiert mit 30.000 Euro. Durchgesetzt haben sich die ArtiMinds Robotics GmbH aus Karlsruhe, das Dortmunder Start-up Comnovo, das Secco-Team aus Darmstadt und das Münchener Team von Additive Manufacturing Solutions (AMS).

Mit der Software InRoP der ArtiMinds Robotics GmbH aus Karlsruhe wird die Programmierung komplexer Roboterbewegungen enorm beschleunigt und damit die Kosten reduziert. Dies gilt nicht nur für die Durchführung repetitiver Arbeitsschritte mit hohem Durchsatz, sondern auch für teil- und vollautonome Aufgaben in sich ändernden Umgebungen. Über InRoP erlernen Roboter hochkomplexe Bewegungsabläufe auf intuitive Art. Günstige Sensortechnologien (z.B. manuelles Führen des Roboterarms) werden eingesetzt, um auf Basis von Demonstrationen der Arbeitsaufgabe ein Bewegungsmodell zu erfassen. Die Software InRoP analysiert und interpretiert das Bewegungswissen des Roboters, reagiert eigenständig auf Veränderungen der Aufgabe und der Umgebung und kann damit die Programmierung komplexer Roboterbewegungen deutlich beschleunigen. Zielkunden sind die Nutzer moderner Leichtbauroboter, aber auch Systemintegratoren, Softwarehersteller für die Fabrikplanung und Inbetriebnahme sowie Roboterhersteller.

Comnovo entwickelt ein Warnsystem für Baumaschinen. Große mobile Baumaschinen wie Bagger oder Schaufel-Radlader sind sehr unübersichtlich und bergen deshalb viele Gefahren für die Arbeiter auf einer Baustelle oder einem Betriebshof. Durch den Einsatz der D2Sense-Technologie des Dortmunder Start-ups Comnovo werden Fahrer und Arbeiter zukünftig rechtzeitig vor Gefahrensituationen gewarnt. Die in den Fahrzeugen installierte Warneinheit „Keeper“ alarmiert den Fahrer der Maschine aktiv, akustisch und per Led-Anzeige, sobald sich Personen mit dem Tragegerät „Beeper“ im Gefahrenbereich der Baumaschine aufhalten. Je kürzer die Entfernung, desto dringlicher die Warnung. Der Beeper kann an der Arbeitskleidung per Clip oder am Helm befestigt werden und gibt bei Annäherung ebenfalls Warnsignale ab. Das D2Sense-System ist sehr robust und kann schnell und unkompliziert bei unterschiedlichen Maschinentypen nachgerüstet werden, um die Arbeitssicherheit in Betrieben der Bau- und der Agrarwirtschaft, in der Logistik und dem produzierenden Gewerbe zu erhöhen.

Secco ist ein mobiler, sicherer und vertrauenswürdiger Telefondienst für Smartphones, der die elektronische Identitätsfunktion (eID) des neuen Personalausweises (nPA) nutzt, um die Gesprächsteilnehmer zu identifizieren. Die damit mögliche gegenseitige Authentifizierung der Gesprächspartner bietet die notwendige Sicherheit, um auch rechtsverbindliche Geschäftsprozesse über das Telefon abwickeln zu können. Das Auslesen der eID erfolgt drahtlos über die NFCSchnittstelle des Smartphones, über die aktuelle Modelle schon verfügen. Zielkunden des Darmstädter Start-ups sind zunächst Behörden und Unternehmen der Finanzwirtschaft (Banken, Versicherungen), die den Bürgern bzw. Kunden mit Secco einen einfachen, aber trotzdem sicheren Telefonkontakt anbieten können. Geschäfts- und Verwaltungsprozesse können so zukünftig sicher per Telefon abgewickelt werden.

Das Team Additive Manufacturing Solutions (AMS) hat sich der additiven Fertigung verschrieben. Additive Fertigungsverfahren sind neue Techniken zur schnellen Herstellung von Prototypen, Werkzeugen und Fertigprodukten durch einen aufbauenden Fertigungsprozess, z. B. durch das sogenannte Lasersintern. Sie ermöglichen eine schnelle und kostengünstige Herstellung nahezu beliebig komplexer Bauteile, wofür es eine wachsende Nachfrage gibt. Für anspruchsvolle industrielle Anwendungen war die Präzision in der Herstellung dieser Teile bisher jedoch noch nicht ausreichend. Das Gründerteam aus München hat deshalb eine Software entwickelt, die die Maßhaltigkeit der Bauteile deutlich erhöht. Mit der Software wird das thermische Verhalten des Fertigungssystems analysiert und daraus charakteristische Korrekturfaktoren für die Geometrie des zu fertigenden Teiles ermittelt. Damit eröffnen sich weitere Einsatzfelder für additive Fertigungsverfahren mit bisher nicht erreichbaren Genauigkeiten.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt mit dem „Gründerwettbewerb – IKT Innovativ“ Unternehmensgründungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). Ziel des Gründerwettbewerbs ist es, das vorhandene Potenzial verstärkt auszuschöpfen und die Zahl an IKT-basierten Unternehmensgründungen in Deutschland weiter zu steigern.

Beim „Gründerwettbewerb – IKT Innovativ“ werden halbjährliche Wettbewerbsrunden veranstaltet. Der Gründerwettbewerb ist offen für alle innovativen Geschäftsideen, die auf IKT-basierten Produkten und Dienstleistungen beruhen. Viel versprechende Anwendungen werden z. B. in Bereichen wie Energie, Automobile und vor allem mittelständisch geprägten Branchen wie Anlagen- und Maschinenbau, Logistik, Gesundheit und insbesondere auch der Kultur- und Kreativwirtschaft gesehen. Der Wettbewerb wird im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH durchgeführt.

http://www.gruenderwettbewerb.de

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