22.04.2014, 12:00 Uhr | 0 |

Über 500.000 Dollar Preisgeld Aachener Start-up gewinnt US-Businessplan-Wettbewerb

Die Medical Adhesive Revolution GmbH, ein Start-up aus der RWTH Aachen, hat den weltweit größten und höchstdotierten Business Plan Wettbewerb gewonnen. Das Team sammelte in Houston über 500.000 Dollar für einen biologisch abbaubaren medizinischen Gewebekleber ein. In der Vorauswahl des „Rice Business Plan Competition“ mussten sich die Aachener gegen rund 1200 Mitbewerber durchsetzen.

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Marius Rosenberg (links) und Alexander Schüller (rechts) von der RWTH Aachen bei der Preisübergabe in Houston. In der Bildmitte: Der Managing Director der Rice Alliance for Technology & Entrepreneurship, Brad Burke.

Foto: Rice University

Gemeinsam mit 41 weiteren Teams wurden die Aachener zur Endrunde an die Rice University in Houston, Texas, eingeladen. Sie präsentierten ihre Geschäftsidee vor Investoren und Unternehmern, anschließend stellten sie sich den kritischen Fragen des Publikums. In diesem Finale überzeugten die Gründer Marius Rosenberg und Alexander Schüller. Beide sidn Doktoranden am Lehrstuhl Wirtschaftswissenschaften für Ingenieure und Naturwissenschaftler (WIN) der RWTH, geleitet von Malte Brettel. Rosenberg ist Geschäftsführer der siegreichen Firma, Schüller leitet das RWTH-Gründerzentrum.

„Der Sieg in Houston ist eine große Leistung für so ein junges Unternehmen“, betont Malte Brettel, Prorektor der RWTH für Wirtschaft und Industrie. „Für mich ist es ein tolles Beispiel, wie aus industrieller und universitärer Forschung ein kommerziell interessantes Produkt entsteht.“

Der MAR-Wundkleber kann auf der Haut zum Schließen von Schnitt- und Platzwunden eingesetzt werden, aber auch als biologisch abbaubareres Produkt im Körper zum Stoppen von starken Blutungen an Organen oder dem luftdichten Verschluss von Wunden, beispielsweise bei einer Lungenperforation. Der Kleber verschließt die Wunden in Sekunden, ist elastisch und präzise anwendbar. Mögliche Einsatzgebiete sind die plastische Chirurgie, Notfallmedizin und viele klassische Operationen. „Das Produkt ist wirklich revolutionär, da es die idealen technischen Eigenschaften besitzt. Gleichzeitig ist es einfach in der Anwendung und relativ günstig in der Herstellung“, fasst Marius Rosenberg die Vorteile zusammen.

Der Rice Business Plan Competition ist der höchstdotierte und größte universitäre Wettbewerb für Start-ups weltweit. Er wird jedes Jahr von der Rice Alliance for Technology and Entrepreneurship and der Jesse H. Jones Graduate School of Business der Universität in Houston, Texas, ausgerichtet. Der erste Wettbewerb fand 2001 mit neun Teams und 10.000 Dollar Preisgeld statt. Seitdem ist der Wettbewerb auf 42 Teams in der Endrunde und auf mehr als 1,3 Mio. Dollar Preisgeld angewachsen. Mehr als 250 Jurymitglieder wählen in drei Runden aus den 42 Teilnehmern den Gewinner. Über 130 Start-ups aus dem Wettbewerb haben bisher erfolgreich ihr Unternehmen gegründet und insgesamt mehr als 600 Mio. Dollar Finanzierungsmittel erhalten.

Die Firma Medical Adhesive Revolution GmbH – kurz MAR genannt – wurde 2013 von den vier Gesellschaftern Malte Brettel, René Tolba, Heike Heckroth und Marius Rosenberg in Aachen gegründet. Vorher wurde der Klebstoff über einige Jahre von einem Chemieunternehmen entwickelt und vom Mediziner Tolba getestet. Im März 2014 konnte das Unternehmen dann eine erste Finanzierungsrunde mit dem Seed Fonds II Aachen, mit der Förderbank KfW und einigen Privatinvestoren abschließen.

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