14.05.2014, 12:00 Uhr | 0 |

Business Angels Panel I/2014 Business Angels investieren wieder mehr

Der Markt für informelles Wagniskapital in Deutschland zeigte sich im ersten Quartal des Jahres dynamisch: Gründer entwickelten viele Geschäftskonzepte, die Business Angels investierten reichlich. Die Stimmung ist entsprechend gut. Liebstes Investitionsziel der Engel bleiben Web-Services. Neu in der himmlischen Hitparade ist das Thema Industrie 4.0. Das sind Ergebnisse des jüngsten Business Angels Panels.

Ganz schön was los auf dem Markt für informelles Wagniskapital: Den 43 Teilnehmern des jüngsten Business Angels Panels flatterten in den ersten drei Monaten des Jahres rund 25 Businesspläne ins Postfach – der langjährige Quartals-Durchschnitt liegt bei gerade mal 15. Und die Masse enthielt offenbar auch Klasse: Satte 62% der Befragten machten Geld locker, um den eingereichten Ideen Flügel zu verleihen. Das ist die zweithöchste Quote der vergangenen zehn Jahre. Dementsprechend bewegt sich das Stimmungsbarometer nahe des Allzeithochs: Auf einer Skala von 1 (=sehr schlecht) bis 7 (=sehr gut) bewerteten die Business Angels ihre aktuelle Geschäftslage mit 5,43 Punkten. Bei den Geschäftsaussichten vergaben sie gar 5,6 Punkte. Im Vergleich zum Vorquartal sind die Werte zwar leicht gefallen, in der zwölfjährigen Geschichte der Umfrage waren beide aber erst drei Mal höher.

Es haben nicht nur viele Engel investiert – die Engel investierten auch viel: Durchschnittlich überwies jeder Umfrageteilnehmer knapp 75.000 Euro. Einen höheren Wert gab es zuletzt Anfang 2008. Selbst wenn der eine Teilnehmer, der stolze 480 000 Euro locker machte, herausgerechnet wird, bleibt die deutliche Aufwärtstendenz ungebrochen.

Aus Gründersicht ebenfalls erfreulich: Obwohl die Finanzierer kräftig in ihre Portemonnaies gegriffen haben, ist ihr für künftige Angel-Investitionen vorgesehenes Budget gestiegen. Die Panel-Teilnehmer gaben an, erst 55% ihres Pulvers verschossen zu haben. Heißt im Umkehrschluss: 45% der Mittel warten noch auf Abnehmer! Mehr Potenzial gab es zuletzt vor zwei Jahren.

Und wer darf am ehesten hoffen auf finanzielle Unterstützung? Auf den Top-Positionen in der Engel-Hitparade gab es wenig Veränderungen: Weiterhin liebstes Investitionsziel bleiben Web-Services. Auf Platz zwei landen erneut die Anbieter von Umwelttechnologien. Platz drei teilen sich die Branchen Neue Materialien und Software. Die über die Jahre verwöhnten Medizintechniker fallen auf einen für sie ungewohnt schlechten Platz 5. Neueinsteiger in die Top 10 – und gleich auf Platz 8 – ist das Thema Industrie 4.0 bzw. Industrie-Automation.

Wo so viel Licht ist, ist auch Schatten. Dieser liegt im 1. Quartal auf der Exitbilanz. Von den insgesamt elf gemeldeten Divestments führten gleich fünf auf den Friedhof: Die Beteiligung musste also abgeschrieben werden – und mit ihr das einst investierte Kapital. Die übrigen sechs Exits verteilen sich gleichmäßig auf „Buy Back“, „Trade Sale" und „Secondary Sale“. Je zwei Beteiligungen wurden also an die Gründer zurück veräußert, an einen strategischen Investor verkauft bzw. in die Obhut eines anderen Finanzinvestors übergeben. An der durchschnittlichen Portfoliogröße der Business Angels ändert das wenig: Weiterhin hält jeder Investor gut fünf unternehmerische Küken unter seinen Fittichen. Die Spannbreite ist allerdings groß: Sie reicht von einer einzigen Beteiligung bis hin zu 30 Schützlingen.

Entwicklung des Geschäftsklimas in Deutschland

 
Zahl der Businesspläne und Beteiligungsgespräche

 
Durchschnittlicher Einsatz je Business Angel

 
Die attraktivsten Branchen für Wagnisfinanzierer

http://www.ingenieur.de/Arbeit-Beruf/Gruenderlounge/Business-Angels-Panel

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