31.10.2016, 07:11 Uhr | 0 |

Licht tut gut Keine Lust zu arbeiten? So vertreiben Sie den Winterblues

Sie haben einfach keine Lust, ins Büro zu fahren? Fühlen Sie sich schlapp, ein wenig melancholisch und verspüren Heißhunger auf Süßigkeiten und Kohlehydrate? Das ist völlig normal in der dunklen Jahreszeit. Mit ein paar einfachen Maßnahmen können Sie den Winterblues vertreiben.

Wanderer im Schnee an der Wallbergkapelle auf dem Wallberg am Tegernsee
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Wanderer im Schnee an der Wallbergkapelle auf dem Wallberg am Tegernsee: Auch im Herbst und Winter sollte man sich viel Licht und frische Luft gönnen, um gegen den Winterblues anzugehen.

Foto: Sven Hoppe/dpa

Es gibt sie tatsächlich, die „saisonal abhängige Depression“. Wenn die Tage kurz und dunkel werden, der Nebel und die Nässe aufs Gemüt schlagen. Zu Beginn des Herbstes denkt man noch an warme, helle Sommertage, aber diese Erinnerungen sind im Januar, Februar verflogen und der Winterblues hat zugeschlagen. Etwa zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung, darunter mehr Frauen als Männer, leiden regelmäßig unter einer jahreszeitlichen Depression und benötigen zum Teil ärztliche Hilfe.

Aber auch wer keine behandlungsbedürftige Depression entwickelt, kann sich in den Wintermonaten beeinträchtigt fühlen. Etwa ein Viertel der Bundesbürger kennt den Winterblues aus eigener Erfahrung.

Weniger Licht führt zu mehr Schlafhormon Melatonin

Man fühlt sich müde und schlapp, ist melancholisch gestimmt und verspürt besonderen Appetit auf Süßigkeiten und Kohlehydrate. Zu wenig Tageslicht, darin sind sich die Experten einig, ist der Grund dafür. Durch das fehlende Licht schüttet der Körper verstärkt das Schlafhormon Melatonin aus, das unseren Tag-Nacht-Rhythmus steuert.

ARCHIV - Eine Frau sitzt am 19.08.2015 bei verregnetem Wetter unter einem Regenschirm am Ammersee in Herrsching (Bayern). Foto: Matthias Balk/dpa (zu dpa "«Singin' In The Rain» - Der November hat auch seine Stärken" vom 25.10.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Trübes Wetter am Ammersee in Bayern: Meistens scheint im Süden Deutschlands die Sonne deutlich mehr als im Norden. Im Winter 2015/16 hatte der Süden und das Rheinland rund doppelt so viele Sonnenstunden wie der Norden.

Foto: Matthias Balk/dpa

Für die Produktion des Melatonins wandelt der Körper außerdem Serotonin um. Wenn der Serotoninspiegel sinkt, hat das Auswirkungen auf unser Zentralnervensystem und die Stimmungslage, denn das Hormon dämpft Angstgefühle, Aggressivität, Kummer und das Hungergefühl.

Und man muss zugegeben: Die Sonne scheint in Deutschland sehr, sehr unterschiedlich. Grundsätzlich gilt: Die Nordlichter bekommen am wenigsten Licht, in Bayern und Baden-Württemberg scheint die Sonne am längsten. Das liegt zum einen daran, dass im Norden die Sonne bis zu 40 min später aufgeht als im Süden und abends auch früher unter geht. Der Unterschied allein daraus liegt bei über einer Stunde. Hinzu kommt die unterschiedliche Wetterlage. Die Alpen bilden teilweise einen Wetterschutz.

Das zeigen auch die Daten des Deutschen Wetterdienstes. Im Winter 2015/2016 kamen der Süden Bayerns und Baden-Württembergs sowie teilweise das Rheinland (rote Flächen) auf 225 bis über 300 Stunden Sonnenschein. Im Norden rund um Hamburg und Kiel, aber auch in der Mitte Deutschlands in Hessen, Nordbayern und im Thüringer Wald (hellblaue Flächen) waren es mit 100 bis 125 Stunden nur rund die Hälfte. Beste Voraussetzungen für den Winterblues.

Wer sich dem Winterblues trotzdem nicht geschlagen geben möchte, kann mit ein paar einfachen Tricks die Stimmung verbessern.

1. Tageslicht und künstliche Lichtdusche wirken Wunder

Zugegeben, manchmal kann es schwierig sein, an Wintertagen etwas Tageslicht zu erwischen, wenn man zwischen Job und anderen Verpflichtungen eingespannt ist. Bei einem Spaziergang oder einer Jogging-Runde bei Tageslicht kommt jedoch die Serotonin-Produktion in Schwung und das gilt auch bei bedecktem Himmel.

Herbstlaub liegt am 20.10.2016 auf einem Weg an der Innpromenade in Passau (Bayern). Foto: Armin Weigel/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Sonnenbad im Herbst in Passau: Besonders in der dunklen Jahreszeit sollte man sich viel Licht gönnen. Das hält die Laune hoch, auch im Job.

Foto: Armin Weigel/dpa

Auch eine künstliche Lichtdusche kann helfen. Dafür braucht man eine sogenannte Tageslichtlampe, die eine Helligkeit von mindestens 2.500 Lux, besser noch 10.000 Lux haben sollte. Auch das Kunstlicht fördert die Serotonin-Ausschüttung und hat keinen schädlichen UV-Anteil. Täglich eine halbe Stunde vor der Lampe schlägt sich positiv auf die Stimmung.

2. Bewegung macht munter und Spaß

Hat man erstmal den Absprung von der Couch geschafft, macht Bewegung draußen Spaß, egal bei welchem Wetter. Das Immunsystem wird gestärkt, das Erkältungsrisiko gesenkt und nicht nur das Licht wirkt stimmungsaufhellend. Das gute Gefühl, das sich nach einem Spaziergang oder sportlicher Betätigung an der frischen Luft einstellt, ist Belohnung und Ansporn.

3. Johanniskraut sorgt für gute Stimmung

Bei leichten Verstimmungen kann man mit Johanniskraut gegensteuern. Johanniskraut erhöht die Konzentration von Botenstoffen wie Dopamin, Serotonin und Noradrenalin, die bei depressiven Verstimmungen vermindert freigesetzt werden. Deshalb kann Johanniskraut stimmungsaufhellend, angstlösend und antidepressiv wirken. Die Wirkung wird außerdem verstärkt, weil Johanniskraut den Abbau von Serotonin hemmt.

Eine Baumallee ist vor dem stillgelegten Hochofen am 27.10.2016 auf dem Phoenix West Gelände in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) zu sehen. Foto: Ina Fassbender/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Stillgelegter Hochofen in der Herbstsonne in Dortmund: Wenn Sie unter Winterblues leiden, sollten Sie bei einem schönen Herbstspaziergang Johanniskraut sammeln, trocknen und als Tee aufbrühen. Das weckt die Lebensgeister und macht Lust aufs Arbeiten.

Foto: Ina Fassbender/dpa

Und wissen Sie was? Johanniskraut finden Sie oft beim Spaziergang am Wegesrand. Selbst trocknen und dann als Tee aufbrühen, das macht zusätzlich Freude.

4. Achtsamkeit und die eigenen Gefühle

Logisch, dass hoher Leistungsdruck und Dauerstress nicht gerade die gute Laune fördern. Wer sein eigenes Wohlbefinden über längere Zeit außer Acht gelassen hat, kann von einem Achtsamkeitstraining profitieren. Solche Präventivprogramme, bei denen es um Stressreduktion durch Achtsamkeit geht, liegen derzeit im Trend.

In einer der Moorwannen der orthopädischen Fachklinik «Moorbad» der Dr. Ebel-Gruppe in Bad Doberan liegt am Donnerstag (24.11.2005) Martina Birkhahn und zeigt ihre schwarzen Hände. Im naturverwöhnten Mecklenburg-Vorpommern, das Anfang Dezember die erste Bundesbranchenkonferenz Gesundheitswirtschaft ausrichtet und zum Gesundheitsbundesland Nummer Eins aufsteigen will, setzen Reha-Einrichtungen auf Spezialangebote mit «Alleinstellungsmerkmal» wie Heilkreide von der Insel Rügen oder natürliche Vorkommen an Badetorf. Insgesamt zählt das nordostdeutsche Bundesland nach Angaben des Sozialministeriums knapp 11.000 Kurbetten in 66 Einrichtungen. Gemessen an der Bevölkerung verfügt Mecklenburg-Vorpommern mit 61 Betten auf 10.000 Einwohner bundesweit über die meisten Kurplätze. Foto: Jens Büttner dpa/lmv (zu Korr. - Bericht "Moor und Meer - auch Kurhäuser setzen auf Wellness-Welle" vom 24.11.2005) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Moorbad in Bad Doberan: Wenn die Sonne im Winter weniger scheint, sollte man sich andere Genüsse schenken, um sich wohl zu fühlen.

Foto: Jens Büttner/dpa

Hierbei werden verschiedene Techniken des Yoga aus der buddhistischen Psychologie, der Meditation und der Körperwahrnehmung miteinander verbunden. Ziel ist eine im Augenblick ruhende, nicht urteilende Aufmerksamkeit und das bedeutet nichts anderes, als das mit Gleichmut zu akzeptieren, was gerade da ist – auch den Winterblues.

Wie Sie sich am besten vor Stress und Burn-out schützen können, das lesen Sie hier.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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