12.06.2014, 09:50 Uhr | 0 |

Allensbach-Umfrage offenbart Studenten trauen sich mit Bachelorabschluss nicht auf den Arbeitsmarkt

Es ist eine Klatsche für den Bologna-Prozess: 54 Prozent der Studenten halten ihre Berufsaussichten mit einem Bachelorabschluss für schlecht. Jeder Zweite absolviert deswegen vorsichtshalber noch einen Masterstudiengang. Das geht aus einer Studie des Demoskopie-Instituts Allensbach hervor.

Die meisten Bachelor-Absolventen fühlen sich für den Arbeitsmarkt nur unzureichend vorbereitet.
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Der Bachelor wurde eigentlich als vollwertiger und berufsqualifizierender Abschluss konzipiert. Doch die meisten Absolventen fühlen sich für den Arbeitsmarkt nur unzureichend vorbereitet.

Foto: dpa/Bernd Wüstneck

Mit dem Bologna-Prozess wurde vor 15 Jahren die Vereinheitlichung der Hochschulabschlüsse in Europa beschlossen. Der Bachelor sollte als berufsqualifizierender Abschluss dienen und gleichzeitig ein vollwertiger Hochschulabschluss sein, der Masterstudiengang eine Art zusätzlicher Luxus. Doch Umfragen unter den Studenten zeichnen ein anderes Bild.

Nur 23 Prozent der Studenten vertrauen dem Bachelor

Nur 23 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sie der Bachelor-Abschluss gut auf das Berufsleben vorbereitet, bei 54 Prozent ist das nicht der Fall. Jeder zweite Student hängt deswegen lieber noch den Masterstudiengang an. Etwa drei Viertel der Befragten erhoffen sich dadurch bessere Karrieremöglichkeiten und somit auch einen besseren Verdienst. Dabei wollen sie sich auf ein Spezialgebiet festlegen und ihr Wissen in diesem Bereich vertiefen.

Die Umfrage macht deutlich, dass die Studenten dem Bachelor gegenüber sehr skeptisch sind. „Die Zahlen überraschen, weil wir erwartet hatten, dass der Bachelor sich mit den Jahren etabliert und sich heute mehr Studierende mit diesem Abschluss auf den Arbeitsmarkt trauen“, berichtet Michael Sommer, Projektleiter des Allensbach-Instituts. Im Auftrag des Reemtsma-Begabtenförderungswerkes nahm das Institut für Demoskopie die inzwischen fünfte Umfrage unter 2019 Studenten zwischen 18 und 29 Jahren vor.

Hohes Einkommen ist nur 46 Prozent der Befragten wichtig

Und was haben die jetzigen Studenten für Berufsvorstellungen? Auch das verrät die Umfrage: Für 73 Prozent der Befragten ist ein gutes Betriebsklima am wichtigsten. 67 Prozent legen großen Wert auf die Zukunftssicherheit des Arbeitsplatzes, 66 Prozent möchten Familie und Beruf möglichst gut unter einen Hut bringen können. Überraschend: Nur 46 Prozent halten ein hohes Einkommen für wichtig. 35 Prozent der Befragten wünschen sich eine Arbeit, die sie herausfordert und bei der sie ihr Können unter Beweis stellen können.

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Von Petra Funk
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