02.02.2016, 07:55 Uhr | 1 |

545.408 Studierende Das sind die beliebtesten Studienfächer zukünftiger Ingenieure

Das ist doch was: Mit 545.408 Studenten zählen die Ingenieurwissenschaften in Deutschland zu den beliebtesten Studienrichtungen. Das geht aus einer Studie des Statistischen Bundesamtes hervor. Lesen Sie hier, welche Fächer bei den Ingenieuren der Zukunft besonders beliebt sind. 

Symbolbild Maschinenbau
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Das beliebteste Fach zukünftiger Ingenieure ist der Maschinenbau. Derzeit sind 208.699 Studenten immatrikuliert.

Foto: Arno Burgi/dpa

Wie viele Studenten gibt es in Deutschland eigentlich? Laut einer aktuellen Statistik des Statistischen Bundesamtes im Studienjahr 2014/2015 insgesamt 2.698.910. Die beliebtesten Studienrichtungen sind Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit 822.745 Hochschülern. Direkt darauf folgen die Ingenieurwissenschaften mit 545.408 Studenten. Und hier haben Ingenieure der Zukunft klare Fächer-Favoriten.

Maschinenbau ist das beliebteste Fach zukünftiger Ingenieure

Auf Platz eins der beliebtesten Fächer landet der Maschinenbau mit 208.699 Studierenden. Es folgen die Elektrotechnik (85.462), das Wirtschaftsingenieurwesen mit ingenieurwissenschaftlichem Schwerpunkt (61.715), das Bauingenieurwesen (57.469), das Ingenieurwesen allgemein (44.883), die Architektur (40.074), die Verkehrstechnik (28.989) die Raumplanung (8.610), das Vermessungswesen (6.292) und der Bergbau (3.215).

Ingenieurwissenschaften haben niedrige Frauenquote

Und wie ist es um die Männer- und Frauenquoten bestellt? Bei den Ingenieurwissenschaften lässt die Statistik ein Ungleichgewicht erkennen. Von den 545.408 Studenten sind gerade einmal 121.675 weiblich. Das zieht sich durch verschiedene Fächer. Im Maschinenbau beispielsweise sind 168.719 Männer vertreten, aber lediglich 39.980 Frauen. Im Bauingenieurwesen sind 41.209 Männer und 16.260 Frauen immatrikuliert.

Universität ARCHIV - Studenten des ersten Semesters sitzen am 15.04.2015 bei der Begrüßung in einem Hörsaal der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz (Rheinland-Pfalz). Foto: Fredrik von Erichsen/dpa (zu dpa «Das «Uni-Prekariat», die Politik und der Teufel im Detail» vom 26.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Studenten im Hörsaal: In vielen Fächern der Ingenieurwissenschaften gibt es bei der Männer- und Frauenquote ein klares Ungleichgewicht. Im Studienjahr 2014/2015 waren von 545.408 Studierenden gerade einmal 121.675 weiblich. 

Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Ähnlich unausgeglichen sieht es in der Elektrotechnik aus. Hier lernen 75.613 Männer und 9.849 Frauen. „Der gravierende Fachkräftengpass in den MINT-Branchen bedeutet für die deutsche Wirtschaft jährlich einen Wertschöpfungsverlust in Milliardenhöhe“, sagte Ralph Appel, Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), bereits im Rahmen der Bonner Messe women&work 2015. „Wir müssen daher vermehrt Frauen für MINT-Berufe begeistern, denn sie sind in den ingenieurwissenschaftlichen Berufen deutlich unterrepräsentiert.“

Bei Frauen besonders beliebt: Architektur und Raumplanung 

Es gibt aber auch Fächer der Ingenieurwissenschaften, in dem Frauen zahlenmäßig die Oberhand haben: zum einen die Architektur. Im Wintersemester studierten das Fach 23.163 Frauen, aber nur 16.911 Männer. Zum anderen die Raumplanung. Hier hat das Statistische Bundesamt 4.343 Frauen und 4.267 Männer registriert.

Auf Platz drei bis fünf der beliebtesten Studienfächer in Deutschland landen übrigens die Sprach- und Kulturwissenschaften (499.561), die Mathematik und Naturwissenschaften (490.433) und die Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften (157.166). 

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Von Patrick Schroeder
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kommentare
08.02.2016, 13:47 Uhr Frederik B.
Ähnlich unausgeglichen ist vielleicht eine etwas unglückliche Wortwahl angesichts der Tatsache, dass das Bauingenieurwesen mittlerweile bei 28,3 % Frauenquote ist und die Elektrotechnik bei 11,5 % liegt.

Aber abgesehen von der Statistik sollte mM weniger der Schwerpunkt auf möglichst hohe Frauenquoten im Ingenieursstudium gelegt werden, sondern vielmehr daran gearbeitet werden, die hohe Abbrecherzahlen zu reduzieren.
Wenn von einem Prof. Dehling zu hören ist, dass nur ca. die Hälfte der Ingenieursstudenten einen Mathe-Leistungskurs in der Schule besucht haben, dann lässt das ja nur den Schluss zu, dass oftmals bei den "falschen" jungen Menschen die Motivation für ein Ingenieursstudium geweckt wird.
Da ist dann die Verlockung der schicken Ingenieursgehälter und Jobaussichten wohl größer als das eigentliche Interesse für Technik. Entsprechend "schleppt" sich dann ein solcher Student durch das Studium und wird auch eher scheitern als bestehen.
Die Lösung heißt dann doch mM nach eher die jungen Leute schon in der Schule für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern, anstatt ihnen nur das Bild der MINT-Jobs schmackhaft zu machen, nur um hinterher das Scheitern der überforderten Studenten beobachten zu können.

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