30.03.2013, 12:15 Uhr | 0 |

Frauen legen zu 9 % weniger Studienanfänger in den Ingenieurwissenschaften

Die Zahl der Studienanfänger in den Ingenieurwissenschaften ist im Studienjahr 2012 um 9 Prozent zurückgegangen. Ein Jahr zuvor hatte es noch einen Anstieg insbesondere der männlichen Studenten gegeben, da die Wehrpflicht ausgesetzt wurde.

Hörsaal der TU München
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Die Zahl der Studienanfänger in den Ingenieurwissenschaften ist 2012 um 9 % zurückgegangen. Allerdings bleibt die Zahl mit 106 000 auf hohem Niveau.

Foto: dpa/Peter Kneffel

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes begannen im vergangenen Jahr 106 252 Studierende ein Ingenieurstudium – 81 634 Männer und 24 618 Frauen. Das waren 8,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Trotz des Rückgangs ist die Zahl der Studienanfänger dennoch der zweithöchste Wert der vergangenen zehn Jahre.

Dabei ging der Rückgang allein auf das Konto der männlichen Ingenieurkandidaten. Die Zahl der männlichen Erstimmatrikulierten für Ingenieurwissenschaften sank um 11,8 Prozent. 2011 war die Wehrpflicht ausgesetzt worden, weshalb besonders viele Männer ein Studium begannen. Deshalb war der Rückgang 2012 zu erwarten. Dagegen haben sich erneut mehr Frauen für Ingenieurwissenschaften eingeschrieben. Der Anstieg um 2,7 Prozent auf 25 618 bedeutet den höchsten Wert überhaupt.

Der Rückgang bei den Ingenieurwissenschaften ist etwa doppelt so hoch wie bei der Gesamtzahl der Studienanfänger. 2012 haben 493 500 junge Menschen ein Studium begonnen, 4,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Das Verhältnis von Frauen und Männern ist fast ausgeglichen: 249 620 Männer und 243 849 Frauen immatrikulierten sich im Jahr 2012 für einen Studiengang.

Maschinenbau/Verfahrenstechnik: Die meisten Erstsemester

Der Studiengang Maschinenbau/Verfahrenstechnik ist weiterhin mit insgesamt 55 936 Studierenden im ersten Semester (Sommersemester 2012 und Wintersemester 2012/2013) der stärkste Ingenieurstudiengang. Davon waren 45 030 Männer und 10 906 Frauen. Das entspricht einem Rückgang von sechs Prozent. 23 691 der Studenten entschieden sich für eine Universität, 32 245 für eine Fachhochschule.

Informatik: Mehr Studenten an Universitäten als an FHs

Informatik hat nach dem Maschinenbau der zweitgrößeren Studiengang der Ingenieurwissenschaften mit 50 898 Erstsemestern - 39 472 Männer und 11 426 Frauen. Als einziger Studiengang der Ingenieurwissenschaften meldeten sich hier mit 27 608 mehr Studenten an Universitäten an als an Fachhochschulen mit 23 290.

Elektrotechnik: Den geringsten Rückgang

Stabil sind die Studierendenzahlen in der Elektrotechnik. 26 449 Erstsemester im Sommer- und Wintersemester – 23 090 männliche und 3 359 weibliche Studenten – bedeuten einen geringen Rückgang von nur 1,7 Prozent. 11 829 Studenten entschieden sich für die Universität, 14 620 bevorzugen Fachhochschulen.

Bauingenieurwesen: Mit 30 % den höchsten Frauenanteil

Im Bauingenieurwesen haben die Frauen inzwischen den höchsten Anteil aller Ingenieurdisziplinen erreicht. 16 302 Erstsemester studieren derzeit Bauingenieurwesen, davon 4800 Frauen. Das entspricht einem Anteil von 30 Prozent. Dabei ging die Zahl der männlichen Erstsemester um 11,3 Prozent stark zurück, während die Frauen um 5,4 Prozent stark zulegten.

Die Zahl der Erstimmatrikulierten nahm auch in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 Prozent auf 84 600 Personen ab.

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Von Petra Funk
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