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05.01.2007, 19:25 Uhr | 0 |

Arbeitsmarkt Zuversicht auf dem Arbeitsmarkt 2007 wächst  

Im vergangenen Jahr gab es weniger Arbeitslose und mehr Erwerbstätige. Der Strukturwandel der deutschen Wirtschaft prägt auch die Erwerbsarbeit: Der Anteil der Beschäftigten im Dienstleistungssektor wächst zu Lasten der Beschäftigung im produzierenden Gewerbe. Vom Strukturwandel profitieren vor allem gut Ausgebildete.

So viel Hoffnung für den Arbeitsmarkt gab es seit dem Niedergang der New Economy nicht mehr. Im vergangenen Jahr waren im Schnitt in Deutschland 4,487 Mio. Frauen und Männer arbeitslos, das waren 374 000 weniger als 2005, jubelte am Mittwoch die Bundesagentur für Arbeit. Dabei hat die Arbeitslosigkeit in der zweiten Jahreshälfte stärker abgenommen als in der ersten.

Gestiegen ist die Zahl der Erwerbstätigen. Insgesamt hatten im Jahresdurchschnitt 2006 fast 39,1 Mio. Frauen und Männer ihren Arbeitsplatz in Deutschland, das waren 258 000 mehr als im Durchschnitt des Jahres 2005, so das Statistische Bundesamt.

Am stärksten stieg die Beschäftigung in den Dienstleistungssektoren. Hier stieg die Zahl der Erwerbstätigen gegenüber 2005 um 1,3 %. Im verarbeitenden Gewerbe (mit Ausnahme des Baugewerbes) verzeichnen die Statistiker einen Rückgang um 1,1 %, der aber schwächer war als im Jahr zuvor. Im Baugewerbe kam 2006 der zehn Jahre anhaltende Personalabbau fast zum Stillstand.

Bestimmt wird der Arbeitsmarkt von zwei Trends: Dem Strukturwandel mit guten Chancen für hoch Qualifizierte und einem hohen Anteil an Niedriglohnbeschäftigung.

Im vergangenen Jahr hatten gut 73 % der Beschäftigten, rund 28 Mio., ihren Arbeitsplatz im Dienstleistungssektor. 1991 waren es noch knapp 60 %.

Hoch Qualifizierte, z. B. Ingenieure, profitieren von diesem Strukturwandel. Bei anhaltendem Wirtschaftswachstum werde die Zahl der offenen Stellen 2007 weiter steigen, erwartet VDI-Präsident Eike Lehmann. Der Ingenieurmangel werde dann nicht kleiner.

Der Anteil der Niedriglöhner an allen Beschäftigten betrug im Jahr 2004 (neuere Zahlen liegen nicht vor) gut 22 %, wie eine Untersuchung des Instituts für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen vom vergangenen Jahr zeigt. Bereits im Jahr 2000 lag der Anteil der Niedriglöhner in Deutschland über dem EU-Durchschnitt, so IAT-Forscherin Claudia Weinkopf.

Für das laufende Jahr sind Ökonomen optimistisch. Mehrere Forschungsinstitute erwarten einen Rückgang der Arbeitslosigkeit auf 4,1 Mio. im Schnitt.

Doch es gibt auch mahnende Stimmen: Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung in Düsseldorf geht davon aus, dass das Wachstum 2007 gebremst wird: durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer, durch die staatliche Sparpolitik und die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank. HARTMUT STEIGER

Von Hartmut Steiger | Präsentiert von VDI Logo
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