05.03.2014, 13:15 Uhr | 0 |

Eine Million freie Stellen VDI warnt: Immer weniger können Maschinen bauen

Arbeitssuchende haben derzeit in Deutschland gute Chancen, eine Stelle zu finden. Denn über eine Million Stellen sind im letzten Quartal 2013 nicht besetzt worden. Die deutsche Industrie sucht dringend qualifizierte Fachkräfte.

Ende 2013 gab es in Deutschland mehr als eine Million unbesetzte Arbeitsstellen.
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Ende vergangenen Jahres gab es in Deutschland mehr als eine Million unbesetzte Arbeitsstellen. Damit einher geht ein weiterer Anstieg des Fachkräftemangels. 

Foto: dpa/Jochen Lübke

Die Zahl der offenen Stellen in Deutschland ist weiter angestiegen. In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres waren noch 1,06 Millionen offene Stellen unbesetzt geblieben. Dies sind 20.000 Stellen mehr als 2012. „Damit lag die betriebliche Nachfrage nach Arbeitskräften zum Jahresende 2013 weiterhin auf hohem Niveau“, erklärte IAB-Forscher Alexander Kubis. Unternehmen suchen weiterhin dringend nach Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt.

Die Zahl gab das zur Bundesagentur für Arbeit gehörende Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg bekannt. Viermal pro Jahr erfasst das IAB in einer repräsentativen Umfrage in 14.000 Betrieben aller Branchen das Angebot an freien Stellen. Dabei werden auch die offenen Stellen berücksichtigt, die nicht bei den Arbeitsagenturen gemeldet wurden. Es sind die offenen Stellen des sogenannten ersten Arbeitsmarktes, die ohne Zuschüsse oder andere Maßnahmen gefördert werden.

Vor allem im Osten offene Stellen

Besonders in Ostdeutschland stieg das Arbeitsangebot um 13.400 auf 187.900 freie Stellen an. Das sei die höchste Zahl seit sechs Jahren, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung mit. Damit wird es für Arbeitslose leichter, im Osten einen Job zu finden.

In Westdeutschland gab es ein Plus von 6.600 angebotenen Arbeitsplätzen.

Unternehmen finden keine Fachkräfte

Die Zahl der freien Stellen hört sich zunächst positiv an. Doch damit einher geht der Fachkräftemangel. Für die Industrie wird es zum Problem, wenn die freien Stellen nicht mehr besetzt werden können.

Verantwortlich dafür sei auch „die zunehmende Akademisierung in Deutschland", erklärte der neue Direktor des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), Ralph Appel, in der Rheinischen Post. „Sie führt dazu, dass immer mehr Leute Maschinen und Anlagen entwerfen, aber immer weniger in der Lage sind, diese Maschinen auch zu bauen“, so der VDI-Chef.

Im Baugewerbe mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze unbesetzt

Das Stellenangebot ist je nach Branche unterschiedlich: Die meisten freien Stellen gab es mit über 50 Prozent im Baugewerbe. Das verarbeitende Gewerbe hatte über 20 Prozent freie Stellen im Angebot. Andere Branchen dagegen hatten teilweise weniger freie Stellen als im Vorjahr zu bieten. Insbesondere die Fischerei, Land- und Forstwirtschaft aber auch die Finanz- und Versicherungsdienstleister verzeichneten ein Minus von über einem Drittel der freien Stellen.

Doch trotz Fachkräftemangel und Anstieg der Strompreise wird es mit der deutschen Industrie weiter bergauf gehen, prognostiziert Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW). „Die deutsche Industrie ist derzeit eben so stark, dass sie diese Probleme noch kompensieren kann", erklärt der Experte. 

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Von Petra Funk
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