17.05.2014, 08:00 Uhr | 0 |

110.000 Euro für jeden Opel lässt sich Werksschließung mehr als halbe Milliarde Euro kosten

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, sagt der Volksmund. Davon kann die Adam Opel AG derzeit ein Lied singen: Die Schließung des traditionsreichen Werks Bochum II schlägt mit weit mehr als einer halbe Milliarde Euro zu Buche – allein für den Personalabbau. Die durchschnittliche Abfindung beträgt 110.000 Euro. 

Opel-Werk in Bochum
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Ende 2014 werden mit der Schließung des Opel-Produktionswerkes in Bochum 3300 Arbeitsplätze wegfallen. Auf dem Werksgelände will die Deutsche Post ein neues Paketzentrum eröffnen. 

Foto: dpa/Marius Becker

Nach jahrelanger Talfahrt ist der Marktanteil von Opel im Jahr 2013 wieder leicht gestiegen – unter anderem dank der neuen Modelle Adam, Mokka und Cascada. Für das Werk II in Bochum-Langendreer kommt die Nachricht aber zu spät: Dieser Standort der Adam Opel AG, Tochter des US-Automobilkonzerns General Motors, wird Ende 2014 endgültig geschlossen.

Um ihren Plan durchzuziehen, nehmen die Verantwortlichen ordentlich Geld in die Hand: Deutlich mehr als eine halbe Milliarde Euro werde die Schließung kosten, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Diesen Betrag, in dem die Verlegung der Produktion nach Rüsselsheim noch nicht einmal mitgerechnet ist, habe der Aufsichtsrat der Adam Opel AG bereits abgenickt.

Durchschnittlich 110.000 Euro Abfindung pro Mitarbeiter

Den Löwenanteil an den Kosten werden die Abfindungen für die Mitarbeiter ausmachen, die durchschnittlich bei 110.000 Euro liegen sollen, heißt es. Dazu kommen die Finanzierung einer Transfergesellschaft sowie eine Vorruhestandsregelung. Es geht um rund 3300 Arbeitsplätze, die Ende 2014 wegfallen; um Details eines Sozialtarifvertrages für die Bochumer Beschäftigten werde jedoch immer noch gerungen.

Insgesamt schlägt der Personalabbau nach derzeitigem Stand mit 551,8 Millionen Euro zu Buche, schreibt die Zeitung und beruft sich damit auf Informationen aus dem Aufsichtsrat. Ein offizielles Statement des Unternehmens gibt es bisher nicht: Ein Konzernsprecher habe sich dazu auch auf Anfrage nicht geäußert, heißt es weiter.

Deutsche Post errichtet auf Werksgelände ein neues Paketzentrum

Weitere 50 Millionen Euro entfallen auf die Verlagerung der Produktion des derzeit noch im Ruhrgebiet gebauten Modells Zafira an den Stammsitz Rüsselsheim. Außerdem müsse das Werksgelände noch saniert und von Altlasten befreit werden, bevor die Nachfolger dort ihre Geschäfte aufnehmen können. Unter anderem will die Deutsche Post auf dem Gelände ein Paketzentrum errichten, in dem rund 600 neue Jobs entstehen sollen. In einem ersten Schritt will die Post einen zweistelligen Millionenbetrag in das Projekt investieren.

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Von Judith Bexten
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