31.01.2014, 13:40 Uhr | 0 |

Fachkräftemangel bremst Konjunktur Nachfrage nach Ingenieuren um zehn Prozent gestiegen

Der Arbeitsmarkt für Ingenieure entspannt sich auch in den Wintermonaten nicht: Im Dezember ist die Zahl offener Stellen für Ingenieure noch einmal um zehn Prozent auf fast 64.000 gestiegen.

Ingenieure bei Schwingungs- und Akustikuntersuchungen mithilfe des Digitalen Prototypen bei Mercedes-Benz
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Ingenieure bei Schwingungs- und Akustikuntersuchungen mithilfe des Digitalen Prototypen bei Mercedes-Benz: Der Bedarf an Ingenieuren ist weiterhin hoch. Im Dezember ist die Zahl offener Stellen noch einmal um zehn Prozent gestiegen.

Foto: Daimler

Im Durchschnitt kamen auf jeden arbeitslosen Ingenieur 2,3 offene Stellen – Tendenz steigend. Besonders angespannt ist die Lage in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik mit einem Verhältnis von 4,3 zu eins und in der Energie- und Elektrotechnik mit 3,7 zu eins. Das zeigen die Arbeitsmarktzahlen, die der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) gemeinsam mit dem Kölner Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in seinem Ingenieurmonitor veröffentlicht.

Insgesamt warten 63.700 Arbeitsplätze für Ingenieure auf fähige Bewerber – ihnen standen im Dezember 27.208 arbeitslose Ingenieure gegenüber. Rund die Hälfte der offenen Stellen gehören in die Kategorien Maschinen- und Fahrzeugtechnik und Energie- und Elektrotechnik, aber nur 30 Prozent der arbeitslosen Ingenieure suchen in diesen Kategorien. Am deutlichsten angestiegen ist die Nachfrage jedoch in der Technischen Forschung und Produktionssteuerung: Im Vergleich zu November wurden hier 15,5 Prozent mehr Ingenieure gesucht.

Anzeichen für weiter anziehende Konjunktur

Nur in zwei Ingenieurbranchen ist das Verhältnis offener Stellen zu arbeitslosen Bewerbern günstiger für die Unternehmen: In der Rohstofferzeugung und -gewinnung sowie bei den sonstigen Ingenieurberufen hätte rein rechnerisch jede Stelle besetzt werden können.

VDI und IW sehen in der weiter steigenden Nachfrage nach Ingenieuren ein deutliches Zeichen dafür, dass die Konjunktur anzieht. „Die zum Jahresausklang positivere Grundstimmung in der deutschen Wirtschaft schlägt sich deutlich in der Nachfrage nach Ingenieuren nieder“, kommentiert VDI-Direktor Ralph Appel die Daten des neuen Ingenieurmonitors. „Die offenen Ingenieurstellen sind ein Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung. Dessen aktuelle Entwicklung deutet auf eine anziehende Konjunktur hin“, sagt IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös.

Fachkräftemangel bremst die Konjunktur

Viele Unternehmen befürchten dagegen, dass der steigende Fachkäftemangel sich als Konjunkturbremse erweisen könnte. So ergab eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), dass sich mehr als jedes dritte Unternehmen durch fehlende Fachkräfte in seiner wirtschaftlichen Entwicklung gefährdet sieht. Dabei hat sich die Lage im Vergleich zum Vorjahr eigentlich entspannt: Jedes vierte Unternehmen klagt heute darüber, dass es offene Stellen länger als zwei Monate nicht besetzen kann. Ein Jahr zuvor jedoch hatten noch 29 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten, passende Arbeitskräfte für offene Stellen zu finden.

Die langsamere Konjunktur im vergangenen Jahr ebenso wie die Zuwanderung habe die Nachfrage nach Fachkräften etwas gesenkt, meint der DIHK. „Anziehende Konjunktur sowie der demografische Wandel werfen ihren Schatten voraus”, sagt Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer, im Hinblick auf die Befürchtungen der Firmen.

40 Prozent nehmen sich nach DIHK-Zahlen vor, ihre Attraktivität zu steigern. An der Spitze ihrer Maßnahmen zur Fachkräftesicherung steht die Aus- und Weiterbildung. Einkommen, flexible Arbeitsbedingungen und Karrierechancen sollen die Unternehmen in Zukunft außerdem für Bewerber attraktiv machen, ebenso eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

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Von Andrea Ziech
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