25.04.2013, 12:54 Uhr | 0 |

Anker in der Krise Mittelstand stellt auch in schwierigen Zeiten ein

Kleine und mittlere Unternehmen schaffen auch in Krisenzeiten Arbeitsplätze. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise stieg die Mitarbeiterzahl bei ihnen um knapp drei Prozent – während die Großunternehmen Beschäftigte entließen.

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Die mittelständischen Unternehmen sind deutlich besser durch die Krise gekommen als die Großunternehmen. Sie haben in der Krise sogar neue Arbeitsplätze geschaffen, die Großen abgebaut, so eine neue Studie des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn.

Foto: dpa/Oliver Krato

Mittelständler hielten auch beim Konjunktureinbruch 2008/2009 ihre Beschäftigten und schufen weitere Arbeitsplätze, anders als die Konzerne. So stieg die Beschäftigung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zwischen 2001 und 2009 um 13,6 Prozent, bei Großunternehmen sank die Beschäftigtenzahl um 1,2 Prozent. Das ist das Ergebnis der Studie „Der Beschäftigungsbeitrag mittelständischer Exportunternehmen“ des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn. Sie vergleicht die Entwicklung zwischen 2001 und 2009 insgesamt mit der in den Krisenjahren 2008 und 2009.

„Vor allem den Nischenanbietern unter den KMUs ist es in den Krisenjahren 2008/09 erfolgreich gelungen, Nachfrageschwankungen auf den Inlandsmärkten durch Exportaktivitäten zu kompensieren und damit die Beschäftigung zu stabilisieren", erklärt IfM-Präsidentin Friederike Welter.

Nicht exportierende Unternehmen stellen mehr ein

Besonders gut kamen allerdings die nichtexportierenden KMU durch die Krise. Deren Beschäftigtenzahl stieg von 2001 bis 2009 um 15 Prozent und damit noch stärker als bei den regelmäßig exportierenden KMU. Die erhöhten die Beschäftigtenzahl "nur" um 10,3 Prozent.

Damit schlugen sich die Mittelständler aber bedeutend besser als die Großunternehmen. Alle Großunternehmen zusammen reduzierten ihre Belegschaften von 2001 bis 2009 um 1,2 Prozent. Die regelmäßigen Exporteure bauten sogar 6,4 Prozent der Stellen ab, während die für den Heimatmarkt produzierenden Großunternehmen 6,6 Prozent mehr Leute beschäftigten.

Auch wenn die nicht exportierenden Mittelständer besser durch die Krise kamen, so sind die KMU, die auch für das Ausland produzieren, für die Zahl der Arbeitsplätze besonders wichtig. Denn die 29 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen, die regelmäßig und unregelmäßig Waren und Dienstleistungen ins Ausland liefern, beschäftigen laut Studie 48,5 Prozent aller Mitarbeiter im Mittelstand – also deutlich mehr als die auf den Heimatmarkt fokussierten KMU.

KMU-Exporteure schlagen sich besser als die Großen

Die mittelständischen Exporteure schlagen sich aber auch besser als die exportierenden Großunternehmen und konnten den weltweiten Nachfragerückgang besser kompensieren. Während die großen Unternehmen knapp fünf Prozent ihrer Mitarbeiter entließen, waren es bei kleinen und mittleren weniger als ein Prozent. Sogar die unregelmäßigen Exporteure bei den Großunternehmen bauten in der Krise drei Prozent der Stellen ab, während kleine und mittlere unregelmäßige Exporteure in den Krisenjahren 2008/2009 sogar einen Beschäftigungszuwachs von zwei Prozent verzeichneten.

Die Studie finden Sie auf den Seiten des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn.

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Von Andrea Ziech & Axel Mörer-Funk
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